Rezept kann ich nicht

Ein richtiges Rezept für das Gulasch, den Gulasch geht auch, habe ich gerade nachgesehen, kann ich nicht liefern, weil ich nicht nach Rezept koche. Gulasch ist das Ziel und was unterwegs an Zutaten und in welcher Menge dazu kommt, wird spontan entschieden.

Für das Gulasch kaufte ich ganz bewusst 800g Bio-Rindergulasch von Aldi. Schön marmoriertes, aber mageres Fleisch. Wirklich toll. Das schleppte ich nach Hause und tat es in den kühlen Schrank, weil es noch nicht gebraucht wurde. An diesem Tag stand Steak auf dem Speiseplan … Steak, Mais, selbstgemachte Pommes und selbstzusammengerührte Kräuterbutter.
Am nächsten Tag kramte ich das Gulasch wieder aus dem kühlen Schrank, befreite es aus seiner Verpackung und ließ es erstmal atmen und sich für mich erwärmen. In der Zwischenzeit ging ich den zeitgleich aus dem kühleren Schrank entwendeten Zwiebeln und Knoblauch an die Pelle … es handelte sich um ungefähr 4 große Zwiebeln und 2 große Zehen Knoblauch … und zerlegte sie in hübsche Würfel … die Kantenlänge ist nicht wichtig.
Ach ja! Ich hätte sie glatt vergessen, aber der Gatte erwähnte sie gerade … die 7 bis 9 Mini Roma Tomaten habe ich nach dem Waschen erschossen geviertelt und auf dem großen Brett neben den gewürfelten Zwiebeln und Knoblauch ruhen lassen.
Während sich die Kokotte (der Schmortopf) mit ein wenig Öl darin auf dem Herd erwärmte, suchte ich den ein wenig in den Schränken herum und stellte

  • Fenchelsamen
  • Chili
  • süßes Paprikapulver
  • Tomatenmark
  • Zucker
  • Salz
  • Pfeffer
  • ½ l Wasser
  • 1 Lorbeerblatt

bereit.

Zuerst habe ich den Fenchelsamen (ungefähr einen Esslöffel) in das heiße Öl geworfen, angeröstet und mich gefreut, dass es so köstlich riecht … ich liebe den Geruch von geröstetem Fenchelsamen. Dann warf ich die Zwiebel- und die Knoblauchwürfel hinterher und ließ sie ebenfalls rösten. Nachdem sie ein wenig Farbe angenommen hatten, es in der Küche sehr lecker roch, quetschte ich ca. einen Esslöffel Tomatenmark aus der Tube und röstete den unter Rühren ebenfalls an. Fenchel, Zwiebeln und Knoblauch habe ich natürlich während des Röstvorganges auch ganz liebevoll begerührt. Jetzt kam etwas Zucker in die Kokotte (naja … vielleicht war es ein ¼ Teelöffel voll) und wurde karamellisiert. Dann warf ich die Tomaten rein, rührte um, streute nach Gutdünken Paprika, Chili, Salz und Pfeffer aus der Mühle dazu, kippte das Wasser darüber, rührte schon wieder um, warf das Lorbeerblatt hinterher und schloss dann den Deckel der Kokotte und ließ das Ganze ca. 20 Minuten köcheln.
Derweil räumte ich die Küche auf, schalte den Backofen ein und heizte ihn auf 180° an.
Nach 20 Minuten lüftete ich den Deckel der Kokotte, kostete den Zaubertrank, streute noch ein wenig Salz und Pfeffer hinein, rührte um und ließ dann das Fleisch in den Zaubertrank fallen. Machte den Deckel zu, sperrte das Gulasch für die nächsten ca. vier Stunden in Ofen und machte mir einen bunten Nachmittag.
Einmal war ich zwischendurch kucken … nach ca. drei Stunden … wie es dem Gulasch geht. Die Probe, die ich machte, sagte, dass es noch braucht, aber am Ende ganz köstlich sein wird. Was mich dazu veranlasste dem Gatten einen WhatsApp zu schreiben, in der ich ihm mitteilte, er möge sich bitte etwas zu Essen von unterwegs mitbringen, weil das mit dem Gulasch nichts wird … schade, er hat es nicht geglaubt und ich musste ihm am Ende tatsächlich etwas … etwas mehr abgeben.

Diese Art des Gulasch kochen finde ich ganz großartig, weil es am Ende nur halb so doll stinkt und gar nicht fettsprießt, weil das Anbraten des Fleisch wegfällt.