Guten Morgen

  • es ist wunderbar düster, grau und feucht – eine wirklich angenehme Abwechslung in diesem Sommer
  • obwohl ich quasi gerade erst aufgestanden bin, bin ich schon wieder (oder immer noch?) müde – ich habe heute Nacht wieder einmal zwei Stunden die Welt bewacht
  • damit ich gleich das Bad putzen kann, habe ich mir eine große Kanne Zaubertrank gekocht – ja, tolles Wetter zum Tee trinken
  • gegen seine vom Hersteller gewollte Inkontinenz beim Ein- und Ausschalten habe ich PhiLip meine Minion-Tasse geschenkt …20180830_093950

    … weiterer Vorteil: die Laune wird morgens gleich viel besser, wenn man angestrahlt wird

  • ich beobachtete wundersame Dinge … da hockte ein dicker Mann auf der Mittelinsel schräg gegenüber von uns und zupfte mit spitzen Fingern Unkraut …DSCN4510 Kopie
    … ups! Tschuldigung! Ist aus Versehen hier reingerutzt, aber das ist das, was mein PE unter „Ausrichten und Freistellen“ versteht … alles muss man selber machen …

    DSCN4510_01

    … das Häschen in der Grube hat wirklich jedes Unkräutlein einzeln herausgezupft, aber er hat gut gearbeitet. Am Ende sieht es so aus:

    DSCN4512_01

    … zu weit weg für die Endkontrolle? Moment!

    DSCN4511_01

    Wirklich ordentlich. Sogar das Laub an der Biegung zu Füßen des Schildes hat er weggefegt und mitgenommen in seinem orangen Auto

  • ja, in der Tat, manchmal ist das Leben zu banal, um vernünftige spannende Brösel für den Blog zu bescheren
  • um nicht länger zu langweilen … wobei ich mich gar nicht langweile … verabschiede ich mich ins Bad und putze das Klo, lasse aber noch meinen gestern unter Mühen und Plagen (Wespen) frisch bepflanzten Fensterausblick da20180830_094040

    … ja, es handelt sich um winterharte Alpenveilchen und Enzian … ganz rechts ist der Polsterphlox für die Bienen, aber der blüht erst wieder im Frühjahr – ich hoffe zumindest, dass er mir treu bleibt und wiederkommt, denn dieses Jahr blühte er sehr emsig

  • die Pflanzaktion gestern war wirklich doof … weil die Wespen mich draußen nicht in Ruhe gelassen haben, habe ich alles, unter Mühen, weil sie das auch nicht wollten, nach drinnen geschleppt …20180829_144821

    … und dort unter Deckenflutlicht, weil es durch die ausgefahrene Markise zu dunkel war, eine riesen Sauerei veranstaltet …

    20180829_155751

    … das sind nur die schäbigen Reste. Die Endreinigung. Ich hatte zwischendurch schon geputzt … diese blöden Viecher!

  • jetzt geh ich wirklich!
  • Schönen Tag!

Hund oder Katze vs. Kaffeevollautomat

Ich hatte überlegt, ob wir uns einen Hund oder eine Katze anschaffen. Da vieles dagegen sprach, haben wir einen Kaffeevollautomaten angeschafft.
Der braucht ähnlich viel Hege und Pflege – entweder will er mit gefüttert werden … Kaffeebohnen oder Wasser oder er möchte Gassi gehen etwas los werden … Trester oder ausgespuktes ich mach mich selber sauber Wasser. Von auf uns zukommende Filterwechsel und Entkalkungsaktionen (gerade kam für PhiLip, so heißt der gute, eine Packung Kaffeefettlöser-Drops … als Belohnung, wenn er besonders lieb war … an) will ich jetzt noch nicht reden, er ist schließlich noch ganz klein neu.
So ein Kaffeevollautomat hat den Vorteil, dass man ihn spontan alleine lassen kann, wenn es uns gelüstet ein Wochenende irgendwo hin zu entschwinden oder ich mal wieder wegen einer überstürzten Ich-habe-noch-eine-Mutter-Aktion nach Berlin muss. Man muss niemanden suchen und finden der sich um das Tier kümmert, wenn man nicht da ist oder suchen und finden wohin man das Tier mitnehmen darf.
Ein weiterer Vorteil ist die nun Geschichte gewordene, von mir schon immer nicht gemochte, Kapselkaffeemaschine des Gatten.
PhiLip macht bei der Arbeit nicht mehr Krach als dieses Kapselkaffeedingens. Und er macht mir sogar netten Milchschaum. Das könnte weder Hund noch Katze.
Ich glaube, das war eine gute Entscheidung.

