Gestern um 17:49 Uhr …

… hat eine Mail mit einer Bewerbung mein Postfach verlassen.

Gestern Abend um 20:34 Uhr spielte mein smartes Phone seine smarte Melodie und der Mann von dieser Bewerbung war am anderen Ende der Leitung … des smarten Phones.

Heute um 13:00 Uhr habe ich ein Vorstellungsgespräch bei ihm/mit ihm.

Jetzt sitze ich hier und einige mich mit mir welche Vorstellung ich von der Höhe der Vergütung habe und was ich anziehen soll.

Ich werde mich nicht verkleiden und so gehen, wie ich immer rumlaufe. Also auch meine Schuhe mit den unterschiedlichen Schnürsenkeln … ein quietschgrüner und ein freundlicher grauer … anziehen. Bringt vielleicht Glück. Ich weiß noch nicht in welche Richtung sich in diesem Fall das Glück bewegt, aber im Zweifel ist es gut so, wie es wird.

Abends werden die Faulen …

… fleißig. So oder so ähnlich könnte ich den gestrigen Tag beschreiben.

Nachdem ich mich den ganzen Tag erfolgreich mit Haushaltskram, Gardinen nähen, waschen, aufhängen und diversem anderem Kleinkram von der Lebenslaufüberarbeitung und dem Schreiben einer Bewerbung abgehalten habe, habe ich mich dann gestern Abend zur allerbesten Primetime, weil es nichts für mich in der Glotze gab, an Paula gesetzt und tatsächlich einen Lebenslauf und eine Bewerbung zu Stande gebracht. Um kurz nach elf war ich mit allem fertig (da hatte selbst der Gatte schon Feierabend und saß entspannt auf dem Sofa).
Jetzt liegt das Papierzeug fertig eingetütet im Flur und wartet darauf, dass wir es gleich mitnehmen, wenn wir einkaufen gehen.

Das war gestern Abend ein ziemlich gutes Gefühl als ich ins Bett ging. Es hat nichts gedrückt. Alles was ich tun wollte und sollte, hatte ich erledigt. Besser geschlafen habe ich trotzdem nicht. Findet sich ja immer etwas worüber man sich ich mir Gedanken machen kann/muss und selbst wenn es nichts mehr zu denken gibt, kann ich trotzdem nicht schlafen. Dann wird die schlaflose Nacht immer besonders schrecklich, wenn ich schon alles gedacht habe. Dann setzt die große nächtlich Langeweile ein.

Ich gebe jetzt den Logenplatz in meinem Zimmer mit Blick nach draußen auf den Balkon und die Birken auf. Überlasse die acht Raben, die im Dunst auf den kahlen Ästen der Birken sitzen ihrem Schicksal und begebe mich auf die Lebensmitteljagd.