Alles gut, …

… aber ich befinde mich noch in einer emotionalen Schräglage und bin erschöpft. Die haben mir nämlich richtig Angst gemacht!

Da half es auch nicht viel, dass ich wirklich nette Begleitung hatte, die mir auch jetzt beim Bloggen zur Seite steht.

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Das ist FrieDa mit dem Stock im Arsch Eulenpopo …20180410_155433

… die dadurch ihren Kopf ganz eulenmäßig um 360° drehen kann …

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… von hinten sieht FrieDa aus, als würde sie einen alten zotteligen Mantel tragen. Sie gehört zum Stamm der Folkmanis und ist erst am Wochenende durch die Hand des Gatten …

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… zu mir gestoßen. Eigentlich sollte mich der MickRich …

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… begleiten, aber der fühlte sich heute Morgen nicht gut … zu viel Eulenfusel.

‚Tschuldigung! Ich schweife mal wieder vom eigentlichen ab … also … das war heute Morgen richtig großer Mist! Der Arzt ist eine gute Viertelstunde mit seinem Ultraschallkopf auf meiner linken Brust herumgefahren und hat auch weiträumig die Umgebung der Brust abgefahren. Alles ohne ein Wort zu sagen. Mit jeder Runde, die er fuhr, tat mir nicht nur die Brust immer mehr weh, sondern die Angst in selbiger und vor allem im Bauch stieg überproportional dazu an.
Das links etwas ist, das ihm nicht gefällt, wurde nur noch deutlicher, als er danach über die rechte Seite nur zweimal rasant darübersauste, mir erklärte ich könnte mich jetzt anziehen und wieder im Wartezimmer Platz nehmen. Sie würden noch eine Spezialaufnahme machen. Da war mir schon sehr schlecht und eigentlich wollte ich nicht ins Wartezimmer, sondern am liebsten in mein Bett … in die ganz tiefe untere Ablage.

Diese Spezialaufnahme hat sehr viel Spaß gemacht *ironiean/aus*.

Danach hatte ich ganz große Lust einfach nur noch zu heulen, aber das Wartezimmer war so voll und alle so blöd, dass ich mir natürlich keine Blöße geben wollte. War ja eigentlich auch nichts los … außer dass jemand ewig auf meiner Brust rumschallt, quälende Aufnahmen gemacht werden und keine Sau kein Mensch mit mir darüber und was passiert spricht – bis auf die unbedingt nötigen Anweisungen. Gibt in meinem kleinen, kreativen Kopf eine Menge Kino und eine riesige Portion Angst im Bauch.

Nach dieser Spezialaufnahme saß ich dann fast eine dreiviertel Stunde im Wartezimmer und las in meinem Buch. Wahrscheinlich sollte ich besser sagen: ich versuchte in meinem Buch zu lesen. Denn ich habe keine Ahnung, was ich vorhin gelesen habe. Es steht zu befürchten, dass ich alles noch einmal lesen muss.

