Ode an die Wurst

… oder so ähnlich.

Aber bevor ich den Lobgesang anstimmen kann, muss gesagt und gezeigt werden, dass ich den Gatten vor dem Wursten erst einmal 4,8 Kilometer um die Blöcke getrieben habe. Wurst will verdient sein und das Wetter war einfach zu schön, um drinnen sitzen zu bleiben.
Außerdem mussten wir bei meinem Schloss …

… mal wieder nach dem Rechten sehen. Wenn man Immobilien hat, muss man sich auch darum kümmern ;O)).
Im Burggraben war einem freundlichem Ball die Luft ausgegangen …

… da ich ihn sicherlich auch bei dickerem Eis nicht hätten retten können, habe ich fröhlich zurückgegrinst, ihn seinem Schicksal überlassen

(der Burggrabenwächter wird sich schon irgendwann kümmern … man muss dem Personal einfach auch mal vertrauen)

und habe den Gatten weiter durch Unterholz getrieben.

Nach der großen Runde gab es zu Hause Tee und Apfelmuffins und dann ging es in die Küche zur Wurstwerdung.

Die Herstellung der Wurstmasse war eigentlich einfach, aber eben nur eigentlich.
Sie wäre noch einfacher gewesen, wenn ich den Fleischwolf gleich richtig zusammengebaut hätte. Da ich dazu aber zu doof war, musste ich ihn, nachdem wir angefangen hatten zu Wolfen und sich recht schnell nicht mehr wirklich viel Fleischmasse ihren Weg aus des Wolfes Scheibe wand, sondern das Ding verstopft war, weil ich das Messer falsch herum eingesetzt hatte, alles noch einmal auseinander nehmen. An sich nicht schlimm, nur ziemlich schmierig und klebrig und bis man so eine Verstopfung unter diesen Bedingungen behoben hat, dauert es. Aber nach dieser kleinen, aber sinnvollen Änderung des Versuchsaufbau quoll das Fleisch lustig schmatzend und in hübschen Würmern aus den Wolf.

Während die Probewurstmassebällchen in Pfanne brieten, widme ich mich dem Darm, der gewässert werden wollte. Ich suchte mir zuerst den Anfang … oder war es doch das Ende mit dem ich begann? Egal, ich fand auf jeden Fall, wonach ich suchte und frieckelte vom Darmstrang die Menge ab, die ich meinte zu benötigen und ein bisschen mehr, falls der Darm irgendwo ein Loch hat oder reißt oder was auch immer ihm schreckliches widerfahren kann.
Wie gut, dass ich stricke und schon das eine oder andere vertüdelte Wollknäuel entschlungen habe. Sonst wäre ich wahrscheinlich ganz grantig geworden und hätte frühzeitig alles in die Tonne getreten.
Das wäre sehr schade gewesen. Denn entgegen meiner Befürchtung ließ sich der gut gewässerte Darm später im Wasser ganz einfach auf die Tülle fädeln.

Hätte ich vorher, nach dem mühsamen Entheddern des Darmes nie gedacht und hatte, während wir unsere mittlerweile fertigen Probwurstmassefleischbällchen verkosteten, leicht keine Lust auf die Aktion und fürchtete mich ganz schrecklich davor.

Der aufgefädelte Darm wurde dann an den Fleischwolf montiert …

… und mit einem feschen Knoten versehen. Dann konnte es eigentlich losgehen mit dem Füllen.

Schon wieder ein eigentlich. Weil natürlich erst mal nur Luft kam und der Darm lustige Luftblasen bildete, was mich zu der Bemerkung: „Luft im Darm ist kacke!“ veranlasste.

Der Gatte meinte, dass ich diesen Satz, der uns viel Gelächter abnötigte, als Überschrift des Postes nutzen soll. Ich wusste aber nicht wie ich mit diesem Satz meine Erzählung beginnen soll. Außerdem habe ich reißerische Überschriften gar nicht nötig :O))))

Nachdem ich mit Lachen fertig war, habe ich den Knoten im Darm operativ (ein Schnipp mit der Küchenschere) entfernt, die Luft entweichen lassen (wenn das mal immer so einfach wäre), gewartet bis Masse kam und dann den Darm via neuem Knoten verschlossen.

Danach flutschte es, …

… wenn wir nicht gerade Pause für dokumentarische Fotos machten .

Nach fünf Würsten …

… war der erste aufgezogene Darm alle und ein Fototermin mit den Erstgeborenen möglich.