Eine weitere gute Entscheidung war das Auftrennen des begonnenen Häkelkleides …

20180821_173851

… es sah ohne Zweifel hübsch aus, machte Spaß, aber da ich keinen Schmetterling häkeln wollte (der Gatte meinte, es sehe aus wie ein Schmetterling oder eine Schleife) und es ziemlich klar war, dass ich, wenn ich an den Seiten die Länge erreicht habe, in der Mitte wahrscheinlich gerade mal am Bauchnabel bin und mir dieser Ausschnitt eindeutig zu tief gewesen wäre, habe ich die Reißleine gezogen und mich getrennt … das unvollkommene Werk aufgetrennt.

Stattdessen habe ich zu den Stricknadeln gegriffen …

20180827_094831

… und verarbeite die Wolle jetzt strickender Weise.
Ja, es ist dieselbe Wolle. Die Farben auf dem unteren Bild sind ungefähr richtig. Ob es ein Strickkleid wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht wird es nur ein Oversize-Pulli. Vielleicht wird es auch beides. Genug … fast genug Wolle hätte ich, da dieses „Kordelgarn“ wunderbar fluffig leicht und weich ist, eine Lauflänge von 175m/50g hat und mit NS 6 verarbeitet wird und häkeln deutlich mehr Garn verbraucht. Ich glaube, fabriziere einen groooooooßen, gemütlichen Pulli, der in keine Jacke passt und aus dem Rest mache ich ein Tuch. Die Wolle ist trotz hohem Wollanteil so unwollig, dass selbst ich Wollmimose, damit klar komme.

Eine weitere gute Entscheidung war das Abschneiden meiner  Fenchelblütenstände und ihre Einlagerung in die Schale, die ich unnützer Weise vom Ausflug, den ich mit dem Kind zu seinem Vater an der Ostsee gemacht hatte, aus einer Kirche mitgebracht habe …

20180827_095156

Den Fenchel hatte ich eigentlich für die Bienen gepflanzt. Der eine ist richtig schön geworden …

20180822_102618

… groß, üppig blühend und gut riechend. Leider gingen die Bienen nicht ran, weil der Fenchel immer voller Wespen war …

20180822_102629

Sehr, sehr lästig, weil die Wespen mehr denn je der Meinung waren, dass der Balkon ihrer ist. Draußen sitzen war unmöglich … fiel es wenigstens nur noch halb so unangenehm auf, dass man wegen der Hitze sowieso nicht draußen sitzen konnte s6vhaha.

Gestern hatte ich die Nase voll und habe mich mutig nach draußen gewagt und meinen Fenchel gefällt und in Vasen verteilt. Den Wespen missfiel diese Aktion eindeutig. Sie flogen danach äußerst aggressiv auf dem Balkon herum. Störte mich aber nicht weiter. Ich wollte sowieso nicht raus. Zu frisch. Genau wie heute. Heute war ich sogar so großzügig zu mir, dass ich in meinem Zimmer die Heizung angemacht habe.
Licht ist auch an. Die Düsternis war nicht auszuhalten. Warum kann das Wetter eigentlich nichts zwischen den Extremen? Von über 30° auf 13°-14° binnen drei Tagen ist schon etwas heftig. Umgekehrt ist/war es genauso heftig.
Und von Dauersonne an, auf Dauersonne aus, ist auch doof.

Genug gemault. Ich geh mich jetzt als selbstständige … ja, selbst und das ständig …  Hausfrau nützlich machen.

