Die Sache mit dem Schlafen

Früher habe ich, wenn ich kein Kopfkino gemacht habe und nicht so tief in der Depression gesteckt habe, geschlafen wie ein Stein. Man hätte mich wegtragen, aus dem Fenster schmeißen oder auf die belebte Straße legen können, ich hätte es nicht gemerkt oder wenn doch einfach darüber hinweg geschlafen.

Dann kam das Kind und der Schlaf wurde sehr viel flacher und weniger … sehr viel weniger in den ersten Jahren – irgendwas war/ist ja immer nachts.

Dann kamen die Wechseljahre und mit ihnen das nicht Schlafen können. Damit es nachts nicht so langweilig und einseitig ist, gesellte sich zuerst die Hüftarthrose und seit neustem die Schulter dazu. Hüfte und Schulter schaffen einen sauberen Ausgleich – Hüfte links, Schulter rechts. Nicht dass ich vielleicht eine Seite hätte, die sich gemütlich liegt … wie ich es hasse. Im Allgemeinen habe ich aufgehört die Stunden zu zählen, die ich geschlafen habe. Obwohl mir das bei meiner Fähigkeit nur bis drei zählen zu können, gerade noch gelingen würde. Aber wozu zählen? Mehr wird es davon auch nicht.

Was ich eigentlich erzählen wollte:

In der Nacht von Montag auf Dienstag schlief es mich sehr schlecht. Es war vorher klar, dass das passieren würde. Wenn ich kurz nach vier aufstehen muss, damit ich meinen Zug bekomme, schlafe ich vorauseilend schlecht bis ziemlich gar nicht, weil ich ja verschlafen könnte. Und weil ich verschlafen könnte, kann ich nicht einschlafen und wer nicht einschläft, kann nicht schlafen. Hat eine gewisse Logik. Am Montagabend war ich um halb zwölf aber ausnahmsweise eingeschlafen. Leider nicht sehr lange, weil mich das süße Schnarchen, des an mich gekuschelten Gatten, direkt in mein Ohr, weckte. Auch nachdem ich den Gatten von meinem Ohr abgewendet hatte, konnte ich natürlich nicht wieder einschlafen. Erstens aus Prinzip und zweitens weil der Gatte weiter schnarchte und ich das Ohropax nicht benutzen wollte, weil ich dann um kurz nach vier den Wecker nicht hören würde, falls ich doch noch einmal einschlafen sollte. Um kurz nach eins nahm ich mein Kissen und meine Decke und zog in mein Zimmer. So wirklich Schlaf fand ich da aber auch nicht. Ja, ich habe gründlich gesucht. Das letzte Mal schaute ich um fünf vor vier auf die Uhr. Wenig später holte mich der Wecker dann aus dem gerade begonnenen Schlaf.

Die Zugfahrt hatte auch nicht wirklich viel Schlaf zu bieten, sodass ich den Dienstag ziemlich müde verbrachte. Abends beim allabendlichen Telefonat mit dem Gatten um kurz nach zehn habe ich mich ganz schnell verabschiedet und bin gegen halb elf ins Koma gefallen. Das hielt bis kurz nach vier. Ich war, als ich erwachte und realisierte wie viele Stunden ich am Stück geschlafen hatte, ganz verwirrt. Die Uhr musste kaputt sein. Ich habe keine Erinnerung daran, wann ich das letzte Mal so viele Stunden am Stück geschlafen habe. Das wieder Einschlafen war nach dieser Erkenntnis recht schwierig, aber mit größerer Pause war noch eine kleine Runde drin bis halb sieben.

Nach so einer großen Portion Schlaf war ich gestern natürlich ganz dynamisch. Zuerst trank ich ganz gemütlich Kaffee, schrieb Mails, telefonierte, machte unteranderem einen Zahnarzt Termin, kramte schon mal die CDs raus, die ich bei Rebuy verkaufen wollte und stellte sie mitten auf den Tisch, damit ich nicht drumrum kam und ging dann laufen. Dabei und während ich duschte und im Anschluss beim Wäscheaufhängen, plante ich im Groben meinen Umzug und Weihnachten. Ging dann mit dem Kind einkaufen, buk, nachdem wir wieder zu Hause angekommen waren, Brownies. Danach verzog ich mich in mein Zimmer und arbeitete mich durch die CDs … die Guten, die die sie haben wollen, nach rechts, die anderen nach links. So schafft man relativ schnell etwas weg. Noch ein paar Bücher hinterher geschoben und dann sah es so aus:

Der Gegenstapel sah so aus:

Das fertige Paket hatte eine interessante Größe …

… und solch ein Gewicht, dass ich das Kind bat es wegzutragen – hat er vorhin auch schon erledigt … braves Kind … ich habe die Kiste aber auch unübersehbar genau neben seinem Schreibtisch positioniert … hab ich sogar zweimal machen müssen, beim ersten Mal hat er sie zurückgeschleppt 🙃

Jedenfalls und überhaupt, um wieder aufs Schlafen zu kommen, hat mich der gestrige Tag zwar ziemlich zufrieden gemacht, aber auch so beschäftigt, dass ich heute Nacht von kurz nach elf bis um halb vier wieder nur sehr lückenhaft und danach gar nicht mehr geschlafen habe. Dafür habe ich meine Klamotten bestimmt fünfmal gedanklich entrümpelt und bin genauso oft umgezogen.

