Zu doof für diese Welt

Um diese einfache Tatsache zu erklären, muss ich leider etwas weiter ausholen und eine lange langweilige Geschichte daraus machen. Sonst versteht es keiner.

Ende letzten Jahres kündigte der Gatte Teile seines Sky-Abos. Anlass für diesen Schritt war mein andauerndes Herumgemaule, dass wir zwar elfundneunzig und mehr Sender haben, es dort aber doch nichts Brauchbares gibt und wir sowieso nichts davon kuckt. Frei nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Mann, hat der Gatte daraufhin Teile seines Abos gekündigt (… das Lotto spielen habe ich ihm auch schon vermiest).
Die Skys waren sogar sehr nett und entgegenkommend, sodass sich alles schneller auflöste als gedacht. Keine Sorge – Sky-Bundesliga gibt es immer noch und der Gatte und ich können Samstag gemeinsam Fußball kucken … für mich die allerbeste Möglichkeit für ein Schläfchen, sofern der Gatte mir nicht zuvorkommt und ich wegen seines Schnarchens nicht in den Schlaf komme oder wieder aus selbigen gerissen werde … 

Die abgemeldeten Aboteile vermissten wir von Anfang an nicht. Was wir irgendwann vermissten, war die Fernsehzeitung, die sich einige Zeit später nicht mehr im Briefkasten einfand, diesen nicht mehr verstopfte und augenscheinlich an einen der abgemeldeten Aboteile gekoppelt war. Eigentlich vermisste sie nur der Gatte. Ich lebe … lebte jahrelang ohne Fernsehzeitung.
Naja, an sich ist das Beschaffen einer Fernsehzeitung nicht so schwer. In einen Kiosk gehen, Zeitung aussuchen und nehmen, bezahlen und nach Hause tragen. Simpler Vorgang. Wenn da nicht die zeitliche Bindung wäre. Plötzlich ist es Freitag, die alte Fernsehzeitung ist alle und an eine neue hat keiner gedacht. Oder zu spät und die gewünschte ist nicht mehr erhältlich.
Diese Unbilden haben uns dazu bewogen eine Fernsehzeitung abonnieren zu wollen. Auf ganz wundersameweise (war es Zufall oder gar Berechnung … muhaha) war in der zu der Zeit aktuellen Fernsehzeitung so ein Schnipsel … die Möglichkeit aus einer Viertelseite durch aus- und abschneiden einen Schnipsel zu machen, den man einsenden und somit  eine Fernsehzeitung abonnieren konnten. Sogar mit der Möglichkeit einer Werbeprämie gekoppelt ohne, dass man selbst Kunde sein muss. Das fanden wir prima. Folglich habe ich den Gatten für ein Fersehzeitungsabo geworben und habe eine Prämie in Form eines Wertgutscheins kassiert.
So weit so gut und noch besser war, dass ich dieses Mal nicht alles allein ausfüllen musste. Sonst muss ich immer schreiben (angeblich habe ich die bessere Sauklaue), aber in diesem Fall hätte es blöd ausgesehen.

Eine Fernsehzeitung abonnieren ist aber nichts für Ungeduldige. Wir warteten drei Wochen, hörten nichts … beziehungsweise bekamen weder eine Zeitung, noch ein Prämie. Nach Woche vier ohne jegliche Antwort von den Zeitungsmenschen beschlossen wir keine Zeitung mehr zu wollen. Jedenfalls nicht als Abo, sondern wollten lieber unsere Fähigkeiten einer regelmäßigen und rechtzeitigen Zeitungsjagd trainieren.

Letzten Donnerstag staunte ich nicht schlecht. Denn ich hatte eine Mail von den Zeitungsmenschen im Postfach, in der sie mir mitteilten, das sie sich freuen, dass ich jemanden geworben habe und dass ich mir nun meine Prämie verdient habe. Außerdem war auf der Mail ein Link zu der Seite zu finden, auf der ich mir die entsprechenden Gutscheine aussuchen kann. Dort erwies es sich aber als so unübersichtlich, dass ich mich mit dem Aussuchen vertagt habe, weil ich den Kopf mit anderen Dingen voll hatte.
Am Freitagmorgen nahm ich die Sache dann richtig in Angriff und hatte mich nach kurzer Zeit und für meine Verhältnisse wenig Hin und Her, wie es sonst immer der Fall ist, wenn ich zu viel Auswahl habe, für Tchibo-Gutscheine entschieden. Tchibo weil ich gerade auf dem Kaffeetrip bin und weil Tchibo immer wieder Dinge hat, die man nicht brauchte, bevor man sie dort sah und eines besseren belehrt wurde. Als ich mit meiner Bestellung der Gutscheine fertig war, teilte man mir mit, dass mir die Gutscheine von Tchibo als PDF per Mail geschickt werden.