Erste Male

Selbst mit 54 Jahren gibt es noch erste Male. Diese Woche hatte ich sogar zwei:

  • ich habe mir zum ersten Mal Tupperware gekauft. Einen Schüttelbecher. Einen kleinen Schüttelbecher. 250 ml. Mit 50 ml Anzeige. An sich ganz fein, aber ich bezweifle, dass das Ding ewig hält. Wird ja immer behauptet, dass Tupperware nicht kaputt zu kriegen ist. Ich hatte schon beim ersten Spülen, den Deckel für den Ausgießer in der Hand. Ist sicher so gedacht, aber ich glaube nicht, dass die kleinen „Füßchen“ mit denen der Deckel wieder befestigt werden kann, lange halten. Ich bin gespannt und werde emsig schütteln. Als Härtetest quasi.
  • ich war heute das erste Mal bei einem für mich neuen Friseur (ich suche hier in der neuen Heimat noch verzweifelt nach dem richtigen Friseur) … äh … ja, dieses erste Mal meine ich nicht – was ich meine ist der Umstand, dass ich das erste Mal in meinem Leben ganz genau weiß, wann ich das nächste Mal zum Friseur gehe … am 25.09. … ja, war nett dort und sieht ganz hübsch aus auf dem Kopf und da sie immer langfristig ausgebucht ist, habe ich langfristig den nächsten Termin gemacht … absagen kann ich immer noch, falls ich dann doch mit dem Ergebnis auf meinem Kopf nicht zufrieden sein sollte – was ich aber nicht glaube … sie hat sich wirklich viel Mühe gegeben … individuell … mir angepasst … kein Schnitt aus der „Tüte“ … nein, ich habe kein Kunstwerk auf dem Kopf und genau das passt (eigentlich habe ich nicht mehr viel auf dem Kopf … immer wieder erstaunlich wie viel man von kurzen Haaren abschneiden kann)

Kein erstes Mal, aber trotzdem immer wieder erstaunlich – ich schaffe es nicht, so doof zu denken, wie sich meine Mutter verhält.
Meine Mutter brauchte/wollte ein neues Telefon. An sich kein Problem. Kann ich ihr bestellen, wird ihr dann nach oben gebracht und das Anschließen ist nicht schwer. Sollte sie hinkriegen. Dachte ich …

Zuerst dachte ich, es wäre ausreichend, wenn sie ein neues schnurloses Telefon ohne AB, da der viel zu schnell dran geht und den sie sowieso nicht bedienen kann, bekommt. Weit gefehlt! Ohne AB geht gar nichts!!! wurde mir vehement mitgeteilt.
Nächster Vorschlag meinerseits: Telefon mit zwei Mobilteilen – eins fürs Wohnzimmer, eins fürs Schlafzimmer (schont den Akku, weil sie eh meistens im Bett rumliegt), AB, großen Tasten und großem Display – „Ich brauche keine großen Tasten und kein großes Display und einen AB brauche ich auch nicht!“
Okay! Nächstes Angebot – normales Telefon ohne AB, aber zwei Mobilteile. Ja, das fand Gnade und durfte bestellt werden.
Habe ich getan. Netterweise hat das große A es sogar geschafft das Telefon gestern wie versprochen bei ihr abzuliefern, zwar spät (wurde schon angemahnt), aber es kam an.
Über Nacht hat sie die beiden Teile geladen und heute dann angeschlossen … oder eben nicht nicht.
Denn statt einfach das Telefonanschlusskabel aus dem alten Apparat herauszuziehen und ins neue hineinzustecken, wie wir es besprochen hatten und was ganz einfach gewesen wäre, hat sie alle Kabel aus dem Router gezogen und natürlich nicht wieder sinnvoll hineingesteckt bekommen. Das Schlimmste – sie hat den Hausnotruf  herausgezogen.

An dieser Stelle war guter Rat teuer. Wie soll ich ihr erklären, was wohin kommt und wie soll ich testen, dass es stimmt? Der Gatte schlug vor, dass wir morgen früh nach Berlin fahren und das Elend richten, was ich ablehnte, weil ich es für drei Kabel in einem Router etwas übertrieben fand.

Drei Kringel im Fußboden und zwei Telefonate später, hatte ich die Johanniter, den Betreiber ihres Notrufes, dazu überredet einen Mitarbeiter bei ihr vorbeizuschicken, der die Kabel richtet und das sogar noch heute. Wunderbar!