Vielleicht sollte ich es einfach ganz pragmatisch sehen – wenn ich so weitermache, habe ich alles entsorgt, brauche kein Auto zu mieten und mache meine Umzug mit einer großen Tasche unter dem Arm und der Bahn und schlafen kann ich irgendwann, wenn es sich mal ergibt.

Auch wenn die Chefin weg ist, mache ich mich jetzt doch mal an die Arbeit, für die ich bezahlt werde.

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Eigentlich sollte ich Übung haben, …

… schließlich ist es nun schon das dritte Mal, dass ich mein Leben komplett in der einen Stadt deinstalliere, um es in einer anderen Stadt wieder zu installieren.
Ich fühle mich aber überhaupt nicht geübt. Umziehen ist zwar immer doof, aber über so eine weite Strecke umziehen und komplett neu anzufangen ist ungleich doofer.

Als ich das erste Mal von einer Stadt in die andere zog, war ich Anfang zwanzig und hatte eigentlich nur vor für ein Jahr des Jobs wegen nach Hamburg zu gehen. Aus diesem einen Jahr wurden am Ende zehn. Aus diversen möbliert gemieteten Wohnung in den ersten eineinhalb Jahren wurde meine heißgeliebte Dachgeschosswohnung … mein Nest, das ich nur sehr ungern verlassen habe.
Damals ließ ich in Berlin außer einer halbherzigen Beziehung, die nur das erste Jahr mehr oder weniger überdauerte, meine Schwester, zu der ich zu der Zeit kein allzu gutes Verhältnis hatte und meine Eltern, die ich mit Entzücken hinter mir ließ und meine Wohnung, die ich nach eineinhalb Jahren mit Begeisterung auflöste, zurück. Natürlich auch ein paar befreundete Bekannte, aber da stellt man recht schnell fest, dass man sobald man außer Sicht ist, kannst schnell vergessen ist. Einen Koffer ließ ich nicht in Berlin.

Der Start in Hamburg war damals schwierig für mich. Mit prolligen Berlinern bin ich groß geworden. Die kannte ich, die war ich gewohnt. An die im ersten Moment unterkühlt wirkenden Hamburger und ihre zuweilen leicht versnobten Ansichten musste ich mich erst einmal gewöhnen. Aber ich habe sie schnell lieben gelernt und mein Herz eindeutig an Hamburg und Umgebung verloren. Wenn ich nach Hamburg komme, habe ich jedes Mal das Gefühl nach Hause zu kommen.

Als ich dann schwanger wurde, dachte es in mir, dass es sicher sinnvoll wäre, wenn das Kind wenigstens im Ansatz so etwas wie Familie … Großeltern und eine Tante in der Nähe hätte. Damals war mir nicht klar wie sehr ich irre …
Der Vater des Kindes zog Berlin ebenfalls als Familienwohnsitz … muhaha, der nächste Irrtum … den Möglichkeiten Hamburg, Bremen oder Kiel vor. Also ging es wieder zurück nach Berlin. Es fiel mir sehr, sehr schwer Hamburg, meine Wohnung und die Menschen, die ich in dieser Stadt kennengelernt und sehr lieb gewonnen hatte, zurückzulassen. Ich ging mit mehr als einem weinenden Augen, aber ich hatte einen Koffer in Hamburg gelassen …

Die Jahre hier in Berlin waren schwierig. Ich habe mich durch vieles hindurch kämpfen müssen. War, obwohl offiziell nicht allein erziehend, immer auf mich allein gestellt. Den Vater meines Kindes, mit dem ich bis heute zur Aufzucht des gemeinsamen Jungen in einer Wohngemeinschaft lebe, hatte ich als zusätzlichen Ballast an der Backe kleben. Nein, ich will mich nicht beschweren. Kann ich auch gar nicht. Ich habe dieses Leben frei gewählt. Weil ich dachte, es wäre gut für mein Kind. Ich wollte nie allein erziehend sein, aber irgendwie … nein, ich will es nicht in Frage stellen. Dann müsste ich mich innerlich auffressen, weil ich nicht früher ausgestiegen bin. Es ist, wie es ist und das Kind ist ziemlich klasse. Ich zumindest bin sehr stolz auf ihn und zufrieden mit ihm.