Als mich der Arzt endlich zu sich bat, das tat er auch noch persönlich, sonst wurde man immer von einer der Damen abgeholt und in die entsprechende Behandlungsschachtel geschoben, hatte ich schon gar keine Lust mehr. War vom vielen Gruseln und Fürchten ganz müde … ein Blick in den Spiegel zeigte, dass ich nicht nur ganz müde aussah, sondern ziemlich blass und ungefähr so gezaust wie FrieDa.
In der Arztschachtel, die ich nur mühsam fand, weil er so schnell losgerannt ist und ich erst mein Buch verstauen musste, empfingen mich auf diversen Monitoren ganz viele Bilder meiner Brust. Ja, ich erkenne meine Brust. Ich habe schon viele Aufnahmen von ihr gesehen. Ist schließlich nicht das erste Mal, dass sie Dinge in meiner Brust finden, von denen sie meinen, das sie dort nicht hingehören.
Sie gehören aber dorthin. Das, woran er sich abgearbeitet hat, war/ist schon auf Aufnahmen aus den Jahren 2011 bis 2014 zu sehen … in dieser Zeit ging ich alle halbe Jahr zum Brustultraschall und sie fanden jedes Mal etwas anderes, das nix war … die ihm vorlagen und laut beiliegendem schriftlichen Befund bereits ab 2004 gesehen worden sind.
Ich habe an dieser Stelle, als mir klar wurde, dass es sich um Altlasten … um mein normales, mir bestens bekanntes Brustinnenleben geht, nicht noch ein zweites Mal versucht zu erklären, dass es sich bei der Biopsie, die sie bei der linken Brust gemacht hatten, um eine ganz andere Stelle und etwas ganz anderes ging.
Er hat sich und mich dann damit beruhigt, dass das, was er gefunden hat, anscheinend immer da ist und eher kleiner als größer geworden ist. Sich aber in der Darstellung an sich nicht verändert hat. Fein! An der Stelle hätte ich eigentlich richtig erleichtert sein müssen. War ich aber nicht. Ich wollte einfach nur nach Hause und mich für eine Weile vergraben. In der Tat bin ich emotional erschöpft. Bin müde vom mir Gedanken … Sorgen machen. Zu viel Kopfkino. Meine Brust ist schließlich nicht die einzige Baustelle … der Gatte hat am 19. wieder Termin beim Kardiologen … wie lange das mit meine Mutter in der eigenen Wohnung noch gut geht, ist auch so eine Frage … ich kann an alledem nichts ändern, aber es fällt mir schwer, es auszuhalten ohne etwas tun zu können … aktiv sein ist immer besser als passiv sein … für mich jedenfalls … Aktivität … etwas Planen … machen … ändern, und wenn es nur der klägliche Versuch ist, hält mich von zu viel sinnlosem Grübeln ab …

Jetzt gönne ich mir einen Wein und warte auf den Gatten und das Abendessen, zu dem er  heute eingeladen hat und das er dann vom Griechen holt, weil ich heute nicht mehr raus gehe … zu viel emotionale Schräglage … Prost!

Ach so! Lübeck finde ich immer noch doof! So sah es heute Morgen dort aus …

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… links unter der „Sonne“ ist das halbe Holsten Tor zu sehen … wenn ich mir Mühe geben würde, könnte ich auch noch sagen, um welche Kirche es sich handelt … auf jeden Fall ist morgens viel Verkehr in Lübeck und es ist noch arschkalt … ich war eindeutig underdressed …

Ausflug nach Lübeck „gewonnen“

 

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Obwohl ich damit gerechnet hatte, weil sie immer etwas finden, was dann doch nicht da ist … bisher zum Glück jedenfalls, traf es mich gestern hart, als ich den Brief auf dem Weg zum Einkaufen aus dem Kasten zog. So hart und angstbesetzt, dass ich statt nur Flohsamenschalen und Kokosöl fürs lebensverändernde Brot zu kaufen, frustshoppen musste. Hilft zwar nicht wirklich, aber schafft kurzfristig Ablenkung.
Beim Gatten hatte ich von unterwegs per WhatsApp einen Antrag auf Frustshoppen gestellt, nachdem ich mich entschlossen hatte, es ihm gleich zu erzählen und ihm die Sorgen nicht zu ersparen (Wie auch? Wie soll ich zum Beispiel erklären wo ich Dienstagmorgen in aller Frühe hin enteile? Oder wie oder besser womit soll ich erklären, dass ich ein wenig gedankenverloren, in mich gekehrt, unwirsch … mehr als sonst … bin?).
Der Antrag wurde umgehend bewilligt und so konnte ich das Objekt meiner Begierde …

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Das war das Bewerbungsfoto für den Gatten

… aus dem Laden befreien.  

Jaja, ich bin schon genial … ich habe einen Shopper frustgeshoppt … lachgroehl … ähmmm … ja … auf jeden Fall habe ich jetzt jemanden … etwas, das mich am Dienstag nach Lübeck (ich finde Lübeck so doof … so hässlich) begleitet. Quasi ein Frustkauf als Langzeittherapiemittel oder so ähnlich.
Ausnehmend hübsch macht sich der Shopper auf meinerm Blümchenfußmatteteppich …

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… wenn man dann noch das Innere …

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… nach außen kramt …

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… hat man sogar zwei Taschen …

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… die sich als wahre Raumwunder erweisen. Das Material, irgend so ein Kunstkram, ist ganz wunderbar weich und angenehm im Griff, dass man es fast für feinstes Leder halten könnte. Zur Not taugt die Tasche dadurch auch als Kuschelkissen.
Ich kann am Dienstag ohne weiteres den halben Hausstand inklusive Strickzeug und Kamera mitnehmen. Den Blümchenteppich lass ich aber, obwohl er wirklich gut zur Tasche passt, zu Hause.