Kurz vor 17:00 Uhr kam dann der Anruf, dass alles wieder geht. Wermutstropfen – der gute Mann hatte das alte Telefon wieder angeschlossen, war aber willig dann doch noch das neue an die Box zu hängen. War nicht ganz einfach das zu regeln, weil wir nur zu geringen Teilen die gleich Sprache sprachen und ich am Telefon ganz schlecht mit Händen und Füßen reden kann, aber er tat und wir radebrechten telefonierten noch einmal mit dem neuen Telefon miteinander.
Nun bin ich auf die Rechnung gespannt, die man mir schickt, aber es wird auf jeden Fall günstiger als selbst hinzufahren.

Nach dem bisschen Tagesaufregung bin ich froh, dass der Hausnotruf und das Telefon wieder funktioniert. Beim Internet ist es wohl zweifelhaft, wenn ich alles richtig verstanden habe, aber das ist mir ziemlich wurscht. Ein Leben ohne Internet ist durchaus möglich … vor allem mit 83 und wenn man den Kram sowieso nicht mehr wirklich versteht …

Heute ist mein „Ich-tue-heute-nix-Tag“

… und der sieht bisher so aus:

  • ich stand mit dem Gatten auf, wanke, nach einem kurzen Halt im Bad auf dem Weg dorthin, in die Küche, braute eine Kanne gemeinsamen Kaffee, bereitete dem Gatten sein Frühstück und sein Klappstullensortiment für die Arbeit
  • nach einer knappen dreiviertel Stunde dieser Verrichtungen, stieß ich zum Gatten an den Tisch und half ihm beim Internet leerlesen
  • der Gatte eilte davon, ich eilte auf den Balkon, um meiner Pflicht des Nachwinkens nachzukommen
  • dabei entdeckte ich, dass es den Erdbeeren mit ihrem Mehltau-Mäntelchen gar nicht gut geht und grub daraufhin den Balkon um … entsorgte die Erdbeeren, samt Erde … alles sehr traurig, dreckig und schwer
  • dann war es auch schon Zeit für den täglichen Anruf bei meiner Mutter … ich zog das dicke Fell an … meins hat aber anscheinend viele Löcher  wappnete mich und durfte feststellen – heute war ein guter Tag … sie hatte gut geschlafen, fühlte sich gleich viel kräftiger und erinnerte sich auch noch größten Teils an die Aufgaben, die ich ihr gestern als ich ging, gestellt hatte … heißt aber trotzdem nichts …
  • ich machte meinen Sport – der 13. Tag meiner Bauchspeckweg-Challenge … eigentlich habe ich keine Lust mehr, aber ich bin gespannt, ob sich nach 30 Tagen wenigstens etwas getan hat … sich vielleicht ein Bauchmuskel bei mir angesiedelt hat, darum mache ich weiter – von Speck weg will ich gar nicht reden … heute war es echt hart … zum Schluss 46 Sekunden Unterarmstütz – ich wusste es vorher, weil ich gelinst hatte, habe mich gegrault, es aber geschafft … PuH!
  • dann kam ich meinen hausfraulichen Pflichten nach .. ich dachte, ich hätte nicht viel zu tun, weil gestern eigentlich außer morgens und abends keiner da war, aber der Gatte hatte meine Abwesenheit genutzt und mehr geschmutzt als sonst, also putzte ich nochmal das Bad – Schwamm drüber, ist nicht schlimm – saugte und puschelte hier und da und dies und das …
  • das ist jetzt, glaube ich, ein guter Zeitpunkt, um die wirklich schönen Blumen zu zeigen, die ich gestern vom Gatten bekam20180720_132652… so schööööööööön
  • äääh … wie weiter … ich wurde unterbrochen und habe den Faden verloren und das Abendessen im Bauch … gutes Stichwort …
  • ich begab mich in die Küche und machte mir an den wirklich dreckigen Kartoffeln zu schaffen, um am Ende so schöne …20180720_105103… „Kartoffelwürfel“ fürs heutige Abendessen zu erhalten. Danach zerhakte ich die Matjesfilets, die Zwiebel, den Apfel und ein paar Gürkchen (eigentlich waren es Cornichons, aber das kann ich nicht schreiben) und umhüllte alles mit Joghurt und einen Klecks Schmand, weil ich zu wenig Joghurt hatte, entstanden ist das …20180720_103735
    … nicht unbedingt schön, aber lecker
  • zwischendurch pinselte ich immer mal wieder mit dem alten teuren Füllen …20180720_185324
    … am überaus profanen Einkaufszettel rum
  • meine Mutter rief an, um mir ganz stolz mitzuteilen, dass sie alle Aufgaben, die ich ihr gestellt hatte, abgearbeitet hat … fein, hatte ich so schnell nicht erwartet – es ist auch okay, dass sie die Ergebnisse als ihre Ideen ansieht … da bin ich echt nicht kleinlich, so lange es ihr hilft
  • nun stand duschen, Gesicht malen, Frisur basteln, einkaufen auf meinem inneren Plan
  • vorherigen Punkt erfolgreich erledigt … sauber, aus den Augen kucken können, frischen Mopp auf dem Kopp, drei Weckgläser und Kopfschmerztabletten erstanden und ungefähr 3587 Schritte gemacht … ich habe immer noch zu wenig, obwohl ich emsig das smarte Phone in der Wohnung mit mir rumschleppe und die eine oder andere Zusatzschleife laufe (4689 zurzeit … vielleicht schaffe ich die 5000 noch, wenn es ein paarmal zum Klo laufe und drumrum)
  • Pause … zwei Toast gefrühstückt
  • ab in die Küche und sich an die gefüllten Weinblätter machen … zuerst Weckgläser spülen, dann „sterilisieren“ …20180720_141313
    … zwischendurch Weinblätter wässern (Bild fehlt), Risotto kochen (Bild fehlt), die überzähligen Amalfi-Zitronen fürs Einfrieren aufschneiden und hübsch auf dem Teller drapieren …20180720_142931
    … und dann in den Tiefkühler sperren, die Weinblätter füllen, rollen und in die Gläser stapeln …20180720_150440
    … nach zwei Stunden (alles zusammen … Reis kochen … Weinblätter harken sortieren, Weinblätter füllen, rollen und die Gläser stopfen) und  diversen Rückenschmerzen, können die Gläser in den Ofen …