Zu der häuslichen Misere kam hinzu, dass Berlin nicht meine Stadt ist. Ja, ich bin hier geboren und groß geworden, aber da war um Berlin noch die Mauer drumrum. Wenn man raus wollte, musste man erstmal Grenzen überwinden. In meiner Abwesenheit haben sie die Mauer platt gemacht und Deutschland im Ansatz wiedervereinigt. Berlin wurde Hauptstadt und meint nun der Nabel der Welt … Weltstadt zu sein. Ääähmmm…ja… eine sehr provinzielle Weltstadt, die den Charme, den sie früher einmal hatte, mehr und mehr verliert, weil der typische Berliner langsam ausstirbt. Zurückbleibt eine ach so hippe, multikulturelle, versiffte Stadt, von der ich mehr und mehr den Eindruck habe, dass sich hier der allerletzte Abschaum sammelt.

Einerseits bin ich froh, dass ich diese Stadt Ende des Jahres verlassen kann. Andererseits fällt es mir sehr schwer, weil ich mein Kind zurücklasse.
Ja, es ist groß. Der weitere Weg ist geebnet … Studienplatz gefunden, Studiengebühren bezahlt, er kann wohnen bleiben, wo er wohnt … alles fein. Jetzt muss ihn nur noch gehen. Das wird er tun. Da bin ich mir sicher. Es ist auch Zeit sich zu trennen. Trotzdem würde es mir leichter fallen und ich hätte nicht so ein beklopptes und völlig unnötiges schlechtes Gewissen, weil ich ihn verlasse, wenn er gehen würde … das Nest verlassen würde. Aber ich krieg das gefühlsmäßig irgendwie hin. Schließlich bin ich es gewohnt, dass mein Leben nicht so ist wie andere Leben.
Desweiteren ich lasse meine große Schwester zurück, zu der ich in den letzten Jahren ein wirklich gutes Verhältnis entwickelt habe. Als sie mich 2009 gefragt hat, ob ich für sie arbeiten will, habe ich zwar ja gesagt, hätte aber nie vermutet, dass wir es so lange miteinander aushalten. Und dann auch noch so gut. Früher war ich immer nur die blöde kleine Schwester, die unendlich nervt. Ich werde sie, meinen Job und selbst die leicht verschrobenen Stammpatienten vermissen.
Dann lasse ich meine Mutter zurück. Die brave, gut dressierte Tochter plagt natürlich das schlechte Gewissen. Was ich damit mache und wie es mit ihr weitergeht … wie lange sie noch alleine in ihrer Wohnung leben kann … weiß ich nicht und letztendlich habe ich auch keinen Einfluss darauf. Ich kann nur aus der Ferne ein Auge draufhalten, dafür sorgen, dass sie das Kind nicht so sehr belastet und zur Stelle sein, wenn es anfängt zu brennen.

Ich lasse emotional viel zurück, aber ich freue mich auf den Start in ein neues Stück Leben. Auf ein Zuhause. Auf Zeit mit dem Gatten, die nicht abgezählt ist, auf Alltag mit dem Gatten. Auch wenn für mich alles sehr ungewiss ist, ich keine Ahnung habe, wo mich die Jobsuche hinführt und ob überhaupt … mit dann knapp 54 ist man nicht unbedingt die ganz heiße Ware auf dem Arbeitsmarkt … ich freue mich. Dauert aber noch … Vorfreude und so …

Warum ich all das geschrieben habe?

  • weil ich gerne lange, langweilige Geschichten schreibe
  • weil es mich umtreibt und ich nachts vor lauter denken, egal ob im positiven oder im negativen Sinn, nicht schlafen kann
  • weil ich vor lauter Anspannung auf den Zähnen herumbeiße … sodass ich schon Zahnschmerzen habe
  • weil es raus musste
  • weil ich mal wieder bloggen wollte
  • weil … weil … weil …

Warum einfach, …

… wenn es auch kompliziert geht.

Meine Mutter hat sich vor zwei oder drei Jahren ein Smartphone gekauft. Weil ich nicht schnell  genug reagiert habe (ich hatte meine Gründe … und hatte recht), ist sie in den Laden des Mobilfunkanbieters ihres Vertrauens gegangen und hat sich eine alte Gurke andrehen lassen. Viel zu wenig Speicherplatz. Seit dieser Zeit bin ich regelmäßig damit beschäftigt ihr Smartphone zu entrümpeln, damit es wieder läuft und sie ihre Spiele spielen, googlen und ihre Bilder kucken kann. Ein ziemlich mühsames Geschäft.

Neulich wollte sie sich ein neues Smartphone kaufen. Das scheiterte zum Glück daran, dass sie ihr altes Smartphone zu Hause vergessen hatte. Stattdessen hat sie sich für viel Geld einen neuen Kühlschrank gekauft. Womit natürlich das neue Smartphone nicht wirklich vom Tisch ist. Das Kind hatte mir dann noch erzählt, dass das Smartphone, das in der ganz engen … allerengsten Wahl ein S8 ist … ja, wenn schon, denn schon.

Nun finde ich, ganz garstige Tochter, das manche Dinge nicht gehen. So nicht sein können. Wozu so ein schweineteures Teil, wenn sie damit sowieso nicht umgehen kann und es eigentlich auch nicht braucht. Außer zum Spielen, googlen und Bilder kucken. Nein, sie telefoniert damit nicht. So gut wie nicht jedenfalls. Und sie schreibt auch keine SMS. Und WhatsApp und anderes in der Richtung sind ein Buch mit mehr als sieben Siegeln … worüber ich sehr froh bin.

