Berlin, Berlin …

… nein, wir fahren ausnahmsweise mal nicht nach Berlin. Wir fahren die Schwester und den Schwager des Gatten in der Nähe von Bad Kissingen besuchen.

Da meine Schwägerin an einer Glutenunverträglichkeit leidet und immer klagt, dass es so schwer ist Brot, Kuchen und Gebäck für sie zu bekommen, habe ich mich heute in die Küche gestellt und ihr glutenfreie Kekse gebastelt.
Es war gar nicht so einfach einen Teig herzustellen, der sich halbwegs vernünftig verarbeiten lässt. Durch das fehlende Klebereiweiß wird der Teig sehr weich und wenn man sich an den Mengen orientiert, die man für „normale“ Kekse nimmt, wird der Teig zu flüssig (das merkt man aber erst, wenn man so weit ist … ich jedenfalls) 
Nach längerem hin und her mengelieren  – „… ach, nehm ich doch noch ein bisschen Buchweizen … nee, reicht noch nicht, dann doch noch ein wenig Maisstärke dazu … usw … ah, jetzt vielleicht doch noch etwas Zucker, Vanille und einen Hauch Tonkabohne für den Geschmack, der unterwegs verloren gegangen ist … usw …“ – ist es mir dann doch noch gelungen einen halbwegs vernünftigen Teig zu produzieren.

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Geschmacklich haben uns die Keksdinger überzeugt. Lecker, richtig schön knusprig, aber trotzdem ganz zart.
Der Gatte hat mit großer Freude beim Keks stempeln geholfen. Wir haben nämlich seit neuestem eine italienische Gebäckpresse. Das Ding ist echt toll … und wenn man Männer das technische Wunderwerk erklärt, klappt es sogar mit dem Keks stempeln.

Nun habe ich die Dinger ins Glas gestopft, eine Art Pompon aus Naturbastgeschenkband gebastelt und fertig ist das Gastgeschenk

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Warten

Ich hasse warten.

Es ist egal, worauf ich warten muss. Warten ist doof.
Es macht mich quengelig. Es macht mich unzufrieden. Es macht mich müde. Es macht mich unfähig sinnvolle Dinge zu tun. Schließlich weiß ich nie wie viel Zeit mir für die sinnvollen Dinge, die ich während des Wartens tun könnte, zur Verfügung steht, weil ich nicht weiß, wie lange ich warten muss.
Ja, in der Tat, es ist so kompliziert, wie es klingt.

Worauf ich gerade warte? Auf den Gatten. Darauf dass er endlich Feierabend macht, nach Hause kommt und mit mir den Wochenendeinkauf macht und wir vielleicht noch eine Hose erstehen, in die mein dicker Bauch passt. Und er könnte zu den Nachbarn nach unten gehen und ihnen sagen, dass ihre Enkelkinder endlich aufhören sollen alle fünf Minuten die Wohnungstür zuzuknallen und laut kreischend durchs Treppenhaus zu flitzen … nach drei Stunden geht mir diese Art der Unterhaltung allmählich auf die Nerven – liegt bestimmt auch nur am Warten müssen)

Einen Teil meiner Wartezeit habe ich tatsächlich sinnvoll genutzt. Ich habe mich endlich aufgerafft und den Einspruch ans Finanzamt geschrieben. Ihnen erklärt aus welchen Gründen ich nicht bereit bin den Steuerbescheid zu akzeptieren.
Ist schon lustig. Eigentlich kommt in der Ehe, da wir keine Gütertrennung vereinbart haben, sondern gemeinsam veranlagt werden, steuerlich alles in einen Topf, aber bei der „Abrechnung“ … beim Einspruch gegen einen Steuerbescheid besteht das Finanzamt dann darauf, dass sich derjenige dazu äußert, den es betrifft. Nun bin ich plötzlich wieder so groß … erwachsen … eigenständig, dass ich alleine schreiben, erklären, begründen darf/muss und das sogar ganz alleine unterschreiben darf/muss. Auf einmal ist nichts mehr mit – nur gültig wenn beide unterschrieben haben.

Gerade habe ich nochmal ein bisschen an meinem Einspruch herumgebastelt, weil mir während des Schreibens dieses Blogbeitrags noch das eine oder andere eingefallen ist, womit ich das Finanzamt verbal bewerfen könnte.

Inzwischen hat der Gatte sein Kommen angekündigt hat. Leider bin ich jetzt so müde und fröstelig, dass ich mich viel lieber unter meiner Bettdecke zusammenrollen und ein Schläfchen machen würde … quengel …

Wollt ihr, bevor ich entschwinde, noch sehen was ich diese Woche gebacken habe?

Bitte sehr …

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… ich habe Nacktschnecken gebacken.
Nein, habe ich natürlich nicht. Ich habe zum ersten Mal Spritzgebäck gemacht und beim Anblick dieser Dinger auf dem Backblech kamen mir Nacktschnecken in den Sinn …
… manchmal gehen schon sehr merkwürdige Dinge in meinem Kopf vor …

Neben den Nacktschnecken kam dann aber auch noch ein nahezu perfektes Spritzgebäck heraus …

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… ist aber schon vom Gatten als Morgengabe verspiesen.

SonntagsSüss

Mandelwaffeln mit ZitronenQuarkCreme.

