Die treusorgende Gattin an sich …

… und ich im besonderen.

Langsam aber sicher mache ich mich als treusorgende Gattin ganz gut – glaube … nee, hoffe ich zumindest. Wie ich darauf komme? Aaaalllsoooooo …

  • ich habe es aufgegeben den Gatten nachts zu schubsen ob seines Schnarchens … hilft sowieso nicht, stattdessen räume ich stillschweigend und klaglos (das ist das schwierigste daran) das Bett und ziehe in mein Zimmer um – ich würde gerne wie Linus meine Schmusedecke hinter mir herziehen, aber da die Staubfreiheit des Fußbodens nicht immer gegeben ist, trage ich sie lieber
  •  ich stehe morgens mit dem Gatten auf
  • ich bereite ihm einen Kaffee (ist nicht so schwer, muss ich nur auf den Knopf drücken), lege, wenn da, einen Brownie auf einen Teller oder beschmiere ein Brot mit Butter, Marmelade und Honig und trage den hübsch angerichteten (maßlose Übertreibung) Teller und den Kaffee zum Esstisch während der Gatte das Bad blockiert verwüstet im Bad rituellen Handlungen nachgeht ist
  • nach dem Abliefern des, dem Gatten durch die Eheschließung zustehenden, Morgengedecks, eilen ich in die Küche zurück und bereite die Klappstullen, die er mit zur Arbeit nimmt – hier ist wirklich Kreativität gefragt, schließlich sollen es schöne Klappstullen werden, die dem Gatten den Tag verschönen … manchmal sind sie mit richtig HerzBlut geschmiert
  • irgendwo darum herum räume ich etwa alle zwei Tage den Geschirrspüler aus
  • danach braue ich meinen Morgenkaffee (ja, nix mit Knöpfchen drücken, hier ist Köpfchen gefragt, damit ich die richtige Formel erwische), geselle mich zum Gatten an den Esstisch und halte ihm das Händchen verschwinde, wie er, lesend hinter mein Notebook und bereiche seinen Morgen mit unqualifizierten Äußerungen über das Weltgeschehen, dass ich mir gerade erlesen habe … manchmal singe ich auch Weihnachtslieder oder Kaaalinkaaaa oder andere exquisite Ohrwürmer – meine ganz persönliche Morgengabe an den Gatten
  • wenn es dann Zeit wird, trage bringe ich ihn zur Tür, schließe selbige ganz schnell hinter ihm und eile zum nächsten Fenster, um sicher zu sein, dass er auch ja weg ist ihm lange nachzuwinken
  • danach bin ich mit mir und dem Hausfrauendasein allein und dann sieht es so aus

    – ich kaufe ein
    – ich putze … aber nur gelegentlich, ich war schon immer der Meinung, dass es viel effektiver ist den Schmutz zu sammeln und dann auf einen Rutsch wegzumachen, als jedem Staubkorn mit dem Staublappen hinterher zu rennen – daher mag ich nachts meine Decke nicht hinter mir herziehen ;O)
    – ich wasche Wäsche … gut, ich lasse waschen … ich hänge Wäsche auf und falte sie dann irgendwann, wenn sie trocken ist und ich nichts besseres zu tun habe, zusammen und räume sie in den Schrank – nein, ich bügele nicht, ich bügele nur in einem wirklich unabdingbarem Bedarfsfall … sprich nur bei Hochzeiten und Todesfällen
    – ich koche gerne … manchmal auch etwas, das der Gatte mag und das ihm schmeckt
    … warum hier ein Absatz mitten in der Aufzählung ist, weiß nur WordPress …

  • dann wird es auch schon wieder Zeit den roten Teppich (darunter lassen sich prima die Staubmäuse verstecken, die man im Laufe des Tages nicht geschafft hat mit dem Staubsauger einzufangen) für die Rückkehr des Gatten auszurollen und rechtzeitig ein freudiges Lächeln ob seiner Rückkehr ins Gesicht zu zaubern … HexHex
  • nach dem Essen und dem Wiederherstellen des Küche steht die Abendbespaßung des Gatten auf dem Programm – das ist eine der leichteren Übungen, die einem als treusorgende Gattin auferlegt sind … rauf aufs Sofa, Glotze an, Hand auf sein Knie und alles ist fein