Nachdem wir heute Morgen am Telefon wieder einmal eine lange Diskussion über das schon wieder nicht wollende Smartphone hatten, habe ich gedacht, dass nun vielleicht doch Handlungsbedarf besteht. Ganz besonders wo ich festen Willens bin, obwohl es mich sehr … noch sehr quält – ich hoffe mich bis dahin darüber hinweggesetzt zu haben, dass ich nicht der deutschen DIN-Norm entspreche und nicht mein Kind das Nest verlässt, sondern ich das Nest des erwachsenen Kindes, Ende des Jahres diese „schöne“ Stadt zu verlassen und dem Gatten ständig auf den Wecker zu gehen.
Zuerst habe ich mich bei Ebay nach gebrauchten Smartphones umgesehen. Mmmmhhhmmm … immer noch viel Geld für oftmals viel Schrott. Tja, dann nahm das Schicksal seinen Lauf und ich habe mir ein neues smartes Phone gekauft und meine Mutter bekommt mein altes. Naja, so alt ist es noch nicht. Noch keine zwei Jahre und es ist absolut in Ordnung. Äußerlich als neuwertig zu bezeichnen. Da es immer in einer Hülle steckte und eine Displayschutzfolie trug und weil ich sowieso immer sehr nett zu meinen Sachen bin…. außer zum Gatten, aber der ist auch keine Sache. Rebuy würde mir dafür noch 200 Euronen geben – fürs Smartphone, nicht für den Gatten.

Es ist unglaublich was so ein Smartphone Kauf für einen Rattenschwanz hinter sich herzieht. Zum einen musste sich der Gatte auch ein neues kaufen, zum anderen braucht so ein Phone etwas anzuziehen. Nackt geht gar nicht. Ich habe viel zu trockene Finger. Es würde mir ständig entgleiten.
Dann braucht es eine Displayschutzfolie. Die können mir ja viel erzählen, wie hart ihr Glas ist. Die kochen bestimmt nicht immer mit ihrem Smartphone. So ein spitzes Messer fliegt schnell mal durch die Küche Dank der trockenen Finger.

…vielleicht wäre für mein smartes Phone eine Neoprenanzug die beste Schutzhülle … schützt gegen Nässe und gegen Mehlstaub und HaiMesserattacken

Desweiteren braucht es eine neue SIM-Karte. Meine kann nicht Nano. Ich habe zwar einen Nano-Cube mit Zwerggarnelen drin, aber keine Nano-SIM-Karte .. weder mit noch ohne Zwerggarnelen.

Ja, so ein Smartphone Kauf ist sehr komplex. Um nicht zu sagen kompliziert, aber eigentlich müsste jetzt alles gut sein.

Nun heißt es nur noch warten. Heute Abend auf den Mann von DHL mit dem smarten Phone. Der beteuerte in einer SMS, dass er zwischen 18:25 Uhr und 18:55 Uhr das Teil abliefern will.
Morgen Abend auf den Götterboten, der Hülle und Folie bringen soll.
Zwischendurch kommt noch UPS und bringt den gestern bestellten Nagellack. Nee, den brauche ich nicht fürs smarte Phone. Gestern wusste ich noch nicht, dass ich heute ein smartes Phone brauche.
Die SIM-Karte geht zum Gatten, weil die Telefonmenschen erst meinten nicht so schnell zu sein und ich mich am Freitagmittag mit dem Zug wieder auf den Weg von B nach A mache. Ein bisschen ärgerlich ist, dass die Telefonmenschen nun doch ganz schnell waren und die SIM-Karte schon auf dem Weg ist. Zum Gatten natürlich, aber das macht nichts. Dann kann sich der Gatte schon mal mit der Karte unterhalten bis ich komme.

Und wenn ich dann wieder da bin, dann trage ich mein altes Smartphone zu meiner Mutter, werde es ihr einrichten und muss mich dann hoffentlich nicht immer über das Smartphone unterhalten und mich drum kümmern. Zumindest geht es dann schneller, weil ich es wie meine Westentasche kenne.

Ein wenig traurig … wehmütig bin ich aber schon. Ich mochte mein smartes Phone, liebevoll Brettchen genannt, weil es nach dem Vorgänge, ein S3 Mini, riesig war, sehr sehr gerne.

Rezept kann ich nicht

Ein richtiges Rezept für das Gulasch, den Gulasch geht auch, habe ich gerade nachgesehen, kann ich nicht liefern, weil ich nicht nach Rezept koche. Gulasch ist das Ziel und was unterwegs an Zutaten und in welcher Menge dazu kommt, wird spontan entschieden.