    20180720_155534

  • heißt für mich eine dreiviertel Stunde Freizeit, die ich hiermit …20180720_172429
    … verbracht habe
  • außerdem habe ich zwischendurch mit dem Vater meines Kindes die Dinge des Lebens besprochen, dem Gatten und mir das Abendessen bereitet …  die Bratkartoffeln waren toll und ich habe den Speck und die Zwiebeln ausnahmsweise nicht vergessen
  • jetzt sitze ich auf dem Balkon, schenke hin und wieder dem Gatten meine Aufmerksamkeit, lasse mich von Wespen belästigen (ungern, weil ich auf Grund einer Wespengiftallergie echte Fluchttendenzen habe) und blogge zu Ende, was ich vorhin begann
  • aber ich habe heute nix getan!

Ich hab ’nen Fleck in meinem Bett …

20180627_075626

… und der darf bleiben.

Das Kind hingegen ist schon zur Uni und eigentlich schon fast wieder da. Es hat heute nur eine Vorlesung, die bis 09:30 Uhr geht. Dann kommt es schnurstracks nach Hause und wir können uns, bis ich mich wieder um den Fall Mutter kümmern muss, auf den Wecker gehen uns gegenseitig ärgern Zeit miteinander verbringen. Wir werden erst einmal gemeinsam einkaufen gehen. Wenn wir zusammen einkaufen, wird es lustig. War nicht immer so. Es gab auch Zeiten, da habe ich es gehasst, wenn ich mein Kind beim Einkaufen am Popo hatte, weil es nur verträumt, gelangweilt, lustlos im Weg stand. Heute unterhalten wir den ganzen Supermarkt, wenn wir gemeinsam getrennt durch die Gänge flitzen. Manchmal müssen wir Dinge wieder zurückbringen, weil wir beide in unserem Eifer den anderen zu übertreffen, dieselben Dinge in den Einkaufswagen geschaufelt haben. An der Kasse geht dann der „Streit“ los, wer was trägt. Wir wollen immer beide alles tragen. Darum wirft jeder so schnell er kann, alles was er greifen kann, in seinen Beutel. Natürlich akustisch entsprechend untermalt. Ich mag zwar nicht gerne einkaufen, aber so ist einkaufen toll.