Bis heute starrte ich jeden Tag in mein Postfach und hoffte auf eine Mail von Tchibo, konnte aber keine Mail mit meinen Gutscheinen entdecken. Ja, ich weiß, ich bin nicht alleine auf der Welt. Andere wollen auch Gutscheine, aber ich bin ungeduldig und es kann doch nicht so lange dauern ein paar vorgefertigte Gutscheine rauszuschicken. Sollte in Zeiten, in denen ganz viel automatisiert ist … dieser Vorgang auch … ganz schnell gehen.
Vorhin schaute ich mir die Mail, in der mir die Zeitungsmenschen die Einlösung meines Wertgutscheins bestätigt hatten, noch einmal an, weil ich dachte, dass ich etwas falsch verstanden hätte.
Nee, ich hatte nichts falsch verstanden. Ich hatte nur meine vier Gutschein, besser gesagt die Links zu meinen vier Gutscheinen überlesen.

Ich hatte seit Tagen die Gutscheine in meinem Postfach und hätte schon völlig sinn- und haltlos shoppen gehen können!

Ich bin echt zu doof für diese Welt!

Jetzt nehme ich meinen Teig, den ich zur Gesellschaft mit in meine Zimmer genommen habe und gehe weiter backen …

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… bevor das zukünftige Toastbrot entkommt.

… das Toastbrot sagt:

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„Hör auf Korrektur zu lesen! Schenk den Menschen alle Rechtschreib-, Grammatik- und sonstigen Fehler! Kümmere dich um mich! ZackZack!!!“

Ausflug nach Lübeck „gewonnen“

 

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Obwohl ich damit gerechnet hatte, weil sie immer etwas finden, was dann doch nicht da ist … bisher zum Glück jedenfalls, traf es mich gestern hart, als ich den Brief auf dem Weg zum Einkaufen aus dem Kasten zog. So hart und angstbesetzt, dass ich statt nur Flohsamenschalen und Kokosöl fürs lebensverändernde Brot zu kaufen, frustshoppen musste. Hilft zwar nicht wirklich, aber schafft kurzfristig Ablenkung.
Beim Gatten hatte ich von unterwegs per WhatsApp einen Antrag auf Frustshoppen gestellt, nachdem ich mich entschlossen hatte, es ihm gleich zu erzählen und ihm die Sorgen nicht zu ersparen (Wie auch? Wie soll ich zum Beispiel erklären wo ich Dienstagmorgen in aller Frühe hin enteile? Oder wie oder besser womit soll ich erklären, dass ich ein wenig gedankenverloren, in mich gekehrt, unwirsch … mehr als sonst … bin?).
Der Antrag wurde umgehend bewilligt und so konnte ich das Objekt meiner Begierde …

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Das war das Bewerbungsfoto für den Gatten

… aus dem Laden befreien.  

Jaja, ich bin schon genial … ich habe einen Shopper frustgeshoppt … lachgroehl … ähmmm … ja … auf jeden Fall habe ich jetzt jemanden … etwas, das mich am Dienstag nach Lübeck (ich finde Lübeck so doof … so hässlich) begleitet. Quasi ein Frustkauf als Langzeittherapiemittel oder so ähnlich.
Ausnehmend hübsch macht sich der Shopper auf meinerm Blümchenfußmatteteppich …

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… wenn man dann noch das Innere …

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… nach außen kramt …

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… hat man sogar zwei Taschen …

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… die sich als wahre Raumwunder erweisen. Das Material, irgend so ein Kunstkram, ist ganz wunderbar weich und angenehm im Griff, dass man es fast für feinstes Leder halten könnte. Zur Not taugt die Tasche dadurch auch als Kuschelkissen.
Ich kann am Dienstag ohne weiteres den halben Hausstand inklusive Strickzeug und Kamera mitnehmen. Den Blümchenteppich lass ich aber, obwohl er wirklich gut zur Tasche passt, zu Hause.

Neben diesem Frustkauf erstand ich aber auch noch köstlich duftenden Kaffee, da ganz frisch extra für mich und meine French Press gemahlen und gemahlene  Flohsamenschalen, geruchsneutral … vielleicht weil nicht frisch für mich gemahlen, sondern einfach so gemahlen, aus denen ich gestern, nachdem ich sie noch mit einigen anderen Zutaten verbunden oder die anderen Zutaten durch sie verbunden hatte, noch dieses Brot buk …

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Das Bild entstand heute Morgen in der zunehmenden Morgensonne. Dafür das man die Zutaten einfach nur zusammenrührt, dann das Gebrösel in Form drückt, in die Ecke stellt und Stunden einfach sich selbst zum Quellen überlässt (ich quellen auch immer selbstständig und ganz nebenbei auf), um es dann doch recht lange Zeit im Ofen verschwinden zu lassen, ist es wirklich hübsch geworden.

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Es ist nicht nur hübsch, es schmeckt auch noch und riechen tut es auch gut.

Bevor ich das Brot in den Ofen stopfen konnte, musste aber erst noch die Pizza aus dem Ofen entfernt und auf den Teller verfrachtet werden …

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… Pizza mit Tomaten, Schafskäse, Speck auf einem Zucchiniboden. Wirklich köstlich!