Das Tier

Wir, der Gatte und ich, machten einen netten Spaziergang. Die Gegend war ein wenig seltsam, aber nichtsdestotrotz sehr schön. Da wir eine sehr große Runde drehten … jedenfalls erschien der vor uns liegende Weg ziemlich lang und endlos, kam langsam Dunkelheit auf.
Das war am Anfang gar nicht schlimm, weil die Straßenbeleuchtung ihren Dienst tat. Wir konnten alles, was rechts und links unseres Weges lag, gut sehen. Es war eine wirklich spannende Gegend, die etwas unwirkliches hatte.
Plötzlich gingen alle Lichter aus. Es war stockfinster und spontan sehr furchteinflössend. Einer Eingebung folgend zerrte ich mein smartes Phone aus den Tiefen meiner Tasche und wollte die Taschenlampe anschalten, aber irgendwie bekam ich das Ding nicht an. Der Gatte sprang mir wenig hilfreich zur Seite, um mir zu erklären, was ich tun müsste, damit meinem Phone ein Licht angeht … was mir durchaus schon vorher bekannt war und fummelte wie wild an meinem smarten Phone herum, um ihm Licht entlocken. Nachdem ich den Gatten zurückdrängt hatte, gelang es mir das smarte Phone zum Leuchten zu bringen. Das war auch dringend nötig, weil es immer ungemütlicher wurde. Seit geraumer Zeit war immer wieder ein „Rooooaaaaaarrrrrrr…ROOaaaaaaarrrrr“ zu hören. Mal lauter, mal leiser. Irgendetwas schlich um uns herum und bedrohte uns.

Im funzeligen Licht der Taschenlampe konnte ich natürlich so gut wie nicht erkennen. Das Tier bliebt außerhalb meines Gesichtsfeldes. Es warf noch nicht mal einen Schatten. Kam aber immer näher …

… zum Glück wachte ich auf. Das Seltsame war allerdings, dass das Tier immer noch da war. Es macht jetzt sehr, sehr bedrohlich und nah „RROOOOOAAAAAAAARRRRRRRR!“. Als ich die Ohrstöpsel aus den Ohren nahm, wurde es sogar noch lauter und da realisierte ich endlich, dass es das Schnarchen des Gatten war.
Ich hatte mich inzwischen schon so gefürchtet und wurde das Gefühl auch nicht los, dass ich mich nicht traute aufs Klo zu gehen, was ich dringend musste, weil ich dachte, es könnte ja tatsächlich jemand/etwas in der Wohnung sein. Wäre da wer, hätte ich ihn wegen der Ohrenstöpsel und des „Roooooaaaaaaarrrrrrrr“ nicht gehört.
Erst habe ich überlegt den Gatten zu wecken, damit er nachkuckt, ob da wer ist. Aber das war mir dann doch zu blöd. Also bin ich todesmutig aus dem Bett geschlüpft und aufs Klo gehuscht. Danach habe ich meine Decke und mein Kissen unter den Arm geklemmt und bin in mein Zimmer geflüchtet …

… aber nicht ohne vorsichtig um alle Ecken zu schielen, ob da nicht doch wer ist.