Wie lange ich hier ausharren muss steht noch in den Sternen. Als persönliche Dateline habe ich mir den Freitag gesetzt. Freitagabend will ich mit dem Gatten Karten spielen gehen. Ich hoffe, dass das möglich ist.

So richtig voran geht es bei meiner Mutter leider nicht. Heute machen sie bei ihr eine Magenspiegelung (vielleicht finden sie etwas und dann ist meine Mutter vorübergehend glücklich und zufrieden, weil sie endlich etwas hat, denn bisher hat sie außer alt sein und sich selbst körperlich heruntergewirtschaftet haben, nichts  (das war schon immer ihr Problem – alle sind krank, haben irgendetwas, nur sie nicht – doch einmal war ihre Galle böse, aber auch da – Galle raus, am nächsten Tag wieder essen dürfen nur mit der leichten Einschränkung vierzehn Tage nichts Blähendes, drei Tage später nach Hause entlassen – Oh wie furchtbar … die neue Hüfte ohne Problem – Oh wie furchtbar) und wann ein Kurzzeitpflegeplatz frei wird, steht in den Sternen.
Ich hätte sie, bevor ich fahre, gern irgendwo sicher geparkt gewusst. Vor allem damit das Kind Ruhe hat. Bei ihm steht die große Klausurenrunde (fünf in einer Woche, kurze Pause und dann die letzten zwei) an und da braucht er Ruhe und keine Großmutter, die dauernd etwas will. Wobei ich eigentlich schon den halben Hausstand ins Krankenhaus geschleppt habe und heute den Rest holen werde … ich hoffe zumindest, dass sie dann alles hat.
Ach, doof das alles und so unübersichtlich, so unnötig. So unplanbar. Das mag ich nicht. Das kostet so viel Zeit. Meine Lebenszeit, die mir vielleicht irgendwann fehlt.

Den gestrigen Vormittag habe ich hier in der Wohnung, in der ich bis Januar gewohnt habe und in der jetzt das Kind mit seinem temporär anwesenden Vater haust, mittelgroß reine gemacht. Ich kann dem Kind zwar kein gemütliches Heim geben, dafür müssten sich die Kerle zusammen- und aufraffen, aber ein halbwegs sauberes. Jedenfalls vorübergehend. Hat ihm auch gut gefallen und sogar so weit motiviert, dass er endlich seinen Kleiderschrank eingeräumt hat. Hat ihm sogar Spaß gemacht und es hinterließ das gute Gefühl endlich etwas gemacht zu haben, was schon lange auf dem Zettel stand und gar nicht so schlimm war, wie befürchtet. Vielleicht hilft das und ein paar Gespräche, die wir schon geführt haben und noch führen werden, dass er sich öfter mal aufrafft und die Dinge tut, die getan werden müssen. Nur so kommt er weiter und wie es in der Schule schon war, gilt der Leitsatz – er tut es für sich und nicht für andere. Nur wenn es ihm wichtig ist, wird es gelingen. Lässt sich etwas verändern. Und noch hat er den Vorteil, dass er wirklich nur an sich denken muss. Keine hinfällige störische unliebsame unliebende Mutter … noch nicht, keine Kinder und auch sonst nichts an der Backe, worauf man sich einstellen müsste.

So. Meine Sonnenfleck ist weg und ich sollte mich auch wegmachen … unter die Dusche bemühen, damit ich nicht noch im Bett sitze, wenn das Kind nach Hause kommt. So ganz untätig war ich aber doch nicht. Ich habe zwischendurch das Schreiben unterbrochen und habe mich der Wäsche gewidmet, für Kind noch ein paar meiner Bügel, die ich ihm hier gelassen hatte, aus des Vaters Höhle Zimmer, weil er sie sich heimlich unter den Nagel gerissen und gebunkert hat, gekramt, den Staubsauger ein weiteres Mal durch die Bude geschoben … wir haben gestern Abend beim Schrank einräumen doch ordentlich gebröselt und gestaubt und vor dem Duschen werden ich dem Kind noch Hemden bügeln. Ich hasse bügeln, aber liebe meinen Sohn. Darum tut ich es und es tut auch gar nicht weh.