Neben diesem Frustkauf erstand ich aber auch noch köstlich duftenden Kaffee, da ganz frisch extra für mich und meine French Press gemahlen und gemahlene  Flohsamenschalen, geruchsneutral … vielleicht weil nicht frisch für mich gemahlen, sondern einfach so gemahlen, aus denen ich gestern, nachdem ich sie noch mit einigen anderen Zutaten verbunden oder die anderen Zutaten durch sie verbunden hatte, noch dieses Brot buk …

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Das Bild entstand heute Morgen in der zunehmenden Morgensonne. Dafür das man die Zutaten einfach nur zusammenrührt, dann das Gebrösel in Form drückt, in die Ecke stellt und Stunden einfach sich selbst zum Quellen überlässt (ich quellen auch immer selbstständig und ganz nebenbei auf), um es dann doch recht lange Zeit im Ofen verschwinden zu lassen, ist es wirklich hübsch geworden.

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Es ist nicht nur hübsch, es schmeckt auch noch und riechen tut es auch gut.

Bevor ich das Brot in den Ofen stopfen konnte, musste aber erst noch die Pizza aus dem Ofen entfernt und auf den Teller verfrachtet werden …

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… Pizza mit Tomaten, Schafskäse, Speck auf einem Zucchiniboden. Wirklich köstlich!

Rückblick-Gebrösel

Die vergangenen zehn Tage waren mit ganz viel Leben angefüllt. Um direkt darüber zu bloggen hat die Zeit nicht gereicht oder die Lust gefehlt.

  •  zuerst war mein Geburtstag mit 1. Hochzeitstag und Schwesterbesuch. Das war fein. Sogar so fein, dass die große Schwester angedroht hat, ab jetzt alle vier Wochen zu kommen. Als sie sich in Richtung Zug aufmachte, war sie schon bei alle drei Wochen (wenn die Drohungen schlimmer werden, werde ich dafür sorgen, dass man ihr die Bahncard entzieht ;O)) )
  • beim Sonntagsfrühstück mit der großen Schwester und dem Gatten stellte ich mit Schrecken fest, dass ich im Unterkiefer einen dicken Knubbel habe. Der war mir neu und die von der Zunge gefühlte Größe war wirklich beeindruckend. Nachdem ich mich und meinen Herzschlag beruhigt hatte, bewarte ich stillschweigen und verbrachte einen schönen Tag mit den beiden. Abends hatte ich dann das Gefühl der Knubbel wäre größer geworden. Während ich den Mund großzügig mit Weißwein spülte, überlegte ich mir, was zu tun sei und entschloss mich weiterhin stillschweigen zu bewahren, reicht wenn ich mir Sorgen mache und am nächsten Morgen versuche einen Zahnarzttermin zu bekommen … ich hatte zwischendurch vorsichtig gegoogelt, aber ich fand nicht das passende und das meiste, das ich fand, gefiel mir als Diagnose nicht …
  • der erste Zahnarzt den ich am Montagmorgen um kurz nach acht anrief, hatte Urlaub bis nach Ostern. Er verwies aber auf einen Kollegen, den ich rief ich an und bekam netterweise für 16:00 Uhr einen Termin …
    … um 16:00 Uhr versicherte mir der Mann glaubwürdig, dass ich den Knubbel schon immer habe und auf der anderen Seite auch einen hätte – stimmt, andere Seite habe ich auch einen, der ist aber wesentlich kleiner und bis Sonntag kannte ich weder den einen noch den anderen, aber er hat recht, ich muss die Dinger schon immer haben … die Dinger heißen Torus mandibularis. Das sind knöchernde Wülste. Fünf bis acht Prozent der Bevölkerung schmücken ihren Mundraum damit. Gibt es auch oben am Gaumen. Harmlos so lange man keine Prothese braucht. Dann könnten sie stören und müssten entfernt werden – da wird es dann unangenehm.
    Auf jeden Fall schön, dass ich immer wieder etwas finde, was nur wenige haben *dieaugenverdreh*
  • dann kam die Mammographie im Mammobil. Die war wie jede andere Mammographie nur in kleiner … also die Räumlichkeiten waren kleiner … viel kleiner, ein bisschen bedrängend kleiner. Damit ist meine Neugierde befriedigt und eigentlich muss ich da nicht mehr hin
  • als nächstes kam mein Kind. Das war fein.
    Durch das schlechte Wetter hat es nur für zwei große Spaziergänge, …