Für das Gulasch kaufte ich ganz bewusst 800g Bio-Rindergulasch von Aldi. Schön marmoriertes, aber mageres Fleisch. Wirklich toll. Das schleppte ich nach Hause und tat es in den kühlen Schrank, weil es noch nicht gebraucht wurde. An diesem Tag stand Steak auf dem Speiseplan … Steak, Mais, selbstgemachte Pommes und selbstzusammengerührte Kräuterbutter.
Am nächsten Tag kramte ich das Gulasch wieder aus dem kühlen Schrank, befreite es aus seiner Verpackung und ließ es erstmal atmen und sich für mich erwärmen. In der Zwischenzeit ging ich den zeitgleich aus dem kühleren Schrank entwendeten Zwiebeln und Knoblauch an die Pelle … es handelte sich um ungefähr 4 große Zwiebeln und 2 große Zehen Knoblauch … und zerlegte sie in hübsche Würfel … die Kantenlänge ist nicht wichtig.
Ach ja! Ich hätte sie glatt vergessen, aber der Gatte erwähnte sie gerade … die 7 bis 9 Mini Roma Tomaten habe ich nach dem Waschen erschossen geviertelt und auf dem großen Brett neben den gewürfelten Zwiebeln und Knoblauch ruhen lassen.
Während sich die Kokotte (der Schmortopf) mit ein wenig Öl darin auf dem Herd erwärmte, suchte ich den ein wenig in den Schränken herum und stellte

  • Fenchelsamen
  • Chili
  • süßes Paprikapulver
  • Tomatenmark
  • Zucker
  • Salz
  • Pfeffer
  • ½ l Wasser
  • 1 Lorbeerblatt

bereit.

Zuerst habe ich den Fenchelsamen (ungefähr einen Esslöffel) in das heiße Öl geworfen, angeröstet und mich gefreut, dass es so köstlich riecht … ich liebe den Geruch von geröstetem Fenchelsamen. Dann warf ich die Zwiebel- und die Knoblauchwürfel hinterher und ließ sie ebenfalls rösten. Nachdem sie ein wenig Farbe angenommen hatten, es in der Küche sehr lecker roch, quetschte ich ca. einen Esslöffel Tomatenmark aus der Tube und röstete den unter Rühren ebenfalls an. Fenchel, Zwiebeln und Knoblauch habe ich natürlich während des Röstvorganges auch ganz liebevoll begerührt. Jetzt kam etwas Zucker in die Kokotte (naja … vielleicht war es ein ¼ Teelöffel voll) und wurde karamellisiert. Dann warf ich die Tomaten rein, rührte um, streute nach Gutdünken Paprika, Chili, Salz und Pfeffer aus der Mühle dazu, kippte das Wasser darüber, rührte schon wieder um, warf das Lorbeerblatt hinterher und schloss dann den Deckel der Kokotte und ließ das Ganze ca. 20 Minuten köcheln.
Derweil räumte ich die Küche auf, schalte den Backofen ein und heizte ihn auf 180° an.
Nach 20 Minuten lüftete ich den Deckel der Kokotte, kostete den Zaubertrank, streute noch ein wenig Salz und Pfeffer hinein, rührte um und ließ dann das Fleisch in den Zaubertrank fallen. Machte den Deckel zu, sperrte das Gulasch für die nächsten ca. vier Stunden in Ofen und machte mir einen bunten Nachmittag.
Einmal war ich zwischendurch kucken … nach ca. drei Stunden … wie es dem Gulasch geht. Die Probe, die ich machte, sagte, dass es noch braucht, aber am Ende ganz köstlich sein wird. Was mich dazu veranlasste dem Gatten einen WhatsApp zu schreiben, in der ich ihm mitteilte, er möge sich bitte etwas zu Essen von unterwegs mitbringen, weil das mit dem Gulasch nichts wird … schade, er hat es nicht geglaubt und ich musste ihm am Ende tatsächlich etwas … etwas mehr abgeben.

Diese Art des Gulasch kochen finde ich ganz großartig, weil es am Ende nur halb so doll stinkt und gar nicht fettsprießt, weil das Anbraten des Fleisch wegfällt.

Die Sache mit der Wahrnehmung

Gestern Abend war Reisetag.
19:28 Uhr ab Südkreuz per ICE nach Hamburg – an 21:24 Uhr. Wer rechnen kann – reine Fahrtzeit … gut mit Zwischenhalt Berlin Hauptbahnhof, dort steht er zehn Minuten rum und Berlin Spandau, dort gönnt er den Reisenden gerade mal zwei Minuten zum Raus- und Reinspringen … nicht mal zwei Stunden. An sich nicht viel, aber zwei Stunden können sich deutlich unterschiedlich anfühlen.

Gestern hatte ich die zähe Variante erwischt. Vielleicht lag es daran, dass ich abends gefahren bin. Ich müde war. Es warm war. Daran, dass ich deutlich früher losgefahren bin, um pünktlich am Südkreuz zu sein, weil bei der S-Bahn mal wieder irgendetwas nicht so war, wie es sein sollte. Die Ringbahn unregelmäßig fuhr. Den Bus zur S-Bahn hatte ich gestrichen, weil der mal wieder mehr nicht fuhr als fuhr und so vertraute ich meinen Füßen den Weg an. Ging sich prima.

