Alles gut, …

… aber ich befinde mich noch in einer emotionalen Schräglage und bin erschöpft. Die haben mir nämlich richtig Angst gemacht!

Da half es auch nicht viel, dass ich wirklich nette Begleitung hatte, die mir auch jetzt beim Bloggen zur Seite steht.

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Das ist FrieDa mit dem Stock im Arsch Eulenpopo …20180410_155433

… die dadurch ihren Kopf ganz eulenmäßig um 360° drehen kann …

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… von hinten sieht FrieDa aus, als würde sie einen alten zotteligen Mantel tragen. Sie gehört zum Stamm der Folkmanis und ist erst am Wochenende durch die Hand des Gatten …

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… zu mir gestoßen. Eigentlich sollte mich der MickRich …

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… begleiten, aber der fühlte sich heute Morgen nicht gut … zu viel Eulenfusel.

‚Tschuldigung! Ich schweife mal wieder vom eigentlichen ab … also … das war heute Morgen richtig großer Mist! Der Arzt ist eine gute Viertelstunde mit seinem Ultraschallkopf auf meiner linken Brust herumgefahren und hat auch weiträumig die Umgebung der Brust abgefahren. Alles ohne ein Wort zu sagen. Mit jeder Runde, die er fuhr, tat mir nicht nur die Brust immer mehr weh, sondern die Angst in selbiger und vor allem im Bauch stieg überproportional dazu an.
Das links etwas ist, das ihm nicht gefällt, wurde nur noch deutlicher, als er danach über die rechte Seite nur zweimal rasant darübersauste, mir erklärte ich könnte mich jetzt anziehen und wieder im Wartezimmer Platz nehmen. Sie würden noch eine Spezialaufnahme machen. Da war mir schon sehr schlecht und eigentlich wollte ich nicht ins Wartezimmer, sondern am liebsten in mein Bett … in die ganz tiefe untere Ablage.

Diese Spezialaufnahme hat sehr viel Spaß gemacht *ironiean/aus*.

Danach hatte ich ganz große Lust einfach nur noch zu heulen, aber das Wartezimmer war so voll und alle so blöd, dass ich mir natürlich keine Blöße geben wollte. War ja eigentlich auch nichts los … außer dass jemand ewig auf meiner Brust rumschallt, quälende Aufnahmen gemacht werden und keine Sau kein Mensch mit mir darüber und was passiert spricht – bis auf die unbedingt nötigen Anweisungen. Gibt in meinem kleinen, kreativen Kopf eine Menge Kino und eine riesige Portion Angst im Bauch.

Nach dieser Spezialaufnahme saß ich dann fast eine dreiviertel Stunde im Wartezimmer und las in meinem Buch. Wahrscheinlich sollte ich besser sagen: ich versuchte in meinem Buch zu lesen. Denn ich habe keine Ahnung, was ich vorhin gelesen habe. Es steht zu befürchten, dass ich alles noch einmal lesen muss.

Als mich der Arzt endlich zu sich bat, das tat er auch noch persönlich, sonst wurde man immer von einer der Damen abgeholt und in die entsprechende Behandlungsschachtel geschoben, hatte ich schon gar keine Lust mehr. War vom vielen Gruseln und Fürchten ganz müde … ein Blick in den Spiegel zeigte, dass ich nicht nur ganz müde aussah, sondern ziemlich blass und ungefähr so gezaust wie FrieDa.
In der Arztschachtel, die ich nur mühsam fand, weil er so schnell losgerannt ist und ich erst mein Buch verstauen musste, empfingen mich auf diversen Monitoren ganz viele Bilder meiner Brust. Ja, ich erkenne meine Brust. Ich habe schon viele Aufnahmen von ihr gesehen. Ist schließlich nicht das erste Mal, dass sie Dinge in meiner Brust finden, von denen sie meinen, das sie dort nicht hingehören.
Sie gehören aber dorthin. Das, woran er sich abgearbeitet hat, war/ist schon auf Aufnahmen aus den Jahren 2011 bis 2014 zu sehen … in dieser Zeit ging ich alle halbe Jahr zum Brustultraschall und sie fanden jedes Mal etwas anderes, das nix war … die ihm vorlagen und laut beiliegendem schriftlichen Befund bereits ab 2004 gesehen worden sind.
Ich habe an dieser Stelle, als mir klar wurde, dass es sich um Altlasten … um mein normales, mir bestens bekanntes Brustinnenleben geht, nicht noch ein zweites Mal versucht zu erklären, dass es sich bei der Biopsie, die sie bei der linken Brust gemacht hatten, um eine ganz andere Stelle und etwas ganz anderes ging.
Er hat sich und mich dann damit beruhigt, dass das, was er gefunden hat, anscheinend immer da ist und eher kleiner als größer geworden ist. Sich aber in der Darstellung an sich nicht verändert hat. Fein! An der Stelle hätte ich eigentlich richtig erleichtert sein müssen. War ich aber nicht. Ich wollte einfach nur nach Hause und mich für eine Weile vergraben. In der Tat bin ich emotional erschöpft. Bin müde vom mir Gedanken … Sorgen machen. Zu viel Kopfkino. Meine Brust ist schließlich nicht die einzige Baustelle … der Gatte hat am 19. wieder Termin beim Kardiologen … wie lange das mit meine Mutter in der eigenen Wohnung noch gut geht, ist auch so eine Frage … ich kann an alledem nichts ändern, aber es fällt mir schwer, es auszuhalten ohne etwas tun zu können … aktiv sein ist immer besser als passiv sein … für mich jedenfalls … Aktivität … etwas Planen … machen … ändern, und wenn es nur der klägliche Versuch ist, hält mich von zu viel sinnlosem Grübeln ab …