    20180329_103438_01… immerhin waren wir die ersten, die ein bis dahin unbetretenes Land erorberten …

    gemeinsames Backen, Kochen und Filme kucken gereicht. Und natürlich sich körperlich nah sein. Gedanklich sind wir das natürlich sonst auch. Ich sicherlich mehr als er, aber das ist okay. Schließlich bin ich die Klucke, er das Küken.

  • nächste Station Ostern. Völlig unspektakulär. Ohne Suchen und Finden. Ohne andere Menschen. Nur der Gatte und ich und kein einziges Osterei.

Aber ich buk. Ich buk eine Zitronentarte …

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… ich besitze keine Tarteform.
Ich brauche und will keine Tarteform.
Es ist auch zu vermuten, dass es mir selbst beim Vorhandensein einer Tarteform nicht gelungen wäre, ein schönes Gitter zu legen … der Puderzucker verdeckt die meisten Unzulänglichkeiten. Darum durfte er überhaupt nur auf die Tarte.
Lecker war sie auf jeden Fall …

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Ich bekam sogar etwas zu Ostern …

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… eine wunderschöne Bauernhortensie, die ich gestern, als es endlich nicht mehr ganz so kalt und zur Abwechslung sogar sonnig war, umgetopft und auf den Balkon gestellt habe, …

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… der nun hoffentlich endlich frost- und schneefrei bleibt …

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… manches hält sich zäh, aber es wird. Und weil es wird und die weiteren Aussichten ganz gut sind, habe ich gestern auch noch meine Rose ausgepackt …

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… und beschnitten und hoffe nun, dass sie mir genauso schöne, bienefreundliche, weil offene Blüten …

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… schenkt wie letztes Jahr.

Jetzt hoffe ich, dass hier bald mal die Sonne rauskommt, wie versprochen, damit ich ein bisschen rauskomme. Ich muss noch mit mir verhandeln, ob ich die Füße oder die FahrRatte nehme, um mich zu bewegen.

Kleiner Rundgang …

… durch Teile meiner schlossähnlichen Behausung gefällig?

Starten wir im Wohnzimmer. Da wo unser Tag mit Kaffee und Frühstück für den Gatten und gemeinsamen, aber doch getrennten Internet leerlesen beginnt –

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Der Gatte sitzt links … normalerweise, hier auf dem Bild natürlich nicht, da war er schon weg. Ich sitze rechts und bin natürlich auch nicht mehr da, weil ich knipsen muss und nun schon nebenan bin, um den Blogeintrag zu schreiben.

Denn nachdem der Gatte erfolgreich aus dem Haus getrieben ist, verziehe ich mich in mein Gemach … meine Schachtel … mein Zimmer mit bestem Ausblick …

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Mein Tisch ist klein, aber fein und mein. Sein Standort gewährt mir nicht nur freien Blick auf den Balkon und die sich gerade wild im Wind wiegenden Bäumen, sondern ermöglicht es mir die kalten Füße bei Bedarf zwischen die Rippen des Heizkörpers zu zwängen und immer ein Auge auf meine momentane Lieblingskarte …

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… zu haben.
Ja, links davon liegt die Einladung zum Mammographie Screnning, welches ich, nachdem ich festgestellt habe, dass das letzte tatsächlich schon zwei Jahre her ist und sie mich nicht nur eingeladen haben, weil ich neu zugezogen bin und sie es nicht besser wissen, wahrnehmen werde. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Neugierde. Ich wollte mir das Mammobil Östliches Schleswigholzbein  Schleswig-Holstein schon immer von innen ankucken, nachdem ich es das erste Mal hier habe rumstehen sehen. Wenn der Eintrittspreis dafür ein bisschen Drücken und Quetschen der Brust, danach ein wenig Stress, weil sie bestimmt wieder etwas finden, das nichts ist, ist, bin ich, um meine Neugierde zu stillen, bereit ihn zu zahlen.

