Das Kind habe ich in aller Frühe …

… (kurz nach sieben) in die Muckibude geschickt, damit es mich nicht stört und ich in Ruhe im Bett sitzen und TütenCappucino trinken kann.
Das ist natürlich Quatsch. Das Kind geht Donnerstags immer in aller Frühe in die Muckibude, weil er nicht zur Uni geht und damit er sich nicht immer mit der einen älteren Frau herumplagen muss, die Donnerstags um die Geräte tanzt … freies Land, kann ja jeder seine Übungen ausführen, wie und wo er mag.

Ich habe irgendwie keine Lust mehr.

Die viele Aufmerksamkeit scheint meiner Mutter zu gefallen. Sie sitzt quietschvergnügt im Bett und erfreut sich daran die Menschen herumzuscheuchen.
Selbst gestern nach der Magenspiegelung unter Narkose war sie, als ich kam, fit und munter. Saß an der Bettkante und baumelte mit den Beinen. Hatte sogar so viel Elan mich unterwegs anzurufen und die Liste der Aufgaben zu verlängern.
Erfreulicherweise hat sie einen Physiotherapeuten und der hat gesagt, dass sie sich bewegen muss. Weil er ein Mann ist und Männer für meine Mutter schon immer die besseren Menschen waren, schiebt sie emsig ihren Rollator … den fiesen, miesen Leihrollator … durch die Gegend.
Die Magenspiegelung hat ergeben, dass sie ihr Magen verengt ist. Nicht schön, aber auch nicht schlimm. Sie setzen ihr einen Ballon ein und dann sollte es auch wieder mit dem Essen klappen.

Ich habe mich entschlossen noch bis morgen zu bleiben. Eigentlich hatte ich überlegt heute Abend nach Hause zu fahren, aber dann habe ich mein Kind gefragt, ob es den heutigen Abend noch mit mir verbringen möchte und da er das glaubhaft bejaht hat, bleibe ich noch und will morgen um 14:30 Uhr nach einem letzten Besuch im Krankenhaus losfahren. Dann habe ich vier Stunden um nach Hamburg zu kommen, dort den Gatten von der Arbeit abzuholen und dann zum Skat spielen zu fahren. Der Gatte hat sich schon mein Strickzeug parat gelegt, damit er es nicht vergisst und ich mich nicht langweilen muss.
Pläne machen ist toll. Wenn sie dann funktionieren, wäre es noch toller.

Nächsten Donnerstag bin ich dann wieder in Berlin. Das hatte ich vorher geplant. Die Fahrkarten habe ich schon eine Weile im smarten Phone. Ich wollte ein letztes Mal meine Bahncard benutzen, nach meiner Mutter kucken, mit der großen Schwester Kaffee trinken und ein bisschen Zeit mit dem Kind verbringen. Morgens hin, abends zurück. Erschien mir ein guter Plan zu sein. Nun werde ich den Plan umstricken müssen. Die große Schwester wird wohl rausfallen, weil ich irgendwie die Wäsche von meiner Mutter waschen und die Dinge heranschaffen muss, die sie meint zu brauchen. Dann ins Krankenhaus oder Pflegeheim – wo immer sie sich dann befindet. Danach zum Kind und die Vorhänge, die ich ihm, wenn ich wieder zu Hause bin, nähen werde … der am Dienstagabend bestellte Stoff wartet ab heute auf mich – ich habe ihn in einen Paketshop umgeleitet, weil ja keiner zu Haus eist und ihn in Empfang nehmen kann … aufhängen.
Ich muss aber vorher irgendwo eine Bohrmaschine besorgen, weil das Seil für die Vorhänge ebenfalls noch angebracht werden muss … ich mag gar nicht gerne bohren und das Kind hat noch nie und ist nicht scharf darauf. Mal sehen, wie dieser Plan endet. Die besondere Härte daran – ich habe kein Auto, sondern muss alles mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Die Fahrerei ist immens und zeitraubend.
Ich bin so froh und dankbar, dass ich dieses Mal das Auto mitnehmen können wollen durfte. Ohne wären die letzten Tage tödlich gewesen. Habe ich schon irgendwo erwähnt, dass ich keine Lust mehr habe?

Wenn ich wieder zu Hause bin, muss ich dringend zum Optiker. Ich kann mich des unguten Gefühls nicht erwehren, dass ich schon wieder eine neue Brille brauche. Die letzte ist noch nicht mal ein Jahr alt. Wenn es etwas ändern würde, würde ich wütend wie ein kleiner Waldschrat laut schimpfend durch die Gegend springen. Da es nicht hilft, brumme ich innerlich leise und füge mich in mein Schicksal.
Außerdem sollte ich meinen Fuß vielleicht doch mal zum Arzt tragen. Er meckert zwar nicht mehr ganz so doll, aber zufrieden ist er mit mir, dem Leben und seinen Aufgaben nicht.

Eben musste ich feststellen, dass es nicht reicht, wenn man die Kopfschmerztabletten aus der Tasche kramt und neben sich auf den Tisch legt. Davon werden die Kopfschmerzen, die mich schon heute Nacht um drei geweckt haben und lange nicht wieder einschlafen ließen, eindeutig nicht besser. Ich schlurfe dann mal in die Küche, fülle mein Wasserglas auf und frühstücke eine Tablette. Mit ein bisschen Glück hilft sie.

Frage des Tages:

Ist es sinnvoll Sekundenkleber unter den Fingernagel zu schmieren?

Meine ehrliche Antwort:

Nein, eher nicht!

Warum ich es dann getan habe?

Meine Lieblings-Antwort auf alle Fragen, auf die ich keine vernünftige Antwort weiß:

Weil ich es kann!

 

… wenn es mir gelungen ist, berichte ich, wie man den Scheiß wieder wegbekommt … gnarf … wenigstens klebt die blöde hölzerne Badmatte nicht mehr an meinem Finger … 

Das Muster ist nicht schwer

Ich habe es verstanden.

Ich kann es auswendig stricken.

Ich bin trotzdem zu doof es zu stricken.

Das ist der 4. Versuch. Wie man an der gewickelten Bauchbinde des Knäuels sieht, war ich schon mal wesentlich weiter …

… gnarf … zu doof zu … ooooohmmmm …

Quatsch! Gar nicht zu doof! Ich teste bloß die Wolle auf ihre Haltbarkeit … Ausdauer … Langlebigkeit (wie lange sie mich aushält) … ein hochprofessioneller Qualitätstest … 🙈

Super!

Brille kaputt … rechtes Ärmchen ab.

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… vielleicht ist sieht sie ohne mich besser dran

Vermutlich reparabel, aber ich habe mich trotzdem zu einer neuen Gleitsichtstudie bei Brillen.de angemeldet. Die letzte Brille ist zwar noch nicht so lange her … siehe da … aber ich habe schon seit einiger Zeit das Gefühl noch schlechter kucken zu können. Also ist der abgebrochene Bügel eine gute Gelegenheit das in Angriff zu nehmen. Lust habe ich keine, Geld eigentlich auch nicht, aber schon morgen einen Termin beim Optiker. Dann nehme ich die kaputte Brille mit und werde sehen, was sie für mich die Brille tun können. Bis dahin lege ich mich ins Bett und tue nichts, weil ich nichts sehen kann hangele ich mich halbblind mit den noch zur Verfügung stehenden Altbrillen durch Leben.

Jetzt gehe ich Bad putzen. Geht bestimmt schnell … was man nicht sieht, muss man nicht weg putzen …