Der Gatte war total stolz auf mich, weil ich für die Wurstführung zuständig war und seiner Meinung nach diesen Job ganz großartig gemacht habe, aber ohne ihn, der unter Anweisung gekurbelt und Masse in den hungrigen Wolf gestopft hat, wäre das nicht möglich gewesen. Hat er nämlich sehr gut gemacht hat aufs Wort gehört und Spaß hatte er auch, wie man am Grinsen sieht …

Am Ende hatte wir 12 Salsiccia und eine Bulette, die sich aus dem Rest aus den Windungen der Fleischwolfspirale und der Wursttülle zusammensetzte.
Weil sie einfach so hübsch sind, gibt es noch ein Foto der 12 ohne die fiese Bulette …

Zum Abendessen gab es diese …

… nebst selbstgewerkeltem Krautsalat und einer Handvoll Pommes, die sich noch im Tiefkühler rumtriebt.
Die restlichen Würste habe ich eingefroren.

Es gibt natürlich nicht nur Positives zu berichten … also kein Erfolg beim ersten Mal auf der ganzen Linie.
Ich muss eindeutig noch am Verschließen der Würste arbeiten. Die eine oder andere Wurst hat sich beim Braten geöffnet …

Deutlich bei der oberen Wurst zu sehen. Nicht schlimm, aber verbesserungswürdig.
Bei der oberen Wurst war es sogar sehr lustig zuzusehen, wie sie sich öffnet, weil sie während sie das tat, munter durch die Pfanne gerollt ist. Nachdem sie ihre Wurstzippel entrollt hatte, hat sie Ruhe gegeben.

Im Anschnitt sehen die Würste so aus …

Sie sind total saftig und sehr, sehr lecker.

Das Wursten wird bestimmt wiederholt. Beim nächsten Mal werden es mit Sicherheit Geflügelwürste. Ich musste feststellen, dass ich auch bei selbstgemachten Würsten das Schweineproblem habe. Nach einer Wurst ist Schluss. Jeder weitere Bissen würde zu Übelkeit führen.
Gut gestern habe eineinhalb gegessen, aber sie waren auch nicht so schrecklich groß. Roh wiegen alle zwischen 67g und 80g.

Das wirklich tolle an selbstgemachten Würsten ist, dass man weiß, was drin ist und nicht auf irgendwelchen komischen Knorpel oder was auch immer, das man nicht näher untersuchen will und nicht wirklich wissen möchte, was es ist, trifft.

Was wirklich großartig war, bzw. ist, weil wir natürlich noch welchen haben, ist der Schweinedarm. Er ist nicht einmal gerissen, hatte keine Löcher, war total sauber und so weit ich jetzt vorgedrungen bin, ein Stück und er ist angenehm im Biss. Fällt nicht unangenehm auf beim Kauen.
Werde ich wieder kaufen. Hat sich die stundenlange Suche und die Mühsal der Entscheidungsfindung („Schatz, was machst du eigentlich den ganzen Tag auf dem Sofa?“ „Ich suche nach Schweinedärmen und kann mich für keinen Entscheiden.“) gelohnt.

Hoch und lang lebe der Fleischwolf und der Schweinedarm!

Heute ist wieder einmal ein Tag, …

… an dem ich mir ganz gespannt beim planlosen Kochen zu schaue und gespannt bin, was es am Ende wird.

Wir haben einen Gurkensalat mit Granatapfelkernen …

Warum Granatapfel? Weil er weg musste. Weil es hübsch aussieht. Weil es tatsächlich gut schmeckt … hätte ich auch nicht wirklich gedacht, aber mein Gefühl schrie JA und es hatte recht.

Wir haben übriggebliebenen Grillkäse …

… wir haben Kartoffeln …

… wir haben Fleisch … mariniertes Fleisch …

… wir hätten noch Saure Sahne, die ich mit irgendetwas geschmacklich hätte anreichern können, wenn ich nicht so streng gewesen wäre und keine Angst vor Samunellen 😉 gehabt hätte, weil sie offen war und das MHD der 02.04.18 gewesen ist … war aber weder pelzig noch grün oder saurer als Saure Sahne …

Muss in die Küche und alles vermengeln. Der Gatte hat sich angemeldet.

Ich könnte jetzt schreiben, …

… wenn ich größer wäre, würde ich das öfter tun.

Das wäre aber gelogen. Und lügen tue ich nicht. Ich habe zwar einen Hang zu maßlosen Übertreibungen, aber lügen, nee!

Ich würde mich, auch wenn ich größer wäre, nicht öfter auf den Weg nach oben machen, um die Oberschränke in der Küche abzuwischen. Das ist echt die Abteilung – aus den Augen, aus dem Sinn.
Denn auch wenn ich größer wäre, wäre ich nie soooooo groß, dass ich ohne auf Möbel zu steigen oder durch die Betätigung des Hochhüpfen, den Sief/Dreck auf den Schränken sehe.