Jetzt gönne ich mir einen Wein und warte auf den Gatten und das Abendessen, zu dem er  heute eingeladen hat und das er dann vom Griechen holt, weil ich heute nicht mehr raus gehe … zu viel emotionale Schräglage … Prost!

Ach so! Lübeck finde ich immer noch doof! So sah es heute Morgen dort aus …

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… links unter der „Sonne“ ist das halbe Holsten Tor zu sehen … wenn ich mir Mühe geben würde, könnte ich auch noch sagen, um welche Kirche es sich handelt … auf jeden Fall ist morgens viel Verkehr in Lübeck und es ist noch arschkalt … ich war eindeutig underdressed …

Ausflug nach Lübeck „gewonnen“

 

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Obwohl ich damit gerechnet hatte, weil sie immer etwas finden, was dann doch nicht da ist … bisher zum Glück jedenfalls, traf es mich gestern hart, als ich den Brief auf dem Weg zum Einkaufen aus dem Kasten zog. So hart und angstbesetzt, dass ich statt nur Flohsamenschalen und Kokosöl fürs lebensverändernde Brot zu kaufen, frustshoppen musste. Hilft zwar nicht wirklich, aber schafft kurzfristig Ablenkung.
Beim Gatten hatte ich von unterwegs per WhatsApp einen Antrag auf Frustshoppen gestellt, nachdem ich mich entschlossen hatte, es ihm gleich zu erzählen und ihm die Sorgen nicht zu ersparen (Wie auch? Wie soll ich zum Beispiel erklären wo ich Dienstagmorgen in aller Frühe hin enteile? Oder wie oder besser womit soll ich erklären, dass ich ein wenig gedankenverloren, in mich gekehrt, unwirsch … mehr als sonst … bin?).
Der Antrag wurde umgehend bewilligt und so konnte ich das Objekt meiner Begierde …

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Das war das Bewerbungsfoto für den Gatten

… aus dem Laden befreien.  

Jaja, ich bin schon genial … ich habe einen Shopper frustgeshoppt … lachgroehl … ähmmm … ja … auf jeden Fall habe ich jetzt jemanden … etwas, das mich am Dienstag nach Lübeck (ich finde Lübeck so doof … so hässlich) begleitet. Quasi ein Frustkauf als Langzeittherapiemittel oder so ähnlich.
Ausnehmend hübsch macht sich der Shopper auf meinerm Blümchenfußmatteteppich …

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… wenn man dann noch das Innere …

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… nach außen kramt …

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… hat man sogar zwei Taschen …

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… die sich als wahre Raumwunder erweisen. Das Material, irgend so ein Kunstkram, ist ganz wunderbar weich und angenehm im Griff, dass man es fast für feinstes Leder halten könnte. Zur Not taugt die Tasche dadurch auch als Kuschelkissen.
Ich kann am Dienstag ohne weiteres den halben Hausstand inklusive Strickzeug und Kamera mitnehmen. Den Blümchenteppich lass ich aber, obwohl er wirklich gut zur Tasche passt, zu Hause.

