Schwimmen, schwamm, geschwommen …

… und zwar 40 Bahnen a 25 m. Macht nach Adam Riese 1000 m.

Fünfzig Minuten bin ich dafür hin und her geschwommen. Eigentlich sollte es beim ersten Mal nicht so viel werden, aber ich wusste und konnte es vor Ort (ja, ich hätte einen der Bademeister fragen können, aber dafür hätte ich aus dem Wasser klettern müssen und das hätte meinen Flow unterbrochen) nicht herausfinden, wie lang das dortige Sportbecken ist. Eigentlich müssen es 25 m, weil die Schwimmvereine dort auch offizielle Wettkämpfe schwimmen, aber es sah so kurz aus. Und damit ich am Ende auch wirklich genug geschwommen bin, ich hatte 750 m angestrebt, habe ich noch ein paar Bahnen drauf gepackt. Außerdem ging es mir beim Bahnen zählen wie beim Maschen zählen beim Stricken. Ich wusste nie genau, wie viele Bahnen ich wirklich schon geschwommen bin. Beim Stricken kann ich immer neu anfangen zu zählen, ist zwar lästig, aber möglich. Beim Schwimmen leider nicht. Also bin ich wahrscheinlich sogar noch mehr geschwommen, weil ich, wenn ich nicht so recht wusste, wo ich war, großzügig bei der Bahn weitergezählt habe, an die ich mich bewusst erinnern konnte … äh … ja.

Gleich bei den ersten beiden Bahnen drohte ich unterzugehen, weil ich falsch geatmet habe. Dadurch bekam ich kaum noch Luft und mein Herzschlag wummerte nur so durch meinen Körper. Sehr unangenehm und überhaupt nicht nötig. Nachdem ich mir einen Vogel gezeigt und mich freundlich daran erinnert habe, dass ich eigentlich wissen müsste, wie es geht, schließlich bin ich früher in der Schulmannschaft Wettkämpfe geschwommen, habe ich irgendwann meinen Rhythmus gefunden. Sehr erholsam …

Unter der Dusche überkam mich dann das Gefühl, dass ich morgen die Arme nicht mehr heben kann und wahrscheinlich den Hintern und die daran hängenden Beine nicht aus dem Bett bekomme. Wir werden sehen …

Außerdem werde ich bis ans Lebensende nach Chlor riechen. Trotz ausgiebiger warmer Dusche. Es scheint in alle Poren gesickert zu sein und da auch nicht wieder rauskommen zu wollen. Wir werden sehen es riechen

Herr Schweinehund und Frau Panik waren nicht mit, sondern sind müde und beleidigt, weil ich mich nicht von ihrem Spielchen (Durchfall, Übelkeit, Schwindel) nicht abhalten ließ, zu Hause geblieben. Gut so.

Das Schwimmbad hat mir gut gefallen. Sehr sauber, angenehm warm und nicht voll. Die Musik war nicht meine, aber gerade fällt mir auf, dass ich sie irgendwann gar nicht mehr gehört habe.

Trotz der Feststellung, dass mein Nagellack anscheinend nicht wasserfest ist …

… (könnte auch daran liegen, das er schon eine Woche auf den Nägeln ist …)

… könnte es gut sein, dass ich nun öfter schwimmen gehe. Auf jeden Fall werde ich am nächsten Mittwoch mit dem Gatten schwimmen gehen. Da hat er nämlich frei und will auch mal das Schwimmbad ankucken.

Auf dem Heimweg habe ich noch beim Discounter Halt gemacht und lauter total gesunden Kram gekauft …

… eigentlich ging es nur um die Nutella. Die war im Angebot. Alles andere, bis aufs Pumpernickel, auch. Da kann man nicht nein sagen.

Bis auf Nutella und Marmelade habe ich auch schon alles angefressen. Nach 1000 m Schwimmen darf man das, auch wenn man auf Diät ist … darf man auch ohne 1000 m Schwimmen, muss man halt länger weniger essen bis man am Ziel ist.

So … und wenn ihr jetzt nichts mehr von mir lest, bekomme ich die Arme wegen Muskelkater nicht mehr auf die Tastatur … oder ich bin beim Putzen fürs Wochenende in den Putzeimer gefallen und ertrunken.