‚tschuldigung, ich schweife ab, wie so oft und gerne … also, wenn wir meinem Tisch den Rücken kehren, bietet sich ein Ausblick auf mein SofaBett …

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Die Plüschdingse auf dem SofaBett sind der OHO, der MickRich und der FranzFerdinand. Der OHO ist das große graue Eulenvieh, ein echter Kumpel. Gut zum Kopf drauf legen oder ihn in die Arme pressen. Das kleine braune Eulenvieh ist der MickRich, der ist nicht nur mickrig, der ist auch meckerig und gierig auf Ringe mit Steinen, aber das ist eine andere Geschichte. Der FranzFerdinad ist ganz klein und grau und eine Fledermaus und gehört eigentlich dem Gatten. Ist aber mit dem MickRich durch einen Ring mit Stein verbunden und hockt deswegen mit den beiden anderen in meinem Zimmer.
Das was da an der Lampe klammert …

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… ist Mini BigFood. Der Name erklärt sich selbst. Die habe ich von meinem Kind geschenkt bekommen … vor langer Zeit.

Dann wenden wir uns einmal der einen Seitenwand zu …

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… im Detail gibt es da noch das SpritzSchwein …

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… hervorzuheben und vielleicht die Riege auf der Vitrine …

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… ja, ich habe doch eine Menge Staubfänger, wenn ich mir das jetzt so betrachte :O))

Jetzt machen wir noch eine Wendung nach rechts …

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… und werfen einen Blick auf den Ikea-Würfel und ins angrenzende Wohnzimmer, welches ich durch das Zuschieben einer Falttür aussperren kann.

Fertig! Mehr Zimmer ist nicht. Klein, aber mein.

Außer wenn Besuch kommt. So wie nächstes Wochenende. Da kommt meine große Schwester (hat sich einfach zu meinem Geburtstag eingeladen … sie findet, dass wir das jetzt, nachdem es im letzten Jahr so schön war, zur Tradition machen, dass sie jedes Jahr zu meinem Geburtstag hierher kommt – wir müssen auch nicht jedes Jahr heiraten, hat sie gesagt) und die darf in meinem Zimmer nächtigen. Die Schwester fährt am Sonntagabend wieder. Dann habe ich zwei Tage Zeit das Bettzeug zu wechseln. Am Mittwochmorgen kommt mein Kind und bleibt bis Freitagabend.

Hach! Ich freu mich drauf. Da geb ich gern mein Zimmer ab, das ich sehr liebe. Auch wenn es fernab von jeglichem Style und Schöner Wohnen ist. Mein Kram und Krusch und das ist gut so!

Ich geh jetzt putzen. Ist schließlich Wochenende und der Gatte steht Mittags schon wieder in der Bude und abends müssen wir in die ferne Kneipe zum Skat spielen (der Gatte), essen (wir), Wein trinken (ich) und häckeln oder stricken (ich), das weiß ich noch nicht. Das entscheide ich spontan … bestimmt entscheide ich mich, wenn ich eigentlich schon draußen bin, noch einmal um und sause in Mantel und Schuhen (der Gatte kriegt immer Schimpfe Mecker, wenn er das tut) zurück und packe um und weg und wieder ein … wie gut, dass ich nicht mit mir verheiratet bin. Ich würde mir so auf den Wecker gehen …

 

Die treusorgende Gattin an sich …

… und ich im besonderen.