Natürlich war ich auf Grund dieser weisen Voraussichten viel zu früh … eine gute halbe Stunde … am Bahnhof. Das macht aber nichts. Auf dem Bahnhof gibt es immer etwas zu kucken. Erst mal setzen und die Zuganzeigen lesen … mmmhmm … der EC aus Praha nach Hamburg ab 18:52 Uhr +35 später. Uh! Nicht schön, aber nicht meiner.
Der IC aus Frankfurt +20 später. Auch nicht meiner. Gut.
ICE 1206 – 19:28 Uhr. Sehr schön. Hauptsache mein Zug ist pünktlich.

Während ich mir diese Informationen einverleibte, kam auf dem Gleis hinter mir ein IC aus Hamburg an, der am Südkreuz planmäßig endete. An sich planmäßig, aber leider verendete er … also die Lok genau im Bahnsteig. Super! Damit war dieses Gleis erst mal blockiert, aber es gab viel zu sehen … ratlose Gesichter, Dampf, nee, war keine Dampflok, machte trotzdem Dampf und zu hören. Ich weiß nicht, muss ich auch nicht, war schließlich nicht direkt daran beteiligt – nur Zuschauer, was sie alles entlüftet haben, aber es kam eine Menge Luft und das sehr lautstark.
Irgendwann kam der IC aus Frankfurt, spuckte Menschen aus, fuhr weiter. Bei der Gelegenheit sah ich, dass sich mein Zug nun auch um +5 verspätet. Schmoll! Daran war bestimmt nur der blöde EC schuld. Schließlich nutzt der dieselben Gleise und ist dem ICE voraus. Aber was sind schon fünf Minuten!? Ich steckte meine Nase wieder in mein Buch, lauschte nebenbei dem OmaEnkelgespräch neben mir und nahm zur Kenntnis, dass sie hinter mir zuerst Lok und dann Wagen weggetragen hatten. Das Gleis somit wieder frei war … zog ganz schön im Rücken ;-).
Dann setzten sich Oma und Enkel in Bewegung, weil der EC angekündigt wurde. Ziemlich genau pünktlich verspätet. Das muss man erstmal hinkriegen. Als der Zug einfuhr stellte ich fest, dass mein Zug von der Anzeigetafel verschwunden war. Der sollte nach dem EC auf dem Gleis erscheinen. Leicht irritiert drehte ich mich zur Anzeigetafel des Nachbargleise um und tatsächlich da stand er jetzt dran und kam auch schon … ganz ohne Ansage.
Aus der Tür meines Wagens quollen ganz viele fröhlich schwatzende Chinesen. Es waren noch nicht alle herausgequollen, da machte die fröhlich schwatzende Meute … eigentlich kicherten sie inzwischen mehr … eine Kehrtwendung und quoll in den Wagen zurück. Naja, kann sich ja jeder mal irren und nach dem ich sie von meinem Platz vertrieben hatte, war es mir auch egal, wo sie weiter kicherten und schwatzten.
In der Hoffnung, dass sich dann niemand neben mich setzt, platzierte ich eine liegengebliebene Zeitung auf dem Nachbarsitz. Hat aber nicht geholfen. Ich scheine zu nett auszusehen. Ich kriege immer einen Sitznachbarn, während andere leer ausgehen. Das ist irgendwie fies und gemein. Immerhin hatte ich bis auf einmal immer Glück keine Schwätzer zu erwischen. Ich rede nämlich nicht mit jedem …
Gestern erwischte mich eine junge Frau, die übelriechendes Sushi aß, Club Mate trank und hektisch auf der Tastatur ihres Apfels herumtippe … etwas weniger Geschwindigkeit hätte sicher zu einer genaueren Trefferzahl der richtigen Buchstaben geführt, somit das ewige Korrigieren erspart und wäre dann doch schneller gegangen – ist ja aber nicht mein Problem.
Die Zugfahrt zog sich. Die Zugfahrt dauerte und dauerte und wann immer ich auf die Anzeige schaute kroch er mit 124 bis 130 Stundenkilometern über die Gleise. In Wittenberge, was ungefähr die Hälfte ist, hatte ich schon keine Lust mehr, extremes Hüftweh, war müde, konnte aber nicht schlafen … lags am Tippen neben mir? Egal.
Irgendwann kamen wir auch noch in eine Gewitter mit viel Regen und der Zug wurde noch langsamer. Seltsamerweise verkündete meine App bei jeder meiner Nachfragen, dass wir, bis auf zwei Minuten, pünktlich in Hamburg sein werden … das konnte gefühlt gar nicht sein.

In der Tat waren wir dann pünktlich zwei Minuten verspätet in Hamburg. Es ist schon seltsam mit der eigenen Wahrnehmung. Denn so zäh wie sich die Fahrt für mich anfühlte, konnte sie eindeutig nicht gewesen.