Neben diesem Frustkauf erstand ich aber auch noch köstlich duftenden Kaffee, da ganz frisch extra für mich und meine French Press gemahlen und gemahlene  Flohsamenschalen, geruchsneutral … vielleicht weil nicht frisch für mich gemahlen, sondern einfach so gemahlen, aus denen ich gestern, nachdem ich sie noch mit einigen anderen Zutaten verbunden oder die anderen Zutaten durch sie verbunden hatte, noch dieses Brot buk …

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Das Bild entstand heute Morgen in der zunehmenden Morgensonne. Dafür das man die Zutaten einfach nur zusammenrührt, dann das Gebrösel in Form drückt, in die Ecke stellt und Stunden einfach sich selbst zum Quellen überlässt (ich quellen auch immer selbstständig und ganz nebenbei auf), um es dann doch recht lange Zeit im Ofen verschwinden zu lassen, ist es wirklich hübsch geworden.

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Es ist nicht nur hübsch, es schmeckt auch noch und riechen tut es auch gut.

Bevor ich das Brot in den Ofen stopfen konnte, musste aber erst noch die Pizza aus dem Ofen entfernt und auf den Teller verfrachtet werden …

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… Pizza mit Tomaten, Schafskäse, Speck auf einem Zucchiniboden. Wirklich köstlich!

Wenn man Magenschmerzen …

… wegen zu viel von allem hat, darf man, auch wenn man seinen schon gefunden hat, solche Bücher …

… zu einer großen Tasse Pfefferminztee lesen und versuchen seine freie Zeit ohne schlechtes Gewissen zu verbringen.

Ich hoffe auf Erheiterung. Auf ähnliche Erheiterung wie heute Morgen beim Lesen des Spiegel Online Artikels über den Selbstversuch sich vierzehn Tage nur von Pulvernahrung zu ernähren und dabei dann nach einer Woche festzustellen, dass selbst Hundetrockenfutter verführerisch riecht.

Was macht der Job?

Den Job wird eine andere oder ein anderer machen. Das habe ich für mich heute Morgen beschlossen, nachdem ich gestern den ganzen Nachmittag, Abend und auch die Nacht mit einem ganz schlechten Gefühl und nur Gegrübel und Bauchweh* verbracht habe. Es ist für mich definitiv der falsche Job.
Sicherlich hätte ich es geschafft, wenn ich auf meinen Kopf gefolgt wäre. Mein Kopf schafft nämlich alles (denkt … glaubt er jedenfalls … er kann alles – er hat noch nicht mitbekommen, dass wir eigentlich nicht vor Sebstbewussein strotzen). Normalerweise ist er der derjenige, der solche Duelle gewinnt und den Rest von mir tapfer und gehorsam folgen lässt. Egal wie sehr ich mich quäle.
Dieses Mal habe ich nach wirklich langem Ringen meinen Bauch … mein Gefühl siegen lassen und mich mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, dagegen entschieden. Ich wäre dort nicht nicht „glücklich“ geworden. Schon beim Betreten der Praxis überkam mich ein beklemmendes Gefühl, weil es räumlich nicht üppig war und genau in dieser Enge hätte sich tagtäglich mein Arbeitsplatz befunden.
Der Mann, der mich zum Gespräch gebeten hatte, hat mich fast eine Viertelstunde warten lassen, weil er in einer Besprechung mit den Therapeuten war. Dagegen sprich überhaupt nichts, aber ich hätte es nett gefunden, wenn er sich dazu irgendwie geäußert hätte (entschuldigend habe ich an dieser Stelle ganz bewusst ausgelassen … die Wahrnehmung der Situation hätte mir schon genügt). Das er in einer Besprechung ist, habe ich von einer freundlichen, wartenden Patientin erfahren.
Das Gespräch lief, wie solche Gespräche eben laufen. Das übliche Geplänkel über Stärken und Schwächen, Vorstellungen von Vergütung, Urlaub, Arbeitszeiten. Am Ende bat er sich Bedenkzeit bis zum Wochenende aus. Als mögliches Einstellungsdatum stand der 15.02. im Raum. Alles in allem klang es eigentlich so, als wäre der Job ganz nahe.

Als nächstes werde ich mich mit den Konsequenzen auseinandersetzen müssen, die die Ablehnung meinerseits mit sich bringt. Da mir der Job vom Arbeitsamt vorgeschlagen wurde, gab es die Option Absage für mich nur mit den entsprechenden Sanktionen seitens des Arbeitsamtes. Sollen sie machen, wie sie wollen.
Seitdem ich die Absage per Mail rausgeschickt habe, ist wieder etwas Ruhe und Leben in mich und meinen Körper eingezogen. Ich war seit gestern Mittag wie erstarrt, habe mich zurückgezogen und habe fast in meinem Gedanken- und Gefühlswirrwarr verlaufen.
Der Gatte hatte und hat es nicht leicht. Es ist im Moment schwer mit mir auszuhalten. Irgendwie ist gerade von allem zu viel.