Zur Feier des Tages und weil ich mir endlich einmal Mühe geben wollte, habe ich noch ein paar essbare Blümchen drüber gestreut … sehr hübsch. Wertet die einfache Speise total auf.

(Wenn denn irgendwann die Erdbeeren auf den Feldern reif sind, werde ich welche pflücken gehen und dann einen ErdbeerQuarkCremeKuchen mit schokoladigem Mandelmürbteigboden basteln … sind bald die Erdbeeren reif? *quengel*)

Jetzt gerade lasse ich die Sonne auf mich scheinen …

… schaue und höre dem Sonnenschirm beim Um- und wieder Zurückklappen zu … ist doch ganz schön windig …, übe mich im Nichts tun und versuche nicht zu denken. Beides nicht so einfach … bald ist Dienstag …

Ausflug nach Lübeck „gewonnen“

 

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Obwohl ich damit gerechnet hatte, weil sie immer etwas finden, was dann doch nicht da ist … bisher zum Glück jedenfalls, traf es mich gestern hart, als ich den Brief auf dem Weg zum Einkaufen aus dem Kasten zog. So hart und angstbesetzt, dass ich statt nur Flohsamenschalen und Kokosöl fürs lebensverändernde Brot zu kaufen, frustshoppen musste. Hilft zwar nicht wirklich, aber schafft kurzfristig Ablenkung.
Beim Gatten hatte ich von unterwegs per WhatsApp einen Antrag auf Frustshoppen gestellt, nachdem ich mich entschlossen hatte, es ihm gleich zu erzählen und ihm die Sorgen nicht zu ersparen (Wie auch? Wie soll ich zum Beispiel erklären wo ich Dienstagmorgen in aller Frühe hin enteile? Oder wie oder besser womit soll ich erklären, dass ich ein wenig gedankenverloren, in mich gekehrt, unwirsch … mehr als sonst … bin?).
Der Antrag wurde umgehend bewilligt und so konnte ich das Objekt meiner Begierde …

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Das war das Bewerbungsfoto für den Gatten

… aus dem Laden befreien.  

Jaja, ich bin schon genial … ich habe einen Shopper frustgeshoppt … lachgroehl … ähmmm … ja … auf jeden Fall habe ich jetzt jemanden … etwas, das mich am Dienstag nach Lübeck (ich finde Lübeck so doof … so hässlich) begleitet. Quasi ein Frustkauf als Langzeittherapiemittel oder so ähnlich.
Ausnehmend hübsch macht sich der Shopper auf meinerm Blümchenfußmatteteppich …

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… wenn man dann noch das Innere …

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… nach außen kramt …

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… hat man sogar zwei Taschen …

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… die sich als wahre Raumwunder erweisen. Das Material, irgend so ein Kunstkram, ist ganz wunderbar weich und angenehm im Griff, dass man es fast für feinstes Leder halten könnte. Zur Not taugt die Tasche dadurch auch als Kuschelkissen.
Ich kann am Dienstag ohne weiteres den halben Hausstand inklusive Strickzeug und Kamera mitnehmen. Den Blümchenteppich lass ich aber, obwohl er wirklich gut zur Tasche passt, zu Hause.

Neben diesem Frustkauf erstand ich aber auch noch köstlich duftenden Kaffee, da ganz frisch extra für mich und meine French Press gemahlen und gemahlene  Flohsamenschalen, geruchsneutral … vielleicht weil nicht frisch für mich gemahlen, sondern einfach so gemahlen, aus denen ich gestern, nachdem ich sie noch mit einigen anderen Zutaten verbunden oder die anderen Zutaten durch sie verbunden hatte, noch dieses Brot buk …

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Das Bild entstand heute Morgen in der zunehmenden Morgensonne. Dafür das man die Zutaten einfach nur zusammenrührt, dann das Gebrösel in Form drückt, in die Ecke stellt und Stunden einfach sich selbst zum Quellen überlässt (ich quellen auch immer selbstständig und ganz nebenbei auf), um es dann doch recht lange Zeit im Ofen verschwinden zu lassen, ist es wirklich hübsch geworden.

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Es ist nicht nur hübsch, es schmeckt auch noch und riechen tut es auch gut.

Bevor ich das Brot in den Ofen stopfen konnte, musste aber erst noch die Pizza aus dem Ofen entfernt und auf den Teller verfrachtet werden …

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… Pizza mit Tomaten, Schafskäse, Speck auf einem Zucchiniboden. Wirklich köstlich!

Rückblick-Gebrösel

Die vergangenen zehn Tage waren mit ganz viel Leben angefüllt. Um direkt darüber zu bloggen hat die Zeit nicht gereicht oder die Lust gefehlt.

  •  zuerst war mein Geburtstag mit 1. Hochzeitstag und Schwesterbesuch. Das war fein. Sogar so fein, dass die große Schwester angedroht hat, ab jetzt alle vier Wochen zu kommen. Als sie sich in Richtung Zug aufmachte, war sie schon bei alle drei Wochen (wenn die Drohungen schlimmer werden, werde ich dafür sorgen, dass man ihr die Bahncard entzieht ;O)) )
  • beim Sonntagsfrühstück mit der großen Schwester und dem Gatten stellte ich mit Schrecken fest, dass