Langsam aber sicher mache ich mich als treusorgende Gattin ganz gut – glaube … nee, hoffe ich zumindest. Wie ich darauf komme? Aaaalllsoooooo …

  • ich habe es aufgegeben den Gatten nachts zu schubsen ob seines Schnarchens … hilft sowieso nicht, stattdessen räume ich stillschweigend und klaglos (das ist das schwierigste daran) das Bett und ziehe in mein Zimmer um – ich würde gerne wie Linus meine Schmusedecke hinter mir herziehen, aber da die Staubfreiheit des Fußbodens nicht immer gegeben ist, trage ich sie lieber
  •  ich stehe morgens mit dem Gatten auf
  • ich bereite ihm einen Kaffee (ist nicht so schwer, muss ich nur auf den Knopf drücken), lege, wenn da, einen Brownie auf einen Teller oder beschmiere ein Brot mit Butter, Marmelade und Honig und trage den hübsch angerichteten (maßlose Übertreibung) Teller und den Kaffee zum Esstisch während der Gatte das Bad blockiert verwüstet im Bad rituellen Handlungen nachgeht ist
  • nach dem Abliefern des, dem Gatten durch die Eheschließung zustehenden, Morgengedecks, eilen ich in die Küche zurück und bereite die Klappstullen, die er mit zur Arbeit nimmt – hier ist wirklich Kreativität gefragt, schließlich sollen es schöne Klappstullen werden, die dem Gatten den Tag verschönen … manchmal sind sie mit richtig HerzBlut geschmiert
  • irgendwo darum herum räume ich etwa alle zwei Tage den Geschirrspüler aus
  • danach braue ich meinen Morgenkaffee (ja, nix mit Knöpfchen drücken, hier ist Köpfchen gefragt, damit ich die richtige Formel erwische), geselle mich zum Gatten an den Esstisch und halte ihm das Händchen verschwinde, wie er, lesend hinter mein Notebook und bereiche seinen Morgen mit unqualifizierten Äußerungen über das Weltgeschehen, dass ich mir gerade erlesen habe … manchmal singe ich auch Weihnachtslieder oder Kaaalinkaaaa oder andere exquisite Ohrwürmer – meine ganz persönliche Morgengabe an den Gatten
  • wenn es dann Zeit wird, trage bringe ich ihn zur Tür, schließe selbige ganz schnell hinter ihm und eile zum nächsten Fenster, um sicher zu sein, dass er auch ja weg ist ihm lange nachzuwinken
  • danach bin ich mit mir und dem Hausfrauendasein allein und dann sieht es so aus

    – ich kaufe ein
    – ich putze … aber nur gelegentlich, ich war schon immer der Meinung, dass es viel effektiver ist den Schmutz zu sammeln und dann auf einen Rutsch wegzumachen, als jedem Staubkorn mit dem Staublappen hinterher zu rennen – daher mag ich nachts meine Decke nicht hinter mir herziehen ;O)
    – ich wasche Wäsche … gut, ich lasse waschen … ich hänge Wäsche auf und falte sie dann irgendwann, wenn sie trocken ist und ich nichts besseres zu tun habe, zusammen und räume sie in den Schrank – nein, ich bügele nicht, ich bügele nur in einem wirklich unabdingbarem Bedarfsfall … sprich nur bei Hochzeiten und Todesfällen
    – ich koche gerne … manchmal auch etwas, das der Gatte mag und das ihm schmeckt
    … warum hier ein Absatz mitten in der Aufzählung ist, weiß nur WordPress …

  • dann wird es auch schon wieder Zeit den roten Teppich (darunter lassen sich prima die Staubmäuse verstecken, die man im Laufe des Tages nicht geschafft hat mit dem Staubsauger einzufangen) für die Rückkehr des Gatten auszurollen und rechtzeitig ein freudiges Lächeln ob seiner Rückkehr ins Gesicht zu zaubern … HexHex
  • nach dem Essen und dem Wiederherstellen des Küche steht die Abendbespaßung des Gatten auf dem Programm – das ist eine der leichteren Übungen, die einem als treusorgende Gattin auferlegt sind … rauf aufs Sofa, Glotze an, Hand auf sein Knie und alles ist fein

