Angefressen …

… bin ich …genervt… mürbe. 

Wäre ich einer der gestern von mir gebackenen Kekse …

… oder Vanillekipferl …

… wären das super Eigenschaften. Da ich aber weder das eine noch das andere, geschweige denn ein leckerer Panettone …

Hier muss es einfach eine Bildserie sein, damit man endlich mal sagen kann: Was bist du groß geworden!

… bin, fühlt es sich nicht so toll an. Zieht mich ein wenig herunter. 

Die Ungemächer dieser Woche begannen schon am Ende der letzten Woche. Am Sonntagabend, um genau zu sein, als ich nach dem Laden meinen doch noch ziemlich neuen Ebook-Reader einschalten wollte, dieser das aber verweigerte.
Obwohl wir uns beide, der Gatte und ich, um ihn bemühten, waren ihm keine Buchstaben mehr zu entlocken. 
Blöd, aber nicht zu ändern, also nicht lange ärgern und so habe ich Sonntagabend den Entschluss gefasst mich am Montagmorgen in die Bahn zu setzen, nach Hamburg zu fahren und das Ding umzutauschen. Und wenn ich schon in Hamburg bin und bereits Geld für eine Fahrkarte ausgegeben habe, kann ich auch noch zur Großen Elbstraße fahren und dort im Frische Paradies ein paar Köstlichkeiten (mir schwebten ein paar Venusmuscheln vor, damit ich Spaghetti Vongole machen kann) erstehen. So weit der Plan.

Der Montagmorgen kam.

Ich hatte keine Lust und war müde, weil ich schlecht geschlafen hatte.

Es goß wie aus Eimern. 

Als der Gatte sich auf den Weg zur Arbeit machte, stellte der Regen seine Tätigkeit ein. Fein. Das machte mir Hoffnung und so machte ich mich fertig und um kurz nach zehn auf den Weg. 

Ich war gerade aus dem Haus, da fing es an zu nieseln. Ich war gerade in die nächste Straße eingebogen, da schüttete es wie aus Badewannen. Trotz Schirm war ich, als ich am Bahnhof ankam, ziemlich nass. Ganz besonders meine Tasche. An sich nicht so schlimm, aber beim Mitführen elektronischer Geräte, selbst wenn sie defekt sind, ist das nicht so hübsch.

Wetter bedingt änderte ich meine Strategie und beschloss eine Station früher auszusteigen und mich vom Bus bis fast vor die Ladentür fahren zu lassen. Normalerweise wäre ich eine Station weitergefahren und dann zu Fuß gegangen, aber bei Regen waren mir die knappen zwei Kilometer zu viel. 

Der Zug fuhr pünktlich und ich hätte bequem in den Bus umsteigen können. Leider hatten sie die Bushaltestelle verlegt und bis ich herausgefunden hatte wohin, fuhr mir der Bus vor der Nase weg. Naja, kann vorkommen …

Im Laden ging der Ebook-Reader dann plötzlich wieder, nachdem der fremde Mann laaaaaaaaaaaaange auf den Einschaltknopf gedrückt hatte (hatten der Gatte und ich natürlich auch versucht). Also wollte er ihn mir natürlich nicht umtauschen … obwohl er eindeutig einen Knall hatte – der Reader, nicht der fremde Mann…der vielleicht auch, aber das weiß ich nicht. Ich verließ schmollend den Laden.

Auf dem Fußmarsch, es hatte inzwischen aufgehört zu regnen, zum in der Nähe befindlichen Einkaufszentrums, in dem ich mir erhoffte Muscheln erstehen und mir so einen weiteren Weg ersparen zu können, überlegte ich mir, dass ich ja nun, da der Reader wieder ging, meine Daten herunterziehen…ihn in der Lieferzustand zurücksetzen und dann von meinem 30tägigem Rückgaberecht Gebrauch machen könnte. 

Im Einkaufszentrum fand ich keine Muscheln und auch kein ruhiges Plätzchen, um den Reader zurücksetzen zu können. Stattdessen setzte ich mich in die U-Bahn und fuhr zum Hauptbahnhof, um dort in die S-Bahn zu steigen und Richtung Hafen zu fahren. Unterwegs setzte ich den Reader zurück.