Wahrscheinlich war der Grieche von gestern Abend schuld an diesem Traum. Ich hatte mir den Bauch viel zu vollgefressen. Das konnte nur böse Träume geben.
Als ich dem Gatten heute Morgen den Traum erzählt habe, konnte ich darüber schon herzhaft lachen und war wieder einmal beeindruckt, wie sehr ich in meinem eigenen Traum verwoben war und Schwierigkeiten hatte Traum und Realität zu trennen.
Das kommt bei mir manchmal vor. Vor Jahren träumte ich einmal, dass ich auf meinem Balkon Kaninchen in die Blumenkästen gepflanzt hätte. Dieser Traum war so real und wunderbar, dass ich gleich nach dem Aufwachen zum Balkon gesaust bin und ganz enttäuscht war, dass dort keine Kaninchen in den Kästen wuchsen …

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… nein, die Kaninchen in meinem Traum fraßen die Blumen im Kasten nicht auf. Es war eine friedliche Co-Existenz …

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Ich stricke auch noch …

… ich versuche es zumindest.
Das ist der 4. Versuch …

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… diese Jacke …

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… zu stricken.
Frau Fadenkram hat mich verführt Mosaik stricken zu wollen, weil es eine gute Möglichkeit ist, die Reste … die großen Reste Wollberge, die anders verplant waren, aber wegen ist nicht gefällt nicht wieder zurück auf Null gebracht wurden und nun für nichts Halbes und nichts Ganzes reichen, zu einem gemeinsamen Etwas zu verarbeiten.
Ich unterschlage jetzt geflissentlich, dass ich noch ein paar Knäule in hübschen Dunkelgrau nachbestellen musste, damit es reicht … hüstel – ja, manches … vieles ist sinnfrei.

Wie dem auch sein … ich stürzte mich, nachdem die Wahl auf dieses Objekt gefallen und die Anleitung gekauft war, umgehend auf die Wolle und die Stricknadeln.
Ich sann kurz darüber nach, dass ich fünf Reihen rechts als Bündchen etwas gewagt finde und die eigentlich nur umknicken … sich aufrollen können, aber ich beschloss –
Nicht denken, strick einfach mal nach Anleitung … musst nicht immer alles besser wissen.
So strickte ich und versuchte unterwegs nicht zu kucken, nicht zu denken, nicht zu urteilen, sondern einfach nur nach Anleitung zu stricken.
Nach dem ersten Mustersatz, was immerhin 32 Reihen sind, konnte ich die Augen nicht länger vor dem Elend verschließen, zog die Nadeln und ribbelte alles wieder auf. Das Bündchen kippte … rollte sich natürlich.
Nächste Versuch. Dieses Mal spendierte ich dem Teil sieben Rippen – sprich 14 Reihen kraus rechts als Bündchen und begann dann mit dem Mustersatz. Nach 18 Reihen Mustersatz zog ich dieses Mal die Nadeln.
Nein, das Bündchen rollte nicht mehr nach oben. Dafür warf es jetzt lustige Falten und  Wellen in der Querrichtung. Klar, macht Sinn. Glatt rechts und dann noch mit Spannfäden zieht sich mehr zusammen als kraus rechts.

Nörgs! Aber hilft ja nichts. Nadeln wieder raus und nochmal von vorne. Nun mit einem Bündchen im Format – eine rechts, eine links. Die rechten Maschen auf der Vorderseite des Gestricks verschränkt, weil eine rechts, eine links bei mir immer so … so örks … so nicht ordentlich aussieht. Dieses Mal warf ich nach Reihe 22 das Handtuch … das Strickzeug.
Optisch war jetzt alles fein, aber nun stellte sich heraus, dass es in der Breite nicht für mich reichen wird. Ja, doch ich machte eine Maschenprobe. Da war auch alles fein, aber das sind Maschenproben bei mir meistens und hinterher ist doch alles anders. Ich frage mich jedes Mal, warum ich den Scheiß eigentlich mache.

Nun mache ich alles ganz anders, aber trotzdem sind diese 157 Maschen, die sich jetzt auf der Nadel befinden, definitiv der letzte Versuch für diese Jacke. Wenn es jetzt nichts wird, dann … dann … das, überlege ich mir dann.