Das Tier

Wir, der Gatte und ich, machten einen netten Spaziergang. Die Gegend war ein wenig seltsam, aber nichtsdestotrotz sehr schön. Da wir eine sehr große Runde drehten … jedenfalls erschien der vor uns liegende Weg ziemlich lang und endlos, kam langsam Dunkelheit auf.
Das war am Anfang gar nicht schlimm, weil die Straßenbeleuchtung ihren Dienst tat. Wir konnten alles, was rechts und links unseres Weges lag, gut sehen. Es war eine wirklich spannende Gegend, die etwas unwirkliches hatte.
Plötzlich gingen alle Lichter aus. Es war stockfinster und spontan sehr furchteinflössend. Einer Eingebung folgend zerrte ich mein smartes Phone aus den Tiefen meiner Tasche und wollte die Taschenlampe anschalten, aber irgendwie bekam ich das Ding nicht an. Der Gatte sprang mir wenig hilfreich zur Seite, um mir zu erklären, was ich tun müsste, damit meinem Phone ein Licht angeht … was mir durchaus schon vorher bekannt war und fummelte wie wild an meinem smarten Phone herum, um ihm Licht entlocken. Nachdem ich den Gatten zurückdrängt hatte, gelang es mir das smarte Phone zum Leuchten zu bringen. Das war auch dringend nötig, weil es immer ungemütlicher wurde. Seit geraumer Zeit war immer wieder ein „Rooooaaaaaarrrrrrr…ROOaaaaaaarrrrr“ zu hören. Mal lauter, mal leiser. Irgendetwas schlich um uns herum und bedrohte uns.

Im funzeligen Licht der Taschenlampe konnte ich natürlich so gut wie nicht erkennen. Das Tier bliebt außerhalb meines Gesichtsfeldes. Es warf noch nicht mal einen Schatten. Kam aber immer näher …

… zum Glück wachte ich auf. Das Seltsame war allerdings, dass das Tier immer noch da war. Es macht jetzt sehr, sehr bedrohlich und nah „RROOOOOAAAAAAAARRRRRRRR!“. Als ich die Ohrstöpsel aus den Ohren nahm, wurde es sogar noch lauter und da realisierte ich endlich, dass es das Schnarchen des Gatten war.
Ich hatte mich inzwischen schon so gefürchtet und wurde das Gefühl auch nicht los, dass ich mich nicht traute aufs Klo zu gehen, was ich dringend musste, weil ich dachte, es könnte ja tatsächlich jemand/etwas in der Wohnung sein. Wäre da wer, hätte ich ihn wegen der Ohrenstöpsel und des „Roooooaaaaaaarrrrrrrr“ nicht gehört.
Erst habe ich überlegt den Gatten zu wecken, damit er nachkuckt, ob da wer ist. Aber das war mir dann doch zu blöd. Also bin ich todesmutig aus dem Bett geschlüpft und aufs Klo gehuscht. Danach habe ich meine Decke und mein Kissen unter den Arm geklemmt und bin in mein Zimmer geflüchtet …

… aber nicht ohne vorsichtig um alle Ecken zu schielen, ob da nicht doch wer ist.

Wahrscheinlich war der Grieche von gestern Abend schuld an diesem Traum. Ich hatte mir den Bauch viel zu vollgefressen. Das konnte nur böse Träume geben.
Als ich dem Gatten heute Morgen den Traum erzählt habe, konnte ich darüber schon herzhaft lachen und war wieder einmal beeindruckt, wie sehr ich in meinem eigenen Traum verwoben war und Schwierigkeiten hatte Traum und Realität zu trennen.
Das kommt bei mir manchmal vor. Vor Jahren träumte ich einmal, dass ich auf meinem Balkon Kaninchen in die Blumenkästen gepflanzt hätte. Dieser Traum war so real und wunderbar, dass ich gleich nach dem Aufwachen zum Balkon gesaust bin und ganz enttäuscht war, dass dort keine Kaninchen in den Kästen wuchsen …

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… nein, die Kaninchen in meinem Traum fraßen die Blumen im Kasten nicht auf. Es war eine friedliche Co-Existenz …

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Ich stricke auch noch …

… ich versuche es zumindest.
Das ist der 4. Versuch …

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… diese Jacke …

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… zu stricken.
Frau Fadenkram hat mich verführt Mosaik stricken zu wollen, weil es eine gute Möglichkeit ist, die Reste … die großen Reste Wollberge, die anders verplant waren, aber wegen ist nicht gefällt nicht wieder zurück auf Null gebracht wurden und nun für nichts Halbes und nichts Ganzes reichen, zu einem gemeinsamen Etwas zu verarbeiten.
Ich unterschlage jetzt geflissentlich, dass ich noch ein paar Knäule in hübschen Dunkelgrau nachbestellen musste, damit es reicht … hüstel – ja, manches … vieles ist sinnfrei.