An sich bin ich resistent …

… gegenüber Werbung.

Entweder bin ich zu blöd die Werbung zu verstehen oder ich habe, wenn ich in einem Laden ankomme, schon wieder vergessen, dass mir die Werbung empfohlen hat ein  bestimmtes Produkt zu brauchen.

Manchmal erwischen sie mich dann aber doch und so kaufte ich neulich in der Apotheke für viel Geld Wimperntusche …

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… die die Wimpern schön lang und schön schwarz machen soll. Und das über längere Zeit angewandt sogar dann, wenn die Wimpern nicht getuscht sind.

Mmmmh? … alles, was zu Zeitersparnis vor dem Spiegel führen kann, macht mich total neugierig.
Mmmmh? … ganz glücklich macht sie mich nicht, weil sie nicht so wasserfest ist, wie ich es gewohnt bin und wie ich es mir wünsche, weil meine Augen relativ viel und schnell tränen … von ganz alleine ohne viele innere und äußere Qualen.
Ich laufe nicht gerne mit Waschbärenaugen, im Gegensatz zu mir, steht ihnen das Schwarz um die Augen, durchs Leben.
MmmmH? … aber nach drei Wochen bin ich geneigt mir einbilden zu wollen, dass meine Wimpern tatsächlich auch ungetuscht länger und schwärzer sind fast so wie in meiner Jugend- und Maienblüte … (hier stelle man nicht böses Gelächter als Hintergrunduntermalung vor)

Mmmmh? … was soll uns das jetzt sagen? Keine Ahnung! Ich werde darüber nachdenken, während ich Flohsamenschalen kaufen gehe, damit ich dieses Brot backen kann … das ist keine Werbung, das ist eine Empfehlung, ein Tipp … das ist ganz etwas anderes.

Das Ergebnis des großen Backens

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Die Muffins kamen farblich relativ neutral aussehend aus dem Backofen. Was ich persönlich, da klar war, dass sich die lila Farbe nicht halten wird, sehr begrüße.
Im Inneren sind sie noch ziemlich lila. Die Konsistenz ist etwas zweifelhaft, weil die Muffins durch den vielen, anscheinend auch nicht versiegen wollenden Heidelbeersaft, sehr saftig sind. Saftig, wenn man es freundlich ausdrückt. Sehr feucht, sehr knitschig, sehr matschig, muss man schreiben, wenn man ehrlich ist. Längeres Backen und einmaliges Nachbacken, weil der probierte Testmuffin selbst nach 50 Minuten immer noch sehr, sehr teigig war … insgesamt waren sie über eine Stunde im Ofen … haben ihnen wenigstens annähernd ein stabiles Inneres verliehen. Wenn man jetzt noch ein bisschen Puderzucker darüber stäubt, kann man bestimmt der ziemlich heftigen Säure der Heidelbeeren entgegenwirken.
Man(n) kann und wird sie sicherlich essen, aber in der Zusammenstellung werde ich sie bestimmt nicht nochmal backen.

Die beiden Toastbrote von gestern sind dagegen gelungen …

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… da ich dieses Mal Trockenhefe verwendet habe, hatten sie nicht die Kraft die Deckel zu heben. Ich hätte mir also die angehäufelte Bildung fürs Toastbrot sparen können.

Mit Hilfe des neuen Allesschneider haben wir ganz wundervolle Toastscheiben …

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Die sehen nicht nur gut aus, die schmecken auch …

… die früher von mir grob mit dem Messer geschnittenen Scheiben haben aber auch immer geschmeckt. Beim letzten Mal Toast mit dem Brotmesser schneiden war ich wohl ein wenig in Eile oder im Ansatz lustlos. Die Scheiben waren zum Teil so dick, dass sie kaum in den Schlitz des Toasters passten :O))

Shoppingsamstag mit dem Gatten

Damit ich endlich mit dem Nett und Freundlich-Wochenende (kurz NuF genannt) aufhöre, hat mir der Gatte heute einen Herzenswunsch erfüllt. Er hat mir einen neuen Mixer geschenkt.  Einen richtig großen, kräftigen, damit ich mich beim Brot backen nicht mehr so quälen muss.

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Zugegeben die Farbe ist nicht ganz meine. Ich hätte ihn lieber in Pink gehabt. Hatten sie aber nicht. Und ja,  er hat noch nicht den richtigen Platz gefunden. Noch steht er ein bisschen im Weg und der Zugang zur Küche ist etwas mühsam, aber er funktioniert ganz wunderbar … vielleicht ein bisschen laut. Das  Eiweiß-Möhrenbrot hat er auf jedenfalls gut zusammen gemixt.

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Hach! Ich freue mich über mein neues Küchengerät!

Der Gatte bemerkt gerade als er mir beim Bloggen über die Schulter schaute, dass ich waahnsinnig wäre … warum nur?