Kommt jemand mit raus Spielen …

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… äh … Plaudern?

Hier geht es gerade so … ja, nicht schlecht, aber könnte besser sein, wenn es ein anderer Balkon und eine andere Stadt wäre, aber für einen Montag und nach einer Fahrt mit dem ICE von A nach B, naja … um genau zu sein – der ICE fährt natürlich nur von HH nach B, für den Anfang oder das Ende, je nachdem von wo man kommt oder wo man hin will, muss man die Regionalbahn bemühen … ist es, wie schon gesagt, nicht so schlecht. Vor allem nicht zu warm und ausnahmsweise ist es auch mal nicht schwül in Berlin … schnell XXX mach.

Ha! Ich freue mich schon. Dieses Mal sind es nur neun Tage (als ich dem Gatten sagte, dass ich schon Dienstagabend komme und nicht erst Mittwochnachmittag, wie geplant und anfügte, dass ich das tue, damit ich schon am Mittwochmorgen im Bett bleiben kann, während er zur Arbeit muss, schüttelte er geschlagen grinsend Kopf und meinte, dass man gegen dieses Argument nichts sagen kann … er freut sich aber trotzdem) bis ich das nächste Mal den Zug besteigen darf und hoffentlich per Express von B nach A gebracht werde. Ich muss gestehen, dass ich nach nun fast fünfeinhalb Jahren des Hin – und Herfahren müde bin.
Zuerst fuhr ich die Strecke noch per Anhalter durch die Galaxis Bus, was noch einmal zwei Stunden mehr in ein Fahrzeug eingequetschte Lebenszeit bedeutete. In den Anfängen des mit der Bahn fahren habe ich mich entfaltet, aber das hält nicht ewig. Außerdem scheinen die Züge immer voller zu werden. Oder die Menschen fahren immer nur mit den Zügen, die ich benutze … alle anderen Züge sind leer …  ja, bestimmt ist das so und bestimmt tun sie das aus lauter Sympathie. Es ist zum Beispiel auch so – sind noch fünf Plätze leer im Wagen, setzt sich garantiert zielstrebigst irgendein Trottel Mensch neben mich, alle anderen gehen leer aus haben ganz viel Platz und dürfen alleine sitzen … ich fand das Spiel „Mein rechter Platz ist leer, ich wünsche mir blablabla her“ schon immer doof …

Das Ende ist aber in Sicht. Ich habe das Jahresende, weil mich die SchwesterChefin fragte, als möglichen Endpunkt avisiert. Das könnte in der Tat klappen, weil das Kind die erste Zulassung fürs Studium bekommen hat. Es ist zwar nicht die Wunschhochschule, wäre aber auch okay. Mit ein bisschen Glück klappt es auch noch mit der Wunschhochschule. Dann ist das Kind im Herbst von der Straße und ich kann meiner Wege ziehen. So weit der Wunsch und der Plan.
Meine Gefühle dazu sind in der Tat sehr gemischt. Zum einen bin ich sehr vorfreudig und kann es kaum erwarten, zum anderen drückt mich das schlechte Gewissen. Ja, blöd. Ich weiß. Das Kind ist groß und muss alleine … und kann er auch, weiß ich. Die SchwesterChefin wird auch ohne mich überleben und meine Mutter macht das schon. Ist die Komfortzone zwar nicht mehr so groß, aber irgendwie geht das schon. Im Zweifelsfall droht sie wieder damit gegen eine Mauer zu fahren … womit auch immer, das Auto hat sie zum Glück schon abgegeben und mit dem Rollator kriegt sie nicht genug Speed drauf.

Ich glaube, ich geh jetzt noch etwas Sinnvolles … das erste an diesem Tag … tun. Was weiß ich noch nicht, aber vielleicht läuft mir etwas vor die nackten Füße.

 

Wie viel sind wir unseren Eltern schuldig?

Achtung! Lang und „tiefsinnig“

 

Ich glaube nichts!

Ich für mich und auf meinen Sohn bezogen, würde ich das so sehen. Er ist mir nichts dafür schuldig, dass ich ihn in die Welt gesetzt und groß gezogen habe. Ich habe mich ganz egoistisch dafür entschieden, ihn haben zu wollen. Ganz bewusst – ja, ich will (… und das auch noch ohne dass ich wusste, was auf mich zu kommt)! Ich habe ihn nicht gefragt (… ging ja auch nicht, schon klar). Warum sollte er mir dann etwas schuldig sein?
Füttern, Popo wischen, sich sorgen, schlaflose Nächte und vieles andere gehören zu dieser Entscheidung mit dazu.
Er hat mich von sich aus großzügig belohnt. Er schenkte mir sein erstes Lächeln und sein erstes bewusstes Lachen – es war so wunderschön und kam aus tiefster Seele … aus dem Bauch … Glück, Freude pur … unverfälscht und ein bisschen dreckig 😉 (… dass er über mich gelacht hat, sei ihm verziehen). Das ist mehr als genug … außerdem sagt er mir seit dem er reden kann und vielleicht durch mein Vorplappern und Vorleben begriffen hat, was es bedeutet/wie es sich anfühlt, mehrmals am Tag, wie lieb er mich hat. Selbst wenn er jetzt damit aufhören würde, würde es bis an mein Lebensende reichen – von der Menge des Gesagten ausgegangen, wenn er aufhören würde mich lieb zu haben, würde mir schon etwas fehlen, aber zwingen könnte ich ihn nicht. Auch dazu ist er durch seine Geburt nicht verpflichtet.
Ich möchte nicht, dass sich meine Kind am Tage X, wenn ich nicht mehr kann, um mich kümmern muss. Ich will nicht, dass er mir den Hintern wischt und den Sabber wegmacht. Das weiß er auch.