Überschriften werden überbewertet

Seit gestern mache ich Zwangsurlaub vom Gatten und das kam so:

Sonntagabend gegen 18:00 Uhr rief mich das Kind an und teilte mir mit, dass ihn eben ein netter Feuerwehrmann angerufen hätte, der ihm die freudige Botschaft überbrachte, dass seine Oma, also meine Mutter in der Wanne gestürzt sei und sie sie nun ins Krankenhaus bringen. Es müsste bitte nochmal jemand nach der Wohnung schauen.
Das versprach das Kind zu tun. Und ich versprach herauszufinden was sie mit der Oma treiben und ob sie im Krankenhaus bleiben darf.

Das Kind erfüllte seine Mission schneller als ich und rief mich nach eineinhalb Stunden an. Er ist jetzt in der Wohnung und verstünde nun, was der Feuerwehrmann meinte … Ommas Schließmuskel hatte bei der Panik versagt … nicht schön, aber nicht zu ändern, aber fürs Kind eindeutig nix. Also neue Order „Mach’s Fenster auf, die Tür von außen zu und geh nach Hause. Ich mach das morgen.“
Ich hatte vorher schon beschlossen am Morgen nach Berlin zu fahren. Ein Grund mehr … ja, ich freute mich sehr *ironie an- und wieder ausknips*

Meine Mission war etwas schwieriger und bis 00:15 Uhr hatte ich noch nichts weiter erfahren, als dass sie immer noch auf der Rettungsstelle ist und versorgt wird. Immerhin hatte inzwischen ein Arztwechsel stattgefunden. Die Knochen waren fertig gecheckt, jetzt hatte man sie an die Innere gegeben, weil sie über diverse Beschwerden klagte und sie die Ursache für die Stürze der letzten Zeit (ja, da gab es einiges hinter der Bühne des Blogs) finden wollten. Weil ich dachte, dass es sicher sinnvoll wäre, wenn ich ein wenig schlafen würde, bis um halb sechs der Wecker klingelt und ich losfahren wollte, vertagte ich mich mit der Rettungsstelle. Die nette Frau am Telefon fand das auch ganz prima und sinnvoll, weil man so ausschließen könnte, dass ich dann direkt bei ihr auf der Rettungsstelle eingeliefert werden würde.

Meine Nacht oder das was davon übrig war, war nicht so dolle. Erst konnte ich nicht einschlafen, weil ich kalte Füße hatte … eiskalte Füße. Dann konnte ich nicht einschlafen, weil ich mir Sorgen machte, dass sie sie doch noch mitten in der Nacht nach Hause schicken. Das sie tatsächlich dableibt, war bei meinem letzten Anruf immer noch nicht sicher. Hätten sie sie nach Hause geschickt, wäre sie wieder ganz alleine gewesen und das auch noch in einer zugeschissenen Wohnung. Ich fühlte mich schuldig, weil ich nicht sofort losgefahren war, um die Scheiße zu beseitigen. Ja, ein Teil von mir weiß, dass das Quatsch ist. Der hat auch mit dem anderen Teil geschimpft. Das fördert aber den Schlaf auch nicht wirklich.
Um halb fünf habe ich die Nacht für erledigt erklärt, mich ans Telefon gesetzt und herausgefunden, dass sie meine Mutter dabehalten und auf der Inneren bei den Diabetikern geparkt haben. Immerhin was und damit war auch klar, das die Hüftprothese gehalten hat und der andere Oberschenkelhals auch ganz geblieben ist. Eigentlich gute Voraussetzungen, um wieder ins Bett zu gehen und in Ruhe eine Runde zu schlafen, aber nichts da. Ab unter die Dusche und dann ins Auto und nach Berlin fahren. Weil die Fahrt so kurzfristig war, waren die Bahnpreise so hoch, dass ich mit dem Auto günstiger fahre und auch flexibler bin.

