„Gehe los und tue Gutes, …

… du warst heute noch nicht aktiv genug!“, sprach meine Fit-App zu mir.

Ich tat wie geheißen, ging raus und tat Gutes …

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… also bin ich nicht schuld an diesem Wollberg.

Ein weiterer Grund für meine Schuldlosigkeit ist der Gatte, der mich schon lange drängte in den Wollladen zu gehen, der genau am Tag unserer Hochzeit seine Tür zum ersten Mal für die Kundschaft öffnete. Ich habe ihm die ganze Zeit gesagt, dass das nicht gut ist.

Eigentlich wollte ich nur ein Knäuel für mich. Ja, ich kann auch egoistisch, aber als mir das aufstieß, musste noch eins für den Gatten mit. Dann schrien die beiden bunten Strømpegarns aus Dänemark, dass wir noch nie das Vergnügen miteinander hatten und sie mitwollen. Ganz zum Schluss fiel mir die Nichte und ihr Geburtstag und die Socken, die ich ihr seit gefühlten Urzeiten jedes Jahr zum Geburtstag stricke, ein. Mit Traditionen soll man nicht brechen, also noch schnell die beiden Nichtenknäuele zu den anderen unter den Arm geklemmt, Scheuklappen auf und schnell raus aus dem Laden … schnell damit ich nicht noch mehr kaufe, nicht weil ich die unter den Arm geklemmten Knäuele geklaut habe (aufklärende Anmerkung der Redaktion ;O) ).

Danach stapfte ich in einem größeren Bogen, weil die App mit meiner Aktivität immer noch nicht zufrieden war und Dinge,wie zum Beispiel stricken und in der Nase bohren … nein, ich übe nicht beides gleichzeitig aus … nicht anerkennt, nach Hause. Unterwegs stellte ich fest, dass es Laub technisch schon sehr herbstlich aussieht …

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Für Anfang September finde ich den Laubhaufen und das drum herum ganz beachtlich.

Nun bin ich von meinen anerkannten und nicht anerkannten Aktivitäten so erschöpft, dass ich mich aufs Sofa zurückziehen und das Los entscheiden lasse, welches Knäuel ich anstricke. Ich vermute das Los wird auf eins der kleinen fallen. Dann muss ich morgen, wenn ich nach Berlin fahre, nicht so schwer schleppen … oh ja! Manchmal machen 50g ganz viel aus … 🙃😉🙃

Hund oder Katze vs. Kaffeevollautomat

Ich hatte überlegt, ob wir uns einen Hund oder eine Katze anschaffen. Da vieles dagegen sprach, haben wir einen Kaffeevollautomaten angeschafft.
Der braucht ähnlich viel Hege und Pflege – entweder will er mit gefüttert werden … Kaffeebohnen oder Wasser oder er möchte Gassi gehen etwas los werden … Trester oder ausgespuktes ich mach mich selber sauber Wasser. Von auf uns zukommende Filterwechsel und Entkalkungsaktionen (gerade kam für PhiLip, so heißt der gute, eine Packung Kaffeefettlöser-Drops … als Belohnung, wenn er besonders lieb war … an) will ich jetzt noch nicht reden, er ist schließlich noch ganz klein neu.
So ein Kaffeevollautomat hat den Vorteil, dass man ihn spontan alleine lassen kann, wenn es uns gelüstet ein Wochenende irgendwo hin zu entschwinden oder ich mal wieder wegen einer überstürzten Ich-habe-noch-eine-Mutter-Aktion nach Berlin muss. Man muss niemanden suchen und finden der sich um das Tier kümmert, wenn man nicht da ist oder suchen und finden wohin man das Tier mitnehmen darf.
Ein weiterer Vorteil ist die nun Geschichte gewordene, von mir schon immer nicht gemochte, Kapselkaffeemaschine des Gatten.
PhiLip macht bei der Arbeit nicht mehr Krach als dieses Kapselkaffeedingens. Und er macht mir sogar netten Milchschaum. Das könnte weder Hund noch Katze.
Ich glaube, das war eine gute Entscheidung.

Eine weitere gute Entscheidung war das Auftrennen des begonnenen Häkelkleides …

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… es sah ohne Zweifel hübsch aus, machte Spaß, aber da ich keinen Schmetterling häkeln wollte (der Gatte meinte, es sehe aus wie ein Schmetterling oder eine Schleife) und es ziemlich klar war, dass ich, wenn ich an den Seiten die Länge erreicht habe, in der Mitte wahrscheinlich gerade mal am Bauchnabel bin und mir dieser Ausschnitt eindeutig zu tief gewesen wäre, habe ich die Reißleine gezogen und mich getrennt … das unvollkommene Werk aufgetrennt.