Vielleicht ist genau deswegen jetzt der richtige Moment den neuen Abfluss, den der Gatte gerade aus dem Baumarkt mitgebracht hat, anzubringen. Ein bisschen in Abflusssiff herumkramen und aufwischen ist bestimmt fein und nützlich. Ja, ich mache mich jetzt mal nützlich … vielleicht werde ich auch einfach Klempner.

 

*  Synonym für alle körperlichen Beschwerden, die einem die Seele in Stresssituationen auf den … in den … durch den Körper hetzen kann

Eigentlich sollte ich Übung haben, …

… schließlich ist es nun schon das dritte Mal, dass ich mein Leben komplett in der einen Stadt deinstalliere, um es in einer anderen Stadt wieder zu installieren.
Ich fühle mich aber überhaupt nicht geübt. Umziehen ist zwar immer doof, aber über so eine weite Strecke umziehen und komplett neu anzufangen ist ungleich doofer.

Als ich das erste Mal von einer Stadt in die andere zog, war ich Anfang zwanzig und hatte eigentlich nur vor für ein Jahr des Jobs wegen nach Hamburg zu gehen. Aus diesem einen Jahr wurden am Ende zehn. Aus diversen möbliert gemieteten Wohnung in den ersten eineinhalb Jahren wurde meine heißgeliebte Dachgeschosswohnung … mein Nest, das ich nur sehr ungern verlassen habe.
Damals ließ ich in Berlin außer einer halbherzigen Beziehung, die nur das erste Jahr mehr oder weniger überdauerte, meine Schwester, zu der ich zu der Zeit kein allzu gutes Verhältnis hatte und meine Eltern, die ich mit Entzücken hinter mir ließ und meine Wohnung, die ich nach eineinhalb Jahren mit Begeisterung auflöste, zurück. Natürlich auch ein paar befreundete Bekannte, aber da stellt man recht schnell fest, dass man sobald man außer Sicht ist, kannst schnell vergessen ist. Einen Koffer ließ ich nicht in Berlin.

Der Start in Hamburg war damals schwierig für mich. Mit prolligen Berlinern bin ich groß geworden. Die kannte ich, die war ich gewohnt. An die im ersten Moment unterkühlt wirkenden Hamburger und ihre zuweilen leicht versnobten Ansichten musste ich mich erst einmal gewöhnen. Aber ich habe sie schnell lieben gelernt und mein Herz eindeutig an Hamburg und Umgebung verloren. Wenn ich nach Hamburg komme, habe ich jedes Mal das Gefühl nach Hause zu kommen.

Als ich dann schwanger wurde, dachte es in mir, dass es sicher sinnvoll wäre, wenn das Kind wenigstens im Ansatz so etwas wie Familie … Großeltern und eine Tante in der Nähe hätte. Damals war mir nicht klar wie sehr ich irre …
Der Vater des Kindes zog Berlin ebenfalls als Familienwohnsitz … muhaha, der nächste Irrtum … den Möglichkeiten Hamburg, Bremen oder Kiel vor. Also ging es wieder zurück nach Berlin. Es fiel mir sehr, sehr schwer Hamburg, meine Wohnung und die Menschen, die ich in dieser Stadt kennengelernt und sehr lieb gewonnen hatte, zurückzulassen. Ich ging mit mehr als einem weinenden Augen, aber ich hatte einen Koffer in Hamburg gelassen …

Die Jahre hier in Berlin waren schwierig. Ich habe mich durch vieles hindurch kämpfen müssen. War, obwohl offiziell nicht allein erziehend, immer auf mich allein gestellt. Den Vater meines Kindes, mit dem ich bis heute zur Aufzucht des gemeinsamen Jungen in einer Wohngemeinschaft lebe, hatte ich als zusätzlichen Ballast an der Backe kleben. Nein, ich will mich nicht beschweren. Kann ich auch gar nicht. Ich habe dieses Leben frei gewählt. Weil ich dachte, es wäre gut für mein Kind. Ich wollte nie allein erziehend sein, aber irgendwie … nein, ich will es nicht in Frage stellen. Dann müsste ich mich innerlich auffressen, weil ich nicht früher ausgestiegen bin. Es ist, wie es ist und das Kind ist ziemlich klasse. Ich zumindest bin sehr stolz auf ihn und zufrieden mit ihm.