Wie dem auch sein … ich stürzte mich, nachdem die Wahl auf dieses Objekt gefallen und die Anleitung gekauft war, umgehend auf die Wolle und die Stricknadeln.
Ich sann kurz darüber nach, dass ich fünf Reihen rechts als Bündchen etwas gewagt finde und die eigentlich nur umknicken … sich aufrollen können, aber ich beschloss –
Nicht denken, strick einfach mal nach Anleitung … musst nicht immer alles besser wissen.
So strickte ich und versuchte unterwegs nicht zu kucken, nicht zu denken, nicht zu urteilen, sondern einfach nur nach Anleitung zu stricken.
Nach dem ersten Mustersatz, was immerhin 32 Reihen sind, konnte ich die Augen nicht länger vor dem Elend verschließen, zog die Nadeln und ribbelte alles wieder auf. Das Bündchen kippte … rollte sich natürlich.
Nächste Versuch. Dieses Mal spendierte ich dem Teil sieben Rippen – sprich 14 Reihen kraus rechts als Bündchen und begann dann mit dem Mustersatz. Nach 18 Reihen Mustersatz zog ich dieses Mal die Nadeln.
Nein, das Bündchen rollte nicht mehr nach oben. Dafür warf es jetzt lustige Falten und  Wellen in der Querrichtung. Klar, macht Sinn. Glatt rechts und dann noch mit Spannfäden zieht sich mehr zusammen als kraus rechts.

Nörgs! Aber hilft ja nichts. Nadeln wieder raus und nochmal von vorne. Nun mit einem Bündchen im Format – eine rechts, eine links. Die rechten Maschen auf der Vorderseite des Gestricks verschränkt, weil eine rechts, eine links bei mir immer so … so örks … so nicht ordentlich aussieht. Dieses Mal warf ich nach Reihe 22 das Handtuch … das Strickzeug.
Optisch war jetzt alles fein, aber nun stellte sich heraus, dass es in der Breite nicht für mich reichen wird. Ja, doch ich machte eine Maschenprobe. Da war auch alles fein, aber das sind Maschenproben bei mir meistens und hinterher ist doch alles anders. Ich frage mich jedes Mal, warum ich den Scheiß eigentlich mache.

Nun mache ich alles ganz anders, aber trotzdem sind diese 157 Maschen, die sich jetzt auf der Nadel befinden, definitiv der letzte Versuch für diese Jacke. Wenn es jetzt nichts wird, dann … dann … das, überlege ich mir dann.

Die Strickpleite passt aber ins momentane Lebensbild …

  • der Rohrsteckschlüssel, den ich vorhin für den Wasserhahn kaufte, um ihn endlich festzuschrauben, passt nicht. Eine Nummer zu klein … aber ich bin inzwischen perfekt im Badzimmereinrichtung auseinander- und wiederzusammenbauenschiebendrücken
  • beim Arbeitsamt komme ich nicht mehr ins Onlineportal. Benutzername oder Passwort, die gestern noch passten, sind heute falsch – ein Schelm wer Böses dabei denkt

Falls es noch irgendjemanden interessiert:

Der Pulli von neulichst ist tatsächlich fertig.

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Ja, ich weiß, dass man eigentlich nichts von dem Pulli sieht. Man sieht aber, dass er zwei Ärmel hat und fertig ist und das ist wichtig. Warm ist er auch und zurzeit schmutzig und in der Wäsche befindlich. Er wartet auf Kumpels, die mit ihm in die Waschmaschine gehen.

Ich geh jetzt auch. Wohin und mit wem weiß ich noch nicht. Vielleicht komme ich wieder … schönen Abend!