Am Hauptbahnhof war alles seltsam, weil es eine Stellwerksstörung gab und die S-Bahnen nur unregelmäßig und manche von anderen Gleisen fuhren. Ich hatte Glück und ergatterte eine S-Bahn, die zeitnah in die richtige Richtung fahren sollte. 

Tat sie auch. Zwar sehr langsam, aber irgendwann hatten wir die erste Station, die bis zum Jungfernstieg, geschafft. Dort standen wir. Und standen wir und standen wir. Dann sagte eine freundliche Stimme, dass es eine Störung am Zug geben würde und es sein kann, das gleich das Licht ausgeht und sich die Türen schließen. Dass das aber gar nicht schlimm sei und wir uns nicht sorgen müssten. Sie fahren nur den Zug herunter und wieder hoch. 

Das Licht ging aus, die Türen schlossen sich.
Es dauert ziemlich lange bis so ein Zug runter- und wieder hochgefahren ist. Die Atmosphäre in einem dunklen, verschlossenen, mit vielen Menschen vollgestopften Zug ist etwas seltsam. Hier und da hörte man leichte Schnappatmung.
Irgendwann ging das Licht wieder an und dann sogar die Türen wieder auf. Immerhin etwas, aber mehr geschah erstmal nicht. Dann schlossen sich die Türen und es wollte Erleichterung aufkommen, weil alle dachten es geht weiter. Aber nein, die Türen öffneten sich wieder und die freundliche Stimme teilte uns mit, dass wir immer noch eine Zugstörung hätten und sich die Weiterfahrt auf unbekannte Zeit verzögert.

Das war der Moment in dem ich beschloss keine Muscheln mehr zu wollen, die S-Bahn verließ, in die U-Bahn umstieg und wieder zurückfuhr.  

Ich gab den Ebook-Reader zurück und wunderte mich auf dem Weg zur Kasse nur ein bisschen darüber, dass ich nur am Tage der Ausstellung des Rückgabescheines mein Geld wiederbekommen würde. Anderenfalls würde es verfallen. Seltsames Gebaren, aber ich wollte mein Geld eh gleich und sofort.

Ich machte mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Hätten sie die Bushaltestelle nicht verlegt, wären nicht so viele Ampeln auf dem Weg dorthin so lange rot gewesen, hätte ich meinen Bus erwischt. So fuhr er mir direkt vor der Nase weg. Inzwischen regnete es auch schon wieder heftig.

Ein anderer Bus kam, nahm mich mit und unterwegs stellte ich erfreut fest, dass ich nur knapp zehn Minuten auf die Bahn, die mich dann nach Hause bringt, warten müsste. 

Vom Bus ausgespuckt, schleppte ich mich die steile Treppe zum Bahnsteig hoch und wurde dabei immer langsamer, weil ich die Laufschrift lesen musste und nicht glauben wollte, was da stand: Zug RB81 nach Bargteheide Abfahrt 13:21 Uhr fällt heute aus. Grund – Störung an einem anderen Zug. 
Das war meiner … wäre meiner gewesen.

So verbrachte ich gemütlich 50 Minuten, der folgende Zug hatte natürlich auch Verspätung, auf einem feuchten, zugigem Bahnhof. Selbst bei 11° ist es irgendwann verdammt kalt. 

Endlich in Ahrensburg angekommen, führte mich mein Weg schnurstracks in den dortigen Buchladen, um einen neuen neuen Ebook-Reader zu erstehen. Dieser Buchladen und der Gatte sind überhaupt nur schuld, dass ich einen neuen Reader habe. 
Ich hatte nämlich während unseres literarischen Abends beschlossen ab jetzt den örtlichen Buchhandel zu unterstützen und da das mit meinem alten Reader (ein Kindle) nicht geht, hatte ich beschlossen wieder Bücher zu kaufen. Obwohl ich das eigentlich blöd finde … aus vielerlei Gründen. Der Gatte meinte dann aber, dass ich mir einen passenden neuen kaufen soll. 