Zu der häuslichen Misere kam hinzu, dass Berlin nicht meine Stadt ist. Ja, ich bin hier geboren und groß geworden, aber da war um Berlin noch die Mauer drumrum. Wenn man raus wollte, musste man erstmal Grenzen überwinden. In meiner Abwesenheit haben sie die Mauer platt gemacht und Deutschland im Ansatz wiedervereinigt. Berlin wurde Hauptstadt und meint nun der Nabel der Welt … Weltstadt zu sein. Ääähmmm…ja… eine sehr provinzielle Weltstadt, die den Charme, den sie früher einmal hatte, mehr und mehr verliert, weil der typische Berliner langsam ausstirbt. Zurückbleibt eine ach so hippe, multikulturelle, versiffte Stadt, von der ich mehr und mehr den Eindruck habe, dass sich hier der allerletzte Abschaum sammelt.

Einerseits bin ich froh, dass ich diese Stadt Ende des Jahres verlassen kann. Andererseits fällt es mir sehr schwer, weil ich mein Kind zurücklasse.
Ja, es ist groß. Der weitere Weg ist geebnet … Studienplatz gefunden, Studiengebühren bezahlt, er kann wohnen bleiben, wo er wohnt … alles fein. Jetzt muss ihn nur noch gehen. Das wird er tun. Da bin ich mir sicher. Es ist auch Zeit sich zu trennen. Trotzdem würde es mir leichter fallen und ich hätte nicht so ein beklopptes und völlig unnötiges schlechtes Gewissen, weil ich ihn verlasse, wenn er gehen würde … das Nest verlassen würde. Aber ich krieg das gefühlsmäßig irgendwie hin. Schließlich bin ich es gewohnt, dass mein Leben nicht so ist wie andere Leben.
Desweiteren ich lasse meine große Schwester zurück, zu der ich in den letzten Jahren ein wirklich gutes Verhältnis entwickelt habe. Als sie mich 2009 gefragt hat, ob ich für sie arbeiten will, habe ich zwar ja gesagt, hätte aber nie vermutet, dass wir es so lange miteinander aushalten. Und dann auch noch so gut. Früher war ich immer nur die blöde kleine Schwester, die unendlich nervt. Ich werde sie, meinen Job und selbst die leicht verschrobenen Stammpatienten vermissen.
Dann lasse ich meine Mutter zurück. Die brave, gut dressierte Tochter plagt natürlich das schlechte Gewissen. Was ich damit mache und wie es mit ihr weitergeht … wie lange sie noch alleine in ihrer Wohnung leben kann … weiß ich nicht und letztendlich habe ich auch keinen Einfluss darauf. Ich kann nur aus der Ferne ein Auge draufhalten, dafür sorgen, dass sie das Kind nicht so sehr belastet und zur Stelle sein, wenn es anfängt zu brennen.

Ich lasse emotional viel zurück, aber ich freue mich auf den Start in ein neues Stück Leben. Auf ein Zuhause. Auf Zeit mit dem Gatten, die nicht abgezählt ist, auf Alltag mit dem Gatten. Auch wenn für mich alles sehr ungewiss ist, ich keine Ahnung habe, wo mich die Jobsuche hinführt und ob überhaupt … mit dann knapp 54 ist man nicht unbedingt die ganz heiße Ware auf dem Arbeitsmarkt … ich freue mich. Dauert aber noch … Vorfreude und so …

Warum ich all das geschrieben habe?

  • weil ich gerne lange, langweilige Geschichten schreibe
  • weil es mich umtreibt und ich nachts vor lauter denken, egal ob im positiven oder im negativen Sinn, nicht schlafen kann
  • weil ich vor lauter Anspannung auf den Zähnen herumbeiße … sodass ich schon Zahnschmerzen habe
  • weil es raus musste
  • weil ich mal wieder bloggen wollte
  • weil … weil … weil …

Kommt jemand mit raus Spielen …

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… äh … Plaudern?

