Die Zeit rennt …

… jedenfalls seit dem ich in der neuen Heimat angekommen bin.
Vorher, als es noch hieß die Zeit bis zur nächsten Fahrt für ein gemeinsames Wochenende mit Gatten zu überleben überbrücken, schlichen die Tage so dahin.

In eineinhalb Monaten sind wir endlich ein Jahr verheiratet. Dann habe ich Anspruch auf Witwenrente, zwar nur die kleine, aber Witwenrente. Darum habe ich den Kerl doch nur geheiratet. Damit ich fürs Alter ausgesorgt habe.
Ich werde ihn aber auch über den Stichtag hinaus weiterhin gut pflegen. Das hat er sich verdient. Außerdem will ich bei ihm kranken versichert werden und das Kind auch. Ja, wir sind eine Familie. Ich muss dem Kind ja nicht erzählen, dass es dann ein Stiefsohn ist. Ich kann dann aber ganz in Ruhe überlegen, womit ich dreifünfzig im Monat verdienen kann und will … umgekehrt klingt glaube ich besser … will und kann. Das nette Amt lasse ich dann hinter mir … uns. Den Gatten betrifft es irgendwie auch. Wenn auch nur indirekt, weil er unter meiner Stimmung oder besser nicht Stimmung leiden muss.
Heute Morgen hatte ich Stimmung und habe ihn mit einem fröhlichen Kaaaliinnnkaaaaa-Kalinka-Gesang aus dem Bett gejagt. Nicht schön, aber wirkungsvoll und so etwas kann ich nur mit Stimmung ohne Druck und Zwang.

Da der blöde Wasserhahn immer noch locker ist, weil kein passendes Werkzeug in diesem Haushalt zu finden war, mache ich mich jetzt auf den Weg ins nächste Bauhaus. Auf Grund der Großwetterlage – es liegt noch Schnee …

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… manchmal fegt sogar jemand den Bürgersteig …

…  und da hier immer gefährlich viele Rentner, die nichts mehr wirklich gut können, aber trotzdem wacker mit dem Auto unterwegs sind, lasse ich das Auto stehen und gehe ich lieber zu Fuß.
Sind nur drei Kilometer hin und drei zurück. Außerdem ist das Wetter schön. Kalt, aber ganz entzückend sonnig und da ich an keinen Karnevalsumzügen teilgenommen habe, muss ich mir anders Bewegung verschaffen.

Seufz … Klempner

Am vergangenen Freitagnachmittag war der Klempner da, der schon am Montag kommen sollen wollte, um die von der Vermieterin spendierten neuen Wasserhähne im Bad zu installieren. Am Montag konnte er nicht kommen sollen wollten, weil er Rücken hatte, was er dem Gatten pünktlich zehn Uhr, da war der Termin, via WhatsApp mitteilte. Freitag hatte er dann nicht mehr Rücken und war sogar pünktlich, was, wie sich später Dank Internetrecherche herausstellte, gar nicht so schwer war, weil er quasi ums Eck wohnt.
Relativ schnell schraubte er dann unter großem Stöhnen und Ächzen die Hähne an die Wand … ans Waschbecken, wies uns daraufhin, dass der Abfluss vom Waschbecken neu gemacht werden müsste und dass das ganz einfach wäre und verschwand dann recht schnell wieder unter Zurücklassung ziemlich hartnäckigen Dreckes auf dem Fußboden von seinen Arbeitsschuhen. Ansonsten alles fein …

Das Klempnern übernahm dann der Gatte am Samstag. Ich hätte ja, aber er wollte unbedingt. Arbeitswillige soll man nicht aufhalten und so ein Abfluss, selbst wenn es der eigene ist, muss nicht unbedingt sein. Außerdem musste ich Brownies backen für die Vermieterin und das kann ich besser als der Gatte.
Der Gatte ächzte und stöhnte beim Abfluss montieren und war nicht froh, weil er ihn nicht dicht bekam. Dieser kleine Fehler ließ sich dann aber flugs beheben, indem er die noch auf dem Schrank liegende Dichtung an die dafür vorgesehene Stelle einfügte. Fein. Abfluss dicht, Gatte Feierabend, Gattin kann Bad putzen.

Beim Bad putzen musste ich dann natürlich noch einmal kontrollieren, ob der Abfluss auch wirklich dicht ist. Eine optische Täuschung ließ mich daran zweifeln. Nach dem ich mich ausführlich davon überzeugt hatte, dass der Abfluss dicht ist, machte ich mich ans Putzen des Waschbeckens. Dabei stellten dann der immer wieder unters Waschbecken kuckende Kontrollfreak in mir fest: Hey! Das ist was nicht dicht! Und das nicht dichte kommt aus dem Bereich Frischwasser. Also nicht der Gatte, sondern der Klempner hatte geschlampt. Wenn man … also frau … also ich ordentlich putzt, läuft Wasser zwischen Hahn und Waschbecken und dann in den darunter befindlichen Unterschrank … wenn er da steht. Gerade stand er nicht da, weil noch nicht fertig geputzt war.
Dieses Problem lässt sich durch eine Dichtung oder eine andere angleichende Maßnahme beheben (ich bin nicht Klempner von Beruf, aber mein allererster Freund war Klempner und damit ich ihn überhaupt mal sehe, bin ich an den Wochenende häufig mit ihm mitgegangen und habe mitgeholfen … ja, ich kann auch löten … heiß und kalt, ich kann auch Regenrinnen und Dächer) und so lang man nicht dauernd putzt oder den Wasserhahn anders ständig von außen unter Wasser setzt, ist alles gut. So hat der Gatte dann via WhatsApp mit dem Klempner verabredet, dass er heute Nachmittag kommt (ich liebe solche genauen Verabredungen … kann frau ihr Leben super planen).

Um Viertel nach drei quengelte ich den Gatte über WhatsApp an, dass der Klempner immer noch nicht da ist. Woraufhin der Gatte meinte, der hätte sich gerade gemeldet und gefragt, ob jemand da ist. Ja, klar ist jemand da. Ich.
Kurz danach kam der Klempner, schraubte ein wenig herum, tauschte noch den kaputten Umsteller für den Stöpsel aus, schmierte wieder klebrigen Dreck auf den Boden und verschwand ganz schnell.

Kaum war er weg, begab ich mich ins Bad zum Aufräumen und die Sache kontrollieren begutachten. Was habe ich festgestellt? Na klar, jetzt ist der Hahn locker. Man kann ihn fröhlich in alle Richtungen drehen.
Nun habe ich keine Lust mehr auf den Mann. Hab erst mal das Bad geputzt und nun sitze ich hier und überlege mir, wie ich ohne das passende Werkzeug den Hahn festbekomme. Seufz!

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Da der Gatte heute früher kommt, was ich zwischendurch erfuhr, werde ich, weil ich erst mal bloggen musste, nicht fertig sein, wenn er kommt, aber die Bolognese kocht immerhin schon und außerdem schneit es schon wieder. Der andere Kram war fast schon wieder weg … blöder Winter! (schmollend imaginäres Steinchen wegschiess)