Die Woche ist noch ganz frisch, …

… aber es zeigt sich deutlich, dass sie eine echte Herausforderung für mich wird.

Der ordentliche, gut erzogene und dressierte, pflichtbewusste, sich immer um alles und alle kümmernde Teil in mir möchte die Tage mit Dingen wie Fenster putzen, nach drei Jahren dann doch mal die Schäden, die durch den Einbau der neuen Fenster an den damals frisch gestrichenen Wänden rundum die Fenster entstanden sind, mit mehr oder weniger passender Farbe übermalen, ein bisschen hier und da putzen und eben das erledigen, was eine gute Hausfrau erledigt.

Ich könnte natürlich auch dem anderen Teil in mir Raum, Platz und Freiheit schenken und eine Woche nur tun, wozu ich Lust habe. Und wenn das Nichts sein sollte, ist das … sollte das auch in Ordnung sein. Zwischendurch kann/könnte ich mal etwas für Kühlschrank, Herd und Magen des Gatten kaufen und dies für alle Beteiligten in eine hübsche verdauliche Form bringen. Das wäre nur ein bisschen Pflichterfüllung, die aber durchaus Spaß machen kann.

Dieser letzte Teil ist das, was der Gatte befürwortet und mir wärmstens ans Herz legt. Der Gatte ist nämlich sehr großzügig und ein wesentlich besserer Mensch als ich.

Ich geh jetzt gleich mal das gesammelte Altglas wegbringen und einkaufen und spazieren und denke dabei über die weitere Gestaltung meiner Woche nach … alles nicht so einfach, aber immerhin regnet es gerade nicht mehr.

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Kommt jemand mit raus Spielen …

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… äh … Plaudern?

Hier geht es gerade so … ja, nicht schlecht, aber könnte besser sein, wenn es ein anderer Balkon und eine andere Stadt wäre, aber für einen Montag und nach einer Fahrt mit dem ICE von A nach B, naja … um genau zu sein – der ICE fährt natürlich nur von HH nach B, für den Anfang oder das Ende, je nachdem von wo man kommt oder wo man hin will, muss man die Regionalbahn bemühen … ist es, wie schon gesagt, nicht so schlecht. Vor allem nicht zu warm und ausnahmsweise ist es auch mal nicht schwül in Berlin … schnell XXX mach.

Ha! Ich freue mich schon. Dieses Mal sind es nur neun Tage (als ich dem Gatten sagte, dass ich schon Dienstagabend komme und nicht erst Mittwochnachmittag, wie geplant und anfügte, dass ich das tue, damit ich schon am Mittwochmorgen im Bett bleiben kann, während er zur Arbeit muss, schüttelte er geschlagen grinsend Kopf und meinte, dass man gegen dieses Argument nichts sagen kann … er freut sich aber trotzdem) bis ich das nächste Mal den Zug besteigen darf und hoffentlich per Express von B nach A gebracht werde. Ich muss gestehen, dass ich nach nun fast fünfeinhalb Jahren des Hin – und Herfahren müde bin.
Zuerst fuhr ich die Strecke noch per Anhalter durch die Galaxis Bus, was noch einmal zwei Stunden mehr in ein Fahrzeug eingequetschte Lebenszeit bedeutete. In den Anfängen des mit der Bahn fahren habe ich mich entfaltet, aber das hält nicht ewig. Außerdem scheinen die Züge immer voller zu werden. Oder die Menschen fahren immer nur mit den Zügen, die ich benutze … alle anderen Züge sind leer …  ja, bestimmt ist das so und bestimmt tun sie das aus lauter Sympathie. Es ist zum Beispiel auch so – sind noch fünf Plätze leer im Wagen, setzt sich garantiert zielstrebigst irgendein Trottel Mensch neben mich, alle anderen gehen leer aus haben ganz viel Platz und dürfen alleine sitzen … ich fand das Spiel „Mein rechter Platz ist leer, ich wünsche mir blablabla her“ schon immer doof …

Das Ende ist aber in Sicht. Ich habe das Jahresende, weil mich die SchwesterChefin fragte, als möglichen Endpunkt avisiert. Das könnte in der Tat klappen, weil das Kind die erste Zulassung fürs Studium bekommen hat. Es ist zwar nicht die Wunschhochschule, wäre aber auch okay. Mit ein bisschen Glück klappt es auch noch mit der Wunschhochschule. Dann ist das Kind im Herbst von der Straße und ich kann meiner Wege ziehen. So weit der Wunsch und der Plan.
Meine Gefühle dazu sind in der Tat sehr gemischt. Zum einen bin ich sehr vorfreudig und kann es kaum erwarten, zum anderen drückt mich das schlechte Gewissen. Ja, blöd. Ich weiß. Das Kind ist groß und muss alleine … und kann er auch, weiß ich. Die SchwesterChefin wird auch ohne mich überleben und meine Mutter macht das schon. Ist die Komfortzone zwar nicht mehr so groß, aber irgendwie geht das schon. Im Zweifelsfall droht sie wieder damit gegen eine Mauer zu fahren … womit auch immer, das Auto hat sie zum Glück schon abgegeben und mit dem Rollator kriegt sie nicht genug Speed drauf.

Ich glaube, ich geh jetzt noch etwas Sinnvolles … das erste an diesem Tag … tun. Was weiß ich noch nicht, aber vielleicht läuft mir etwas vor die nackten Füße.