Hier geht es gerade so … ja, nicht schlecht, aber könnte besser sein, wenn es ein anderer Balkon und eine andere Stadt wäre, aber für einen Montag und nach einer Fahrt mit dem ICE von A nach B, naja … um genau zu sein – der ICE fährt natürlich nur von HH nach B, für den Anfang oder das Ende, je nachdem von wo man kommt oder wo man hin will, muss man die Regionalbahn bemühen … ist es, wie schon gesagt, nicht so schlecht. Vor allem nicht zu warm und ausnahmsweise ist es auch mal nicht schwül in Berlin … schnell XXX mach.

Ha! Ich freue mich schon. Dieses Mal sind es nur neun Tage (als ich dem Gatten sagte, dass ich schon Dienstagabend komme und nicht erst Mittwochnachmittag, wie geplant und anfügte, dass ich das tue, damit ich schon am Mittwochmorgen im Bett bleiben kann, während er zur Arbeit muss, schüttelte er geschlagen grinsend Kopf und meinte, dass man gegen dieses Argument nichts sagen kann … er freut sich aber trotzdem) bis ich das nächste Mal den Zug besteigen darf und hoffentlich per Express von B nach A gebracht werde. Ich muss gestehen, dass ich nach nun fast fünfeinhalb Jahren des Hin – und Herfahren müde bin.
Zuerst fuhr ich die Strecke noch per Anhalter durch die Galaxis Bus, was noch einmal zwei Stunden mehr in ein Fahrzeug eingequetschte Lebenszeit bedeutete. In den Anfängen des mit der Bahn fahren habe ich mich entfaltet, aber das hält nicht ewig. Außerdem scheinen die Züge immer voller zu werden. Oder die Menschen fahren immer nur mit den Zügen, die ich benutze … alle anderen Züge sind leer …  ja, bestimmt ist das so und bestimmt tun sie das aus lauter Sympathie. Es ist zum Beispiel auch so – sind noch fünf Plätze leer im Wagen, setzt sich garantiert zielstrebigst irgendein Trottel Mensch neben mich, alle anderen gehen leer aus haben ganz viel Platz und dürfen alleine sitzen … ich fand das Spiel „Mein rechter Platz ist leer, ich wünsche mir blablabla her“ schon immer doof …

Das Ende ist aber in Sicht. Ich habe das Jahresende, weil mich die SchwesterChefin fragte, als möglichen Endpunkt avisiert. Das könnte in der Tat klappen, weil das Kind die erste Zulassung fürs Studium bekommen hat. Es ist zwar nicht die Wunschhochschule, wäre aber auch okay. Mit ein bisschen Glück klappt es auch noch mit der Wunschhochschule. Dann ist das Kind im Herbst von der Straße und ich kann meiner Wege ziehen. So weit der Wunsch und der Plan.
Meine Gefühle dazu sind in der Tat sehr gemischt. Zum einen bin ich sehr vorfreudig und kann es kaum erwarten, zum anderen drückt mich das schlechte Gewissen. Ja, blöd. Ich weiß. Das Kind ist groß und muss alleine … und kann er auch, weiß ich. Die SchwesterChefin wird auch ohne mich überleben und meine Mutter macht das schon. Ist die Komfortzone zwar nicht mehr so groß, aber irgendwie geht das schon. Im Zweifelsfall droht sie wieder damit gegen eine Mauer zu fahren … womit auch immer, das Auto hat sie zum Glück schon abgegeben und mit dem Rollator kriegt sie nicht genug Speed drauf.

Ich glaube, ich geh jetzt noch etwas Sinnvolles … das erste an diesem Tag … tun. Was weiß ich noch nicht, aber vielleicht läuft mir etwas vor die nackten Füße.

 

Super!

Brille kaputt … rechtes Ärmchen ab.

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… vielleicht ist sieht sie ohne mich besser dran

Vermutlich reparabel, aber ich habe mich trotzdem zu einer neuen Gleitsichtstudie bei Brillen.de angemeldet. Die letzte Brille ist zwar noch nicht so lange her … siehe da … aber ich habe schon seit einiger Zeit das Gefühl noch schlechter kucken zu können. Also ist der abgebrochene Bügel eine gute Gelegenheit das in Angriff zu nehmen. Lust habe ich keine, Geld eigentlich auch nicht, aber schon morgen einen Termin beim Optiker. Dann nehme ich die kaputte Brille mit und werde sehen, was sie für mich die Brille tun können. Bis dahin lege ich mich ins Bett und tue nichts, weil ich nichts sehen kann hangele ich mich halbblind mit den noch zur Verfügung stehenden Altbrillen durch Leben.

Jetzt gehe ich Bad putzen. Geht bestimmt schnell … was man nicht sieht, muss man nicht weg putzen …