Die Strickpleite passt aber ins momentane Lebensbild …

  • der Rohrsteckschlüssel, den ich vorhin für den Wasserhahn kaufte, um ihn endlich festzuschrauben, passt nicht. Eine Nummer zu klein … aber ich bin inzwischen perfekt im Badzimmereinrichtung auseinander- und wiederzusammenbauenschiebendrücken
  • beim Arbeitsamt komme ich nicht mehr ins Onlineportal. Benutzername oder Passwort, die gestern noch passten, sind heute falsch – ein Schelm wer Böses dabei denkt

Falls es noch irgendjemanden interessiert:

Der Pulli von neulichst ist tatsächlich fertig.

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Ja, ich weiß, dass man eigentlich nichts von dem Pulli sieht. Man sieht aber, dass er zwei Ärmel hat und fertig ist und das ist wichtig. Warm ist er auch und zurzeit schmutzig und in der Wäsche befindlich. Er wartet auf Kumpels, die mit ihm in die Waschmaschine gehen.

Ich geh jetzt auch. Wohin und mit wem weiß ich noch nicht. Vielleicht komme ich wieder … schönen Abend!

Seufz … Klempner

Am vergangenen Freitagnachmittag war der Klempner da, der schon am Montag kommen sollen wollte, um die von der Vermieterin spendierten neuen Wasserhähne im Bad zu installieren. Am Montag konnte er nicht kommen sollen wollten, weil er Rücken hatte, was er dem Gatten pünktlich zehn Uhr, da war der Termin, via WhatsApp mitteilte. Freitag hatte er dann nicht mehr Rücken und war sogar pünktlich, was, wie sich später Dank Internetrecherche herausstellte, gar nicht so schwer war, weil er quasi ums Eck wohnt.
Relativ schnell schraubte er dann unter großem Stöhnen und Ächzen die Hähne an die Wand … ans Waschbecken, wies uns daraufhin, dass der Abfluss vom Waschbecken neu gemacht werden müsste und dass das ganz einfach wäre und verschwand dann recht schnell wieder unter Zurücklassung ziemlich hartnäckigen Dreckes auf dem Fußboden von seinen Arbeitsschuhen. Ansonsten alles fein …

Das Klempnern übernahm dann der Gatte am Samstag. Ich hätte ja, aber er wollte unbedingt. Arbeitswillige soll man nicht aufhalten und so ein Abfluss, selbst wenn es der eigene ist, muss nicht unbedingt sein. Außerdem musste ich Brownies backen für die Vermieterin und das kann ich besser als der Gatte.
Der Gatte ächzte und stöhnte beim Abfluss montieren und war nicht froh, weil er ihn nicht dicht bekam. Dieser kleine Fehler ließ sich dann aber flugs beheben, indem er die noch auf dem Schrank liegende Dichtung an die dafür vorgesehene Stelle einfügte. Fein. Abfluss dicht, Gatte Feierabend, Gattin kann Bad putzen.

Beim Bad putzen musste ich dann natürlich noch einmal kontrollieren, ob der Abfluss auch wirklich dicht ist. Eine optische Täuschung ließ mich daran zweifeln. Nach dem ich mich ausführlich davon überzeugt hatte, dass der Abfluss dicht ist, machte ich mich ans Putzen des Waschbeckens. Dabei stellten dann der immer wieder unters Waschbecken kuckende Kontrollfreak in mir fest: Hey! Das ist was nicht dicht! Und das nicht dichte kommt aus dem Bereich Frischwasser. Also nicht der Gatte, sondern der Klempner hatte geschlampt. Wenn man … also frau … also ich ordentlich putzt, läuft Wasser zwischen Hahn und Waschbecken und dann in den darunter befindlichen Unterschrank … wenn er da steht. Gerade stand er nicht da, weil noch nicht fertig geputzt war.
Dieses Problem lässt sich durch eine Dichtung oder eine andere angleichende Maßnahme beheben (ich bin nicht Klempner von Beruf, aber mein allererster Freund war Klempner und damit ich ihn überhaupt mal sehe, bin ich an den Wochenende häufig mit ihm mitgegangen und habe mitgeholfen … ja, ich kann auch löten … heiß und kalt, ich kann auch Regenrinnen und Dächer) und so lang man nicht dauernd putzt oder den Wasserhahn anders ständig von außen unter Wasser setzt, ist alles gut. So hat der Gatte dann via WhatsApp mit dem Klempner verabredet, dass er heute Nachmittag kommt (ich liebe solche genauen Verabredungen … kann frau ihr Leben super planen).