Auf halber Strecke überfiel ganz viel bleiernde Müdigkeit und so suchte ich mir einen hübschen Rastplatz und machte zehn Minuten die Augen zu. Als ich die Augen schloss, war ich ziemlich alleine. Als ich die Augen öffnete, war ich von vielen wuselnden Rentnern umzingelt. Nach der ersten Verwunderung stellte ich schnell fest, dass inzwischen hinter mir, denn rechst und links von mir war immer noch alles frei – bis auf die wuselnden Rentner – wie beim Einschlafen, ein Bus geparkt hatte und dieser die Truppe ausgespukt hatte. Ich kam mir ein bisschen vor wie im Zoo und beschloss erst mal aufs Klo zu gehen.
Der zweite Teil der Fahrt verlief wie der erste. Unspektakulär. Einfach Autobahn am Montagmorgen mit vielen LKWs.

In Berlin fuhr ich zu allererst zu meinem Kind, dass sich wirklich sehr über mich freute. Ich freute mich auch. Freue mich immer noch. Das ist wirklich ein Lichtblick in diesem ungewollten und nicht wirklich schönen Ausflug.
Dann fuhren wir gemeinsam ins Krankenhaus, holten uns Order ab, was die Omma will, füllten einen Zettel für die Pflege aus, wo sie jetzt erst mal hinkommt und machten uns wieder auf den Weg. Das Kind nach Hause, ich in die Wohnung des Grauens.
Dort angekommen, wollte ich am liebsten gleich wieder nach Hause, aber stattdessen bin ich, nach einem Überblick der Lage, wieder los und habe groooooße Müllsäcke und Zeugs zum Putzen besorgt. Besonderer Dreck erfordert besondere Maßnahmen. Einmalhandschuhe hatte ich mir von zu Hause mitgenommen. Was war ich froh, dass ich Samstag gerade eine Packung gekauft hatte.

Fünf Stunden später war ich mit Putzen, Müll entsorgen, gewünschte Sachen suchen und einpacken, dem Ableser von der Heizung fertig und machte mich ein weiteres Mal auf den Weg ins Krankenhaus. Von dort ging es zum Kind nach Hause, wo ich wohnen darf.

Das Kind hat ganz wunderbar für uns gekocht, wir haben gemeinsam die Küche geputzt, geschwatzt, Dinge für ihn im Internet bestellt. Alles ganz gemütlich und im Kleinen ganz großartig. Die Zeit mit meinen Kind, die mir die Sache schenkt, ist wirklich toll und streichelt ein bisschen mein Herz und meine Seele. Er freut sich über mich. Meine Mutter kann nicht mal danke sagen. Freut und Leid …

Die Nacht habe im alten Bett des Kindes verbracht und habe, obwohl es mir viel zu weich ist, ziemlich gut geschlafen. Um vier hatte ich ein großes Loch, aber das war nicht schlimm. Ich habe einfach eine Weile den Vögeln zu gehört. Die singen hier ganz anders als zu Hause.
Jetzt sitze ich immer noch im Bett, habe meinen Tütencapu leer, die Waschmaschine läuft – „Mama, kannst einmal Bettwäsche waschen?“ Klar kann ich. Macht die Maschine und die großen Teile sind schnell aufgehangen. Wenn ich den Post fertig geschrieben habe, werde ich mich erheben und das Bad putzen. Habe ich versprochen. Freiwillig. Dafür kocht das Kind kocht heute Abend wieder für uns. Pizza. Der Teig schlummert schon seit gestern Abend im kühlen Schrank.

Es fällt mir schwer, aber ich beende jetzt und stelle mich dem Tag. Ja, das Schreiben war schon so etwas wie eine Flucht … denn das Dazwischen zwischen Ausstehen und Pizza essen und den Abend mit meinem Kind verbringen wird bestimmt nicht so nett. Bin ja auch nicht zur Erholung hier …

… Waschmaschine fertig.

Und weil es so schön ist …

Teil 3 und gleichzeitig Finale der 1. Staffel „Der kleine Rasenmäher der Nachbarn und ich“

Ob es eine weitere Staffel geben wird, steht in der gleißenden Sonne, die mir auf Hirn scheint.

Vielleicht kaufe ich aber auch eine Katze und produziere Katzenvideos.

Eigentlich hatte ich heute geplant einen Blogbeitrag über mein Befinden zu schreiben, aber da das Befinden sowohl körperlich, wie ganz besonders seelisch nicht so dolle ist, lasse ich das und beschäftige mich lieber mit Unsinn.