… labberlabberbla … ja, hier gibt es Werbung zu entdecken … freiwillig … selbst bezahlt …

Gespräch mit meinem Schweinehund …

oder auch: You never walk alone

Der Schweinehund heute Morgen (im weiteren Verlauf nur noch SH … man soll mit den Buchstaben übertreiben): „Du hast gar keine Lust Laufen zu gehen. Außerdem hast du Angst und dir ist ganz seltsam …“

Ich: „Du hast keine Ahnung und wenn du keine Lust hast mitzukommen, was mir ganz lieb wäre, verkrieche dich unter meinem Bett. Wenn du dich fürchtest, kannst du dir eins von den Plüschdingsen vom Bett nehmen. Das beschützt dich und vertreibt dir die Langeweile.“

Nach diesen Worten griff ich mir schnell die Gehstäbchen aus der Ecke im Flur, schloss die Wohnungstür, eilte nach unten und lief los.
Nach der ersten Ecke merkte ich, dass ich den Schweinehund nicht abgehangen hatte. Er hing schwer an mir und wisperte: „Dir geht es gar nicht gut. Dir ist übel. Du hast Angst.“

Ich:“Ja, du hast recht, aber da macht nichts. Das vergeht wieder. Und wenn du die Schnauze hältst und still und brav mitläufst, noch viel schneller.“

Die Übelkeit hatte ich bald hinter mir gelassen … weggeatmet und die Angst im Griff, da meldete er sich wieder zu Wort: „Du musst auf Klo! Ganz dringend!“ Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, biss er mir herzhaft in den Bauch.

Ich: „Du kannst mich mal. Ich muss nicht. Ich will nicht. Geh alleine aufs Klo. Ich war schon.“

Mit einem letzten lauten und heftigem Gerumpel in meinem Bauch, verzog er sich schmollend. Ich dachte schon, dass es das für heute gewesen wäre, aber nein, drei bis zwölf Stöckchenschwünge später:

SH: „Dir tut das linke Handgelenk weh! Die Schlinge von den Gehstäbchen ist kaum zu ertragen. Dreh um und geh nach Hause.“

Ich: Ja, mir tut das Handgelenk weh. Hatten wir neulich schon. Ich mach die Manschette lockerer und zieh das Gehstäbchen eine Weile nur hinter mir her. Geht schon.“

SH: „Grummel. Gnarrr.“

So lief ich eine Weile nur auf der einen Seite mit dem Gehstäbchen klackernd und auf der anderen mit dem Stäbchen scharrend meines Weges und wirbelte Staub auf.
Kurz war es ganz still in mir und ich hatte die Hoffnung für heute über den Schweinehund zu sein, aber nein, er war nicht klein zu kriegen.

SH: „Dir tut das Knie weh.“

Ich: „Danke! Ich merke es. Dafür tut das Handgelenk nicht mehr weh.“

Zügig schritt ich um die nächste Ecke. Eigentlich weiß der Schweinehund genau, dass wir so lange laufen, bis er aufhört mich zu nerven.
Bis es einfach läuft und ich übers Leben nachdenken kann. Oder einfach die wunderschöne Natur rechts und links von mir bewundern und genießen kann. Bis ich frei bin.

SH: „Duhu, dir tut die Hüfte weh. Die Hüfte möchte jetzt wirklich nach Hause. Es ist alles zu viel für sie.“

Ich: „Ja, die Hüfte tut weh. Aber besser jetzt als heute Nacht, wenn ich schlafen will. Dann tut sie nämlich wieder weh, weil ich mich zu wenig bewegt habe. Mach dich vom Acker, du blöder Köter. Ich habe jetzt echt keine Lust mehr mich mit dir zu unterhalten. Ich zähle jetzt.“

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, … 25, 26, 27, 28, 29, 30, … 57, 58, 59, … 89, 90, 91, 92, … 303, 304, 305, 306 … zählen hilft meistens … 778, 779, 800, 801, … davon scheint der Schweinehund schläfrig zu werden … 1765, 1766, 1767, … dann komme ich irgendwann … 3528, 3529, 3530, 3531, 3532 … zur Ruhe, kann nachdenken, mich klären, Entschlüsse fassen, Pläne schmieden, … 5123, 5124, 5125, 5126 … mich entspannen, in letzter Zeit ist das Vieh echt zäh und lässt mich nie alleine losgehen … 7643, 7644, 7645, 7646, 7647, … immerhin weiß ich jetzt, was es heute zu essen gibt … 9333, 9334, 9335, 9336, 9337, 9338, 9339, 9340, … eine Tomatenquiche mit Feta, irgendwie so … vielleicht auch noch etwas Spinat … 10225, 10226, 10227, 10228 … vielleicht gibt es auch gegrillten Schweinehund …