Um Viertel nach drei quengelte ich den Gatte über WhatsApp an, dass der Klempner immer noch nicht da ist. Woraufhin der Gatte meinte, der hätte sich gerade gemeldet und gefragt, ob jemand da ist. Ja, klar ist jemand da. Ich.
Kurz danach kam der Klempner, schraubte ein wenig herum, tauschte noch den kaputten Umsteller für den Stöpsel aus, schmierte wieder klebrigen Dreck auf den Boden und verschwand ganz schnell.

Kaum war er weg, begab ich mich ins Bad zum Aufräumen und die Sache kontrollieren begutachten. Was habe ich festgestellt? Na klar, jetzt ist der Hahn locker. Man kann ihn fröhlich in alle Richtungen drehen.
Nun habe ich keine Lust mehr auf den Mann. Hab erst mal das Bad geputzt und nun sitze ich hier und überlege mir, wie ich ohne das passende Werkzeug den Hahn festbekomme. Seufz!

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Da der Gatte heute früher kommt, was ich zwischendurch erfuhr, werde ich, weil ich erst mal bloggen musste, nicht fertig sein, wenn er kommt, aber die Bolognese kocht immerhin schon und außerdem schneit es schon wieder. Der andere Kram war fast schon wieder weg … blöder Winter! (schmollend imaginäres Steinchen wegschiess)

Andere haben Haustiere oder Kinder, …

… ich habe eine Sprossenzucht.

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Von links nach rechts betrachtet wachsen dort auf den Fensterbank:

  • ein Sprossenmix aus aus Linsen, Bockshornklee und Rettich
  • Radieschensprossen
  • Alfalfa
  • nochmal Radieschensprossen – die erste Generation, aber es hat sich gezeigt, das ihnen ordentliches Wachsen in einem flachen Gefäß nicht liegt, unordentlich ins Sprosssenglas geworfen gedeihen sie viel besser
  • Rucola – der gedeiht aber auch nicht wirklich, aber ins Sprossenglas kann man ihn nicht werfen, weil er, wie Kresse und Senf ein Schleimer ist schleimt

Begonnen hat alles nach dem Gedanken: „Ach, ein paar frische Sprossen in der dunklen Jahreszeit wären fein“ mit der Anschaffung eines Sprossenglases. Da der Inhalt des ersten Ansatzes aber ganz furchtbar schnell aufgegessen war und die Radieschen in ihrer Schale nicht so wollten wie sie sollten, zog ein zweites ein. Auch das schien mir nicht genug. Die Dinger brauchen schließlich einige Zeit bis sie den Status bilderbuchmäßig schöner Sprossen erreicht haben, ein bisschen mehr Abwechslung im Sprossenangebot ist fein und außerdem und überhaupt sind aller guten Dinge drei. So erjagte der Gatte nach getaner Arbeit ein weiteres Glas für mich.
Inzwischen hatte ich herausgefunden, wo es die Dinger tatsächlich richtig günstig gibt. Das erste hatte ich im Internet erstanden, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es das hier in der Mittelstadt überhaupt gibt und wenn dann bestimmt viiiiiiiiel teurer. Was ein klarer Fall von „Was ein Unsinn war“. Im Internet erstand ich es für 9,99. Im Bioladen sah ich es für 5,99. Konnte mich aber nicht entschließen, weil ich da noch der Meinung war kein zweites zu brauchen. Als ich dann einen Tag später meine Meinung änderte … falsch! es lag ein Wochenende dazwischen … also als ich dann am Montag meine Meinung geändert hatte und zuversichtlich in den Bioladen schritt, hatten sie keins mehr. Überhaupt müssen sich an dem vergangenen Samstag vor dem Montag ganz viele Menschen überlegt haben, das Sprossen doch ganz wundervoll wären. Es gab nicht nur kein Sprossenglas mehr, es gab auch nahezu keine Sprossensaat mehr.
Schmollend trat ich den Heimweg an, aber wenn ich etwas will, kann ich so zäh und verbissen sein, sodass ich einer Eingebung folgend auf dem Nachhauseweg bei Budni hereinschaut und dort das Objekt meiner Begierde in Hülle (das ist Quatsch, die Gläser sind völlig hüllenlos und unverpackt) und Fülle vorfand. Der Preis von 3,99 pro Glas ließ mich dann weiter schmollen. Dieses Mal schmollte ich mit mir, weil ich phantasieloses Wesen der Mittelstadt vor den Toren Hamburgs nicht zutraute und das erste Glas viel zu teuer gekauft hatte.