Mit dem neuen Reader beladen, kaufte ich noch ein paar Lebensmittel ein, schleppe uns alle nach Hause und war froh dort wieder gelandet zu sein. Da war es kurz vor drei.

Erstaunlich was man alles in knapp fünf Stunden erleben und womit man seine Zeit verbringen kann. 

Aber es hat sich gelohnt, weil ich den neuen total gerne mag. Er ist kleiner als der andere …

... links der neu, rechts der alte …

 … ohne Schutzhülle passt er in die Gesäßtasche einer Herrenjeans, die der Damen sind leider immer viel kleiner, aber seine reine Lesefläche ist sogar einen Hauch größer und er ist leichter … wesentlich leichter – ein Fliegengewicht …

Die Bedienung des Teils ist so super, dass selbst ich jetzt auf dem Rücken liegend mit einer Hand ein Buch lesen kann. Konnte ich bisher nie. 

Und weil ich ihn so lieb habe, habe ich ihm diese Woche das schon angedachte Mäntelchen genäht … und weil ich gerade dabei war und zu viel Material hatte, hat das smarte Phone auch einen Wintermantel bekommen … 

Ja, im Ansatz etwas schlampig, aber dafür gefüttert … 

… innen Filz, außen Kork.
Wie schon geschrieben – etwas schlampig in der Verarbeitung, aber für einen Prototyp nicht schlecht. Man muss ja auch erstmal sehen, wie sich die Materialien verhalten. 

Ich sollte öfter bloggen. Dann müsste ich nicht so lange langweilige Geschichten erzählen. 

Es ist auch nicht so, dass in der restlichen Woche nichts mehr passiert ist. Ich könnte von noch mehr Mühsal berichten, die meine Depression füttert und mich ein wenig schlaff…lustlos in den Seilen hängen lässt, aber der mir zu geteilte Putzdienst ruft … „Hallo Pia! Wo bleibst du denn?“

„jaja, ich komm ja schon. Hab nur schnell gebloggt …“ – was versteht der Dreck schon von schnell …

Berlin, Berlin …

… nein, wir fahren ausnahmsweise mal nicht nach Berlin. Wir fahren die Schwester und den Schwager des Gatten in der Nähe von Bad Kissingen besuchen.

Da meine Schwägerin an einer Glutenunverträglichkeit leidet und immer klagt, dass es so schwer ist Brot, Kuchen und Gebäck für sie zu bekommen, habe ich mich heute in die Küche gestellt und ihr glutenfreie Kekse gebastelt.
Es war gar nicht so einfach einen Teig herzustellen, der sich halbwegs vernünftig verarbeiten lässt. Durch das fehlende Klebereiweiß wird der Teig sehr weich und wenn man sich an den Mengen orientiert, die man für „normale“ Kekse nimmt, wird der Teig zu flüssig (das merkt man aber erst, wenn man so weit ist … ich jedenfalls) 
Nach längerem hin und her mengelieren  – „… ach, nehm ich doch noch ein bisschen Buchweizen … nee, reicht noch nicht, dann doch noch ein wenig Maisstärke dazu … usw … ah, jetzt vielleicht doch noch etwas Zucker, Vanille und einen Hauch Tonkabohne für den Geschmack, der unterwegs verloren gegangen ist … usw …“ – ist es mir dann doch noch gelungen einen halbwegs vernünftigen Teig zu produzieren.

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Geschmacklich haben uns die Keksdinger überzeugt. Lecker, richtig schön knusprig, aber trotzdem ganz zart.
Der Gatte hat mit großer Freude beim Keks stempeln geholfen. Wir haben nämlich seit neuestem eine italienische Gebäckpresse. Das Ding ist echt toll … und wenn man Männer das technische Wunderwerk erklärt, klappt es sogar mit dem Keks stempeln.

Nun habe ich die Dinger ins Glas gestopft, eine Art Pompon aus Naturbastgeschenkband gebastelt und fertig ist das Gastgeschenk

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