Wie ich auf diese mehr oder weniger tiefsinnigen Gedanken komme? Ich hatte heute viel Zeit zum Nachdenken, weil ich lauter Dinge getan habe, bei denen ich gut nachdenken kann und bei denen mir die wundersamsten Erkenntnisse oder Einfälle kommen … ich habe geduscht (allein), ich bin Rad gefahren (allein) ich habe geputzt (allein) und ich war bei meiner Mutter (allein).
Dort habe ich, wie schon geschrieben, allein geputzt. Königinmutter sass derweil da und hat gespielt. Gut, hat den Vorteil, dass ich dann nicht reden muss, sondern mich ganz meinen Gedanken hingeben und meinen eigenen Stiefel, bei dem ich aufpassen muss, dass ich nicht zu gründlich putze, runter putzen kann.
Dabei habe ich, wie so oft, darüber nachgedacht, warum ich das eigentlich tue. Warum tue ich Dinge für meine Mutter?
Aus Liebe? Ganz sicher nicht!
Aus Respekt? Nein, auch nicht.
Weil ich ihr etwas schuldig bin? Aus meiner Sicht – ganz und gar nicht.
Sollte ich ihr jemals etwas schuldig gewesen sein, was ich aus ihrer Sicht sicher bin, habe ich das bereits in meiner Kindheit und Jugend, damit abgeleistet,

  • dass ich mich um mich alleine gekümmert habe
  • dass ich meine Eltern aus den Kneipen geholt habe
  • dass ich nachts durch die Straßen gezogen bin und den fehlenden Elternteil gesucht, von einem Gartenzaun oder Laterne gelöst oder aus einer Hecke geholt und nach Hause gezerrt habe, wenn nur einer von beiden allein betrunken nach Hause kam
  • oder wenn ich mal wieder dazwischen gegangen bin, wenn sie sich besoffen geprügelt oder sich gegenseitig Bierflaschen auf dem Kopf zerschlagen haben … mit Vorliebe zu Weihnachten.

Es gäbe noch mehr Dinge, die ich aufzählen könnte, mit denen ich aus meiner Sicht alles, was ich meinen Eltern jemals schuldig gewesen sein sollte, abgeleistet habe.
Meine Mutter/meine Eltern wollten nie Kinder. Was sie immer sehr deutlich gesagt haben. Meine große Schwester war noch okay. Man war jung verheiratet, da gehörte damals zwangsläufig ein Kind dazu. Ich habe mich eingeschlichen. Als sie mich bemerkten, war es zu spät den etlichen vorangegangenen Abtreibungen noch eine hinzuzufügen … der letzte Versuch. Danach gab es zum Glück die Pille.

Warum tue ich es dann?
Um vielleicht doch noch irgendwann von ihr geliebt zu werden? Nee, dafür ist es zu spät. Den Wunsch habe ich vor langer Zeit aufgegeben. Auch den Wunsch ihr etwas recht zu machen … kann ich sowieso nie nicht.
Um ihr eine Freude zu machen? Auch nicht. Freut sich sowieso nicht.

Ich glaube, aus tiefsten Pflichtbewusst sein. Man hilft halt, wenn man kann. Mache ich an anderer Stelle auch.
Außerdem ist es Familie, ja, kann man sich nicht aussuchen … bin ich die letzte, die sie noch hat. Mit meiner Schwester redet sie seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr und mein Vater hat es vor zehn Jahren vorgezogen sich mit Selbstmord in kleinen Raten feige aus dem Leben zu stehlen. Von ihren Bekannten und Freundinnen hat sie sich zurückgezogen.

Um jetzt den Kreis zum ersten Absatz zu schließen – ich werde meiner Mutter nicht den Hintern wischen und auch auch nicht den Sabber wegwischen. Auch wenn sie das gerne will und meint es würde ihr zustehen. Ich will das nicht! Außerdem habe ich auch diesen Punkt schon erfüllt.

Jetzt geh ich in die Küche. Begebe mich direkt dorthin und verkleide den Schweinenacken mit einer Marinade, damit er später für den Grill hübsch ist und mansche eine Kräuterbutter zusammen, damit das Kind sich freut.