Ich bin dann mal wieder weg … oben putzen … echt Mist, wenn man neue Küchengeräte bekommt und dafür andere von der Arbeitsfläche weichen müssen …

Schöner wohnen …

… tun wir nicht.
Wir haben es uns im Rahmen unserer Möglichkeiten so gemütlich wie möglich gemacht. Unsere Einrichtung ist keinen Katalogen oder Schöner Wohnen-Heften entsprungen.
Ich habe schon immer sehr individuell und praktisch – heißt: ich kann alles allein wegtragen, eingerichtet gelebt.

Die Kücheneinrichtung, die diese Wohnung ziert, ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber durchaus ausreichend und funktional … zumindest habe ich ganz viel Arbeitsfläche und das ist fein. Der Stauraum lässt ein wenig zu wünschen übrig.
Damit mir nicht jedes Mal die hochgestapelten Gewürze aus dem kleinen zusätzlich angebrachten Hängeschrank entgegen fallen und ich dann undamenhaft fluchen muss, …

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hinten rechts oben, der Schrank ist gemeint 

… haben wir beschlossen noch einen zweiten schmalen Hängeschrank zu kaufen und mit viel Glück an der Wand zum Halten zu bringen (die Wände in dieser Wohnung sind von sehr unterschiedlicher Güte … manchmal findet der Dübel Halt, manchmal auch nicht … und die entsprechende Wand ist relativ dünn … der Gatte hat schon einmal von der anderen Seite, dem Badezimmer, durchgebohrt … und ich habe die Löcher wieder zugemacht).

Freitag , als der Gatte wieder einmal Freigang von der Arbeit hatten, machten wir uns auf den Weg. Unsere erste Anlaufstelle war Poco. Äh … ja … spannender Laden. Wir erstanden zwei Fische für die Badewanne, einen Rahmen für den Frosch und einen Gürtel für den Gatten. Der Gatte hat eine Leidenschaft für Gürtel … aber das tut hier nichts zur Sache, wollte nur kurz erwähnt werden. Einen passenden Hängeschrank fanden wir nicht. So verließen wir den Laden schranklos und total beschwingt … laut lachend. Denn das dortige Kassensystem hat uns beide sehr überrascht. Es stehen wie woanders auch richtige Menschen an der „Kasse“, die die Artikel scannen. Das Geld muss man dann aber an einem Kassenautomaten verfüttern, der einem die Scheine gierig aus der Hand reißt, sich aber etwas schwer mit den Münzen tut. Sowohl mit denen, die er zu sich nehmen soll, wie auch mit denen, die er von sich geben soll. Den Kassenbon bekommt man dann wieder von den Menschen an der „Kasse“. So ganz wollte uns das Prinzip nicht überzeugen, aber es war sehr erheiternd.
Danach machten wir uns auf den Weg zu Roller. Dort war es total unspannend, aber wir fanden einen Hängeschrank. Sogar einen richtig netten … hübschen Hängenschrank.

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… nichts großes (wäre auch gar kein Platz für :O)) ), aber für unsere Zwecke ausreichend.

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Weil sich der Schrank so gut aufbauen ließ und die Küche dadurch tatsächlich nicht nur an Stauraum gewonnen hat, habe ich am Samstagmorgen, während des Frühstücks, Online einen weiteren gekauft, den wir dann am Samstagabend, nachdem das Kaffeetrinken mit unserer Vermieterin beendet war (… und die Gute wollte und wollte nicht gehen …) abgeholt und gestern am heiligen Sonntag angebracht haben.

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Jetzt ist alles fein … eben unser schöner wohnen.

Shoppingsamstag mit dem Gatten

Damit ich endlich mit dem Nett und Freundlich-Wochenende (kurz NuF genannt) aufhöre, hat mir der Gatte heute einen Herzenswunsch erfüllt. Er hat mir einen neuen Mixer geschenkt.  Einen richtig großen, kräftigen, damit ich mich beim Brot backen nicht mehr so quälen muss.

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Zugegeben die Farbe ist nicht ganz meine. Ich hätte ihn lieber in Pink gehabt. Hatten sie aber nicht. Und ja,  er hat noch nicht den richtigen Platz gefunden. Noch steht er ein bisschen im Weg und der Zugang zur Küche ist etwas mühsam, aber er funktioniert ganz wunderbar … vielleicht ein bisschen laut. Das  Eiweiß-Möhrenbrot hat er auf jedenfalls gut zusammen gemixt.

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Hach! Ich freue mich über mein neues Küchengerät!

Der Gatte bemerkt gerade als er mir beim Bloggen über die Schulter schaute, dass ich waahnsinnig wäre … warum nur?