Ein goldener Oktobertag

Wirklich hübsch anzusehen. Balsam fürs Gemüt.

Weiterer Balsam und außerdem ein großes Vergnügen und Glück:

Mein Kind wird richtig erwachsen! 😍

Und er lässt mich großzügig daran teilhaben …

… trotz oder vielleicht auch gerade wegen der 300 Kilometer, die zwischen uns liegen.

Früher …

… in der Schule wollten sie meine Entschuldigung, dass eine Kuh auf den Gleisen gestanden hätte, nie akzeptieren. Warum nur? Denn heute hätte diese Entschuldigung der Wahrheit entsprochen.
Weil Rinder ausgebrochen und auf die Gleise gelaufen waren, aber keine Lust hatten sich einfangen oder zurücktreiben zu lassen, wurde heute Morgen der Zugverkehr auf der Strecke von Hamburg nach Lübeck und umgekehrt unterbrochen. Nix ging mehr.
Der Gatte, den ich so mühevoll aus dem Haus gewinkt hatte, kam wieder und holte sich das Auto, um pünktlich zur Arbeit zu kommen.
Das Kind und ich stiegen auf die U-Bahn um, damit wir pünktlich seinen Zug nach Berlin erreichen konnten.  Mussten aber viel zu früh los, weil auf der Strecke seit Samstag zwischen zwei Bahnhöfen Schienenersatzverkehr eingerichtet ist, da eine neue Haltestelle gebaut wird. Außerdem fahren die Züge, die sowieso nur alle halbe Stunde, nee, falsch – im Berufsverkehr alle 20 Minuten fahren, nur noch einmal in der Stunde das Reststück bis zu uns, bzw. von uns fahren.
So viel zu der früher müde belächelten Ausrede – Es stand ’ne Kuh auf den Gleisen. Heute hätte es gestimmt, wenn wir irgendwo zu spät gekommen wären.

Jetzt sitze ich hier völlig unentschuldigt, nach sechs schönen Tagen mit meinem Kind mutterseelenallein … der Gatte hat es vorgezogen an seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub gleich ein paar Überstunden zu machen … auf dem Sofa und genieße ein bisschen das Alleinsein.
Vielleicht schaffe ich heute auch noch das wohl hässlichste Sockenpaar, das ich je gestrickt habe …

IMG_20181001_192648

… als ich das letzte Mal in Berlin war, drückte mir meine Mutter mit den Worten: „Hier! Strick mal zu Ende!! Ich schaff das nicht mehr.“ eine angefangene Socke in die Hand. Nun sitze ich hier und versuche meine Strickerei der von meine Mutter anzupassen, weil ich mich geweigert habe, alles wieder aufzutrennen und neu zu stricken. Im Grunde passen diese Socken an keine Füße mit der eigentlich angestrebten Größe 38, aber meine Mutters Wäschetrockner wird schon richten. Damit schrumpft sie immer ihre Socken … und alles andere.

Verreisen ist doof, …

… weil man vorher Koffer packen muss.

Ich hasse Koffer packen. Koffer packen heißt, dass ich heute schon wissen muss … entscheiden muss, was ich in zwei oder drei oder gar noch mehr Tagen anziehen will … bzw. dann nach Entscheidungsfindung zwangsläufig anziehen muss.
Eigentlich bin ich in der Richtung nicht so anspruchsvoll. Im Allgemeinen ziehe ich mich morgens an und abends wieder aus. Ganz selten, zu ganz besonderen Anlässen kommt es vor, dass ich mich im Laufe des Tages nochmal umziehe (gut, manchmal…des Öfteren ziehe ich mich auch um, weil ich mich hemmungslos rettungslos bekleckert habe). Aber auch wenn ich in der Beziehung pflegeleicht bin, stehe ich hin und wieder vor meinem Kleiderschrank und weiß nicht, was ich anziehen soll. Das heißt nicht, dass ich nichts zum Anziehen habe. Das würde ich auch nie behaupten und die magischen Worte „Ich habe nichts anzuziehen“ kamen noch nie über meinen Lippen. Ich habe genügend anzuziehen, aber manchmal ist die Entscheidung über das Was schwierig.

Wenn ich verreise, muss ich mir beim Klamotten packen so viele Gedanken machen, weil ich mit möglichst wenig alles abdecken möchte. Ich muss das Wetter, die möglichen Aktivitäten, die Umgebung und den Umgang berücksichtigen. Ich muss so unsinnige Dinge tun, wie eine Bluse bügeln, die ich dann in den Koffer lege und am Ende doch wieder faltig aus diesem herausnehme … ja, die Falten sind eindeutig andere als vorher, aber im Grunde ist es doch wurscht, ob Waschfalten oder Ich-lag-im-Koffer-und-wurde-von-A-nach-B-kutschiert-Falten.
Ich muss mich für Schuhe entscheiden. Ich muss Unterhosen, BHs und Socken in der richtigen Menge abzählen und versuchen, daran zu denken, die die am meisten rutschen … trifft auf sowohl als auch und überhaupt zu … zu Hause zu lassen.

Wenn ich all das hinter mich gebracht habe, muss ich im Badezimmer das Ersatzteillager einpacken und mich jedes Mal wieder ärgern, was ich alles brauche oder zu meinen brauche. In Windeseile ist der Kulturbeutel voll … quillt über. Und das obwohl ich behaupten würde, dass ich nicht wirklich viel Krams brauche. Aber es kommt schnell einiges zusammen … Shampoo, Duschgel, Reinigungsmilch, Tagescreme, Nachtcreme (ja, für ein paar Tage würde es auch mit einer Creme gehen, aber Frau Rosacea sieht das gern anders, besonders wenn ich nicht beide mitgenommen habe) Deo, Bodylotion, Zeugens für die Möglichkeit eine Frisur entstehen zu lassen, Zahnbürste, Zahnpasta, Bürste (vergesse ich gerne, Haare kämmen wird sowieso vollkommen überbewertet), Nagelschere, Nagelfeile, Handcreme, Pflaster … Meterware, besonders wenn man neue Schuhe mitnimmt, Brillenputztücher – viele, meine Brille ist ständig dreckig und der Gatte mag auch welche abhaben. Ich glaube, das war es. Ich sag ja, die Tasche quillt über.
Wesentlich übersichtlich gestaltet sich das Schminktäschchen – Puder, Wimperntusche, fertig!

Und weil ich heute schon ganz tapfer war und diese schweren Dinge des Lebens hinter mich gebracht habe, sind wir jetzt auch schon auf der Autobahn und haben die ersten 150 200 (ich habe zwischendurch nochmal Korrektur gelesen, mit dem Kind telefoniert und den Gatten beschimpft ;O) ) von 483 Kilometer geschafft.
Gerade fährt der Gatte ganz doof und ruckelt und schuckelt mich ordentlich durcheinander (darum hatte ich geschimpft). Es staut sich wegen einer Baustelle. Nein, wir stehen nicht. Das würde nicht so ruckeln. Es ist dieses ewige Gas geben und dann doch wieder bremsen, weil … weil … weil es aus welchen Gründen auch immer, keiner weiß es genau, doch nicht weitergeht, obwohl es gerade noch ging.

Ich versuche jetzt mal mir einen Hotspot zu bauen, damit ich Paula, das ist mein Notebook, über mein smartes Phone mit dem Internet verbinden kann, um diesen Beitrag online zu stellen.