Fertig mit der langen langweiligen Geschichte zum Freitag. Ich muss jetzt los Sprossen wässern.

Nicht so einfach …

… die Sache mit dem Bloggen.

Es ist nicht so, dass ich keine Zeit hätte. Eher das Gegenteil. Ich suche immer etwas, das mich erfolgreich von den Dingen, die ich eigentlich tun sollte … aktuell mein Leben in Kartons packen … abhält.
Ich bin zeitlich nicht im Stress … in der Zeit, die mir zur Verfügung stand, um den Umzug zu planen und das Leben einzupacken, hätte ich ein Mehrfamilienhaus umziehen können …, aber wenn ich so weitermache, werde ich nächsten Mittwochabend bis spät in die Nacht hinein meinen Kram in die Kartons stopfen, weil ich mich bis dahin weiterhin davon abgehalten habe.
Emotional bin ich dagegen irgendwie ziemlich im Stress. Obwohl ich das eine oder andere letzte Mal etwas zu tun, sehr genieße. Letzte Male können toll sein. Wie zum Beispiel am Samstag der letzte Einkauf mit meiner Mutter … „Ich brauche ja nichts. Ich esse gar nichts mehr.“,  war wie so oft ihre Aussage …

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Als ich das Bild machte, weil ich wieder blöd herumstand, mich langweilte und wartete dass Königinmutter, die wie immer ohne ein Wort in den Tiefen des Supermarktes verschwunden war, wieder auftaucht, waren wir noch lange nicht am Ende mit der Einkaufswagenbefüllung. Man beachte – sie ist allein.
Angeblich sollte es bis ins neue Jahr reichen, aber heute habe ich am Telefon schon eine neue Bestellung fürs Wochenende angenommen. Äh … ja. Und das Weihnachtsessen, das bei ihr stattfindet, bringe ich eingekauft und auch schon gekocht mit.
So viel erst einmal zu den letzten Malen.

Nächsten Donnerstag um acht hole ich den Transporter ab, den ich für den Umzug gemietet habe, um neun kommen die Studenten von den Umzugshelfen, die ich engagiert habe … hoffe ich zumindest, aber wenn sie nicht kommen, ist es auch nicht ganz so schlimm, weil sich beim Kind der Unistundenplan gändert hat und er somit zum Schleppen zur Verfügung stehen würde. Außerdem wird der Gatte hoffentlich um 08:35 Uhr vom ICE am Südkreuz ausgespuckt und findet dann den Weg ganz allein hierher … ist eigentlich nicht so schwer, aber man weiß ja nie – ich bin auch schon öfter in die falsche S-Bahn gestiegen … der Gatte ist zum Glück nicht ganz so blöd wie ich und ich habe ihm alles erklärt, wobei meine Erklärungen manchmal sicher nicht so einfach sind, wenn ich wieder über Hölzchen und Klötzchen und Steinchen zum Ziel komme … , der große Mitbewohner wäre zur Not auch noch da, um den einen oder anderen Karton zu tragen. Wird schon alles werden. Geplant ist alles … ziemlich gut sogar, glaube ich zumindest, nun müssen sich nur noch alle dran halten.

Vom Wetter würde ich mir wünschen, dass es uns weiterhin den Schnee nur androht und ihn dann doch nicht auf uns wirft. Würde mir beim Auto fahren mehr Spaß machen. Glaube ich jedenfalls. Mir macht es nichts aus fremde Autos zu fahren, aber Schnee muss nicht sein. Obwohl ich das RundumSorglosWinterpaket dazu gebucht habe, aber bei einem Leihwagen weiß man auch nie, was für eine Gurke man bekommt. Ach, wird bestimmt lustig mit dem Gatten auf dem Beifahrersitz das Klamottengedöns umzuziehen.
Der Gatte hat sich aufgedrängt. Steht ganz freiwillig mitten in der Nacht auf, um mit dem Zug hierher zu kommen. Nur um sich dann fast nahtlos wieder in ein Auto zu setzen und denselben Weg … ja, ist ja gut, ich nehme nicht die Bahnschienen, ich nehme die Autobahn … zurückzufahren und alles nur damit ich nicht alleine fahren muss. Diesen Teil habe ich nicht geplant. Das hatte ich definitiv anders geplant, aber des Gatte Wille ist sein Himmelreich … so oder so ähnlich.

In der neuen Heimat habe ich dann bis Montag 15:36 Uhr Zeit mein Gerümpel aus den Kartons zu befreien und in der Wohnung zu verteilen, mich um- und arbeitslossuchend zumelden und Weihnachten vorzubereiten. Dann muss ich nämlich wieder los Richtung Berlin, um die letzte Woche hinter mich zu bringen. Wird bestimmt total gemütlich mit meiner Matratze auf dem Fußboden, aber ich habe den Fernseher, meinen Laptop und das Strickzeug. Was will ich mehr … zwischendurch habe ich mich schon so manches Mal gefragt, wer eigentlich diesen blöden Plan gemacht hat. Aber ehrlich – zwischen Weihnachten und Neujahr umziehen will auch kein Mensch oder besser – ich zumindest nicht. Da hab ich es dann doch lieber schon gemütlich.

Meine Kartons rufen. Also beende ich jetzt brav diese lange langweilige Geschichte …

Die Sache mit dem Schlafen

Früher habe ich, wenn ich kein Kopfkino gemacht habe und nicht so tief in der Depression gesteckt habe, geschlafen wie ein Stein. Man hätte mich wegtragen, aus dem Fenster schmeißen oder auf die belebte Straße legen können, ich hätte es nicht gemerkt oder wenn doch einfach darüber hinweg geschlafen.

Dann kam das Kind und der Schlaf wurde sehr viel flacher und weniger … sehr viel weniger in den ersten Jahren – irgendwas war/ist ja immer nachts.

Dann kamen die Wechseljahre und mit ihnen das nicht Schlafen können. Damit es nachts nicht so langweilig und einseitig ist, gesellte sich zuerst die Hüftarthrose und seit neustem die Schulter dazu. Hüfte und Schulter schaffen einen sauberen Ausgleich – Hüfte links, Schulter rechts. Nicht dass ich vielleicht eine Seite hätte, die sich gemütlich liegt … wie ich es hasse. Im Allgemeinen habe ich aufgehört die Stunden zu zählen, die ich geschlafen habe. Obwohl mir das bei meiner Fähigkeit nur bis drei zählen zu können, gerade noch gelingen würde. Aber wozu zählen? Mehr wird es davon auch nicht.

Was ich eigentlich erzählen wollte:

In der Nacht von Montag auf Dienstag schlief es mich sehr schlecht. Es war vorher klar, dass das passieren würde. Wenn ich kurz nach vier aufstehen muss, damit ich meinen Zug bekomme, schlafe ich vorauseilend schlecht bis ziemlich gar nicht, weil ich ja verschlafen könnte. Und weil ich verschlafen könnte, kann ich nicht einschlafen und wer nicht einschläft, kann nicht schlafen. Hat eine gewisse Logik. Am Montagabend war ich um halb zwölf aber ausnahmsweise eingeschlafen. Leider nicht sehr lange, weil mich das süße Schnarchen, des an mich gekuschelten Gatten, direkt in mein Ohr, weckte. Auch nachdem ich den Gatten von meinem Ohr abgewendet hatte, konnte ich natürlich nicht wieder einschlafen. Erstens aus Prinzip und zweitens weil der Gatte weiter schnarchte und ich das Ohropax nicht benutzen wollte, weil ich dann um kurz nach vier den Wecker nicht hören würde, falls ich doch noch einmal einschlafen sollte. Um kurz nach eins nahm ich mein Kissen und meine Decke und zog in mein Zimmer. So wirklich Schlaf fand ich da aber auch nicht. Ja, ich habe gründlich gesucht. Das letzte Mal schaute ich um fünf vor vier auf die Uhr. Wenig später holte mich der Wecker dann aus dem gerade begonnenen Schlaf.

Die Zugfahrt hatte auch nicht wirklich viel Schlaf zu bieten, sodass ich den Dienstag ziemlich müde verbrachte. Abends beim allabendlichen Telefonat mit dem Gatten um kurz nach zehn habe ich mich ganz schnell verabschiedet und bin gegen halb elf ins Koma gefallen. Das hielt bis kurz nach vier. Ich war, als ich erwachte und realisierte wie viele Stunden ich am Stück geschlafen hatte, ganz verwirrt. Die Uhr musste kaputt sein. Ich habe keine Erinnerung daran, wann ich das letzte Mal so viele Stunden am Stück geschlafen habe. Das wieder Einschlafen war nach dieser Erkenntnis recht schwierig, aber mit größerer Pause war noch eine kleine Runde drin bis halb sieben.

Nach so einer großen Portion Schlaf war ich gestern natürlich ganz dynamisch. Zuerst trank ich ganz gemütlich Kaffee, schrieb Mails, telefonierte, machte unteranderem einen Zahnarzt Termin, kramte schon mal die CDs raus, die ich bei Rebuy verkaufen wollte und stellte sie mitten auf den Tisch, damit ich nicht drumrum kam und ging dann laufen. Dabei und während ich duschte und im Anschluss beim Wäscheaufhängen, plante ich im Groben meinen Umzug und Weihnachten. Ging dann mit dem Kind einkaufen, buk, nachdem wir wieder zu Hause angekommen waren, Brownies. Danach verzog ich mich in mein Zimmer und arbeitete mich durch die CDs … die Guten, die die sie haben wollen, nach rechts, die anderen nach links. So schafft man relativ schnell etwas weg. Noch ein paar Bücher hinterher geschoben und dann sah es so aus:

Der Gegenstapel sah so aus:

Das fertige Paket hatte eine interessante Größe …

… und solch ein Gewicht, dass ich das Kind bat es wegzutragen – hat er vorhin auch schon erledigt … braves Kind … ich habe die Kiste aber auch unübersehbar genau neben seinem Schreibtisch positioniert … hab ich sogar zweimal machen müssen, beim ersten Mal hat er sie zurückgeschleppt 🙃

Jedenfalls und überhaupt, um wieder aufs Schlafen zu kommen, hat mich der gestrige Tag zwar ziemlich zufrieden gemacht, aber auch so beschäftigt, dass ich heute Nacht von kurz nach elf bis um halb vier wieder nur sehr lückenhaft und danach gar nicht mehr geschlafen habe. Dafür habe ich meine Klamotten bestimmt fünfmal gedanklich entrümpelt und bin genauso oft umgezogen.

Vielleicht sollte ich es einfach ganz pragmatisch sehen – wenn ich so weitermache, habe ich alles entsorgt, brauche kein Auto zu mieten und mache meine Umzug mit einer großen Tasche unter dem Arm und der Bahn und schlafen kann ich irgendwann, wenn es sich mal ergibt.

Auch wenn die Chefin weg ist, mache ich mich jetzt doch mal an die Arbeit, für die ich bezahlt werde.