Stattdessen habe ich zu den Stricknadeln gegriffen …

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… und verarbeite die Wolle jetzt strickender Weise.
Ja, es ist dieselbe Wolle. Die Farben auf dem unteren Bild sind ungefähr richtig. Ob es ein Strickkleid wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht wird es nur ein Oversize-Pulli. Vielleicht wird es auch beides. Genug … fast genug Wolle hätte ich, da dieses „Kordelgarn“ wunderbar fluffig leicht und weich ist, eine Lauflänge von 175m/50g hat und mit NS 6 verarbeitet wird und häkeln deutlich mehr Garn verbraucht. Ich glaube, fabriziere einen groooooooßen, gemütlichen Pulli, der in keine Jacke passt und aus dem Rest mache ich ein Tuch. Die Wolle ist trotz hohem Wollanteil so unwollig, dass selbst ich Wollmimose, damit klar komme.

Eine weitere gute Entscheidung war das Abschneiden meiner  Fenchelblütenstände und ihre Einlagerung in die Schale, die ich unnützer Weise vom Ausflug, den ich mit dem Kind zu seinem Vater an der Ostsee gemacht hatte, aus einer Kirche mitgebracht habe …

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Den Fenchel hatte ich eigentlich für die Bienen gepflanzt. Der eine ist richtig schön geworden …

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… groß, üppig blühend und gut riechend. Leider gingen die Bienen nicht ran, weil der Fenchel immer voller Wespen war …

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Sehr, sehr lästig, weil die Wespen mehr denn je der Meinung waren, dass der Balkon ihrer ist. Draußen sitzen war unmöglich … fiel es wenigstens nur noch halb so unangenehm auf, dass man wegen der Hitze sowieso nicht draußen sitzen konnte s6vhaha.

Gestern hatte ich die Nase voll und habe mich mutig nach draußen gewagt und meinen Fenchel gefällt und in Vasen verteilt. Den Wespen missfiel diese Aktion eindeutig. Sie flogen danach äußerst aggressiv auf dem Balkon herum. Störte mich aber nicht weiter. Ich wollte sowieso nicht raus. Zu frisch. Genau wie heute. Heute war ich sogar so großzügig zu mir, dass ich in meinem Zimmer die Heizung angemacht habe.
Licht ist auch an. Die Düsternis war nicht auszuhalten. Warum kann das Wetter eigentlich nichts zwischen den Extremen? Von über 30° auf 13°-14° binnen drei Tagen ist schon etwas heftig. Umgekehrt ist/war es genauso heftig.
Und von Dauersonne an, auf Dauersonne aus, ist auch doof.

Genug gemault. Ich geh mich jetzt als selbstständige … ja, selbst und das ständig …  Hausfrau nützlich machen.

Loch an Loch …

… und hält doch!

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Es war ein kurzweiliges Häkelvergnügen!

Die Anleitung war ein guter Anstoß und hat mir das Überlegen abgenommen wie viele Maschen ich nun brauche. Ansonsten war sie geduldig, weil aus Papier ;O).

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Alles in allem habe ich die Tunika kürzer gemacht. Hinten ist jetzt vorne und nur im Ansatz geschlossen. Dafür hat sie Ärmel bekommen. Ich mag sie … erstaunlicherweise. Ich mag das, was ich gemacht habe, nur ganz selten.

Ich hatte gehofft, damit die Wolle verbrauchen zu können, aber weit gefehlt. Das Teil wiegt gerade mal 254g. Jetzt habe ich immer noch 400g. Einen kompletten FarbverlaufsBobel und einen großen Rest. Kommt davon, wenn man den Hals nicht voll bekommt.

Ich hänge in …

… den letzten Löchern

Es scheint mir zu gelingen zwei annähernd gleiche Ärmel zu häkeln.

Die Anleitung für die Tunika, die ich käuflich erworben habe, sieht keine Ärmel vor, aber ich war der Meinung, dass meinen mittelalten Oberarmen ein paar deckende Löcher ganz gut tun würden. Letztendlich wird die ganze Tunika am Ende nicht all zuviel Ähnlichkeit mit dem Original haben. Es zeigt sich wieder einmal mehr – ich kann mich nicht an Anleitungen halten. Ist aber nicht schlimm. Damit kann ich leben.

Ich könnte jetzt noch ein bisschen oder auch ein bisschen mehr übers Wetter jammern … lass ich aber. Lohnt nicht. Ändert nichts. Macht es nicht kühler und bringt keinen Regen. Besser geht es mir davon auch nicht.

Ich hoffe einfach mal, dass mir morgen früh einfach mal nicht der Kopf dröhnt, damit ich endlich die neue Brille in Angriff nehmen kann. Nicht richtig kucken können, ist nämlich ziemlich doof.

… gääääääähnnnn … ich schlurfe jetzt in die Küche und bastel schon mal etwas am Abendessen. Nicht das ich mich am Ende zu schnell bewegen muss und ausnahmsweise mal in Schwitzen komme …

Ein Bild von einem Tuch …

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Ja, ich habe das Bona Notte- Tuch tatsächlich fertig bekommen. Es liegt hier schon eine Weile fertig rum.

Zuerst lag es fertig rum, weil ich die Fäden vernähen musste … das waren ganz schön viele. Die einen der Strickart geschuldet, die anderen der Wolle geschuldet, die ab und zu und hin und wieder und gerne auch mal öfter Knoten zu Tage brachte.
Dann lag es herum, weil es keiner fotografiert hat. Aber heute. Heute war die Gelegenheit günstig.

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Das Tuch ist eine wirklich tolle, gelungene Konstruktion.

Ich habe mich in Ermangelung einer Schneidepuppe …

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… davon überzeugen können, dass das Tuch meine Schwester wärmen wird …

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… ganz bestimmt auch dann, wenn es keine 25° und mehr warm ist.

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An sich sitzt das Tuch ganz wunderbar, aber ich habe mir nichtsdestotrotz erlaubt zwei Knöpfe und zwei Ösen ans Tuch zu nähen …

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… sichert einen warmen Rücken/Nieren und gewährleistet freie Hände …

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… und das Tuch kann nirgends hineinfallen, wo es nicht unbedingt hinsoll. Wenn es nicht gefällt, kann sie beides einfach … naja, vielleicht nicht ganz einfach, weil die Erfahrung zeigt, dass Dinge, die ich annähe, bombensicher und nahezu bis in die Ewigkeit, eher zerfällt alles drumrum, halten … abtrennen.

Ja, Kleidung und Tuch harmonieren nicht unbedingt, aber Tuch und Temperatur auch nicht. Egal! Fertig ist fertig.

Verbraucht habe ich knapp 250g Wolle … ich habe die Banderolen versusst und nicht den geringsten Schimmer, was es war. Irgendetwas mit Alpaka und so ein „Strickschlauchgedöns“. Ganz edel und weich auf jeden Fall. Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 3,5 … würde ich jetzt jedenfalls mal behaupten, aber je länger darüber nachdenke, desto mehr Zweifel kommen mir … also schnell veröffentlichen.

Im Grünen …

… sitzend, stricke ich aus Schlamm und Dreck, …

… so würde ich zumindest die Farben bezeichnen, einen Bona Notte.

Infiziert hat mich Frau Fadenkram mit ihrem wirklich überzeugenden Exemplar.

Mit dem Grundelement bin ich nahezu in der Zielgeraden, aber auch nur nahezu. Auf jeden Fall wird der Strickpfad ab jetzt immer schmaller … fast – einmal muss ich noch zu nehmen (in dem Fall sogar erlaubt und ohne Konsequenzen).

Das Strickfieber hat mich am 1. Mai am Nachmittag böse erwischt. Seit dem stricke ich, wann immer sich eine Gelegenheit bietet. So ein bisschen versuche ich damit auch Frust, Ärger und Hilflosigkeit zu kompensieren.

Hilft nur bedingt, aber die Vermutung liegt nahe, dass ich in Bälde ein schönes Tuch in den Händen halten werde.

Aus der Wolle sollte die große Schwester schon vor längerer Zeit ein Tuch bekommen. Im ersten Versuch wollte die Wolle aber nichts werden. Im aktuell zweiten Versuch scheint die Wolle zu wollen.

Ich hatte gerade Besuch im hintersten Eck des Gartens anderer Menschen. Erst hat sie sich erschreckt, dann kuckte sie mich ganz empört an. Nach hier hinten verläuft sich sonst kein Mensch. Außer wenn es wird jemand zum Mähen abkommandiert.

Ich muss betzt Schluss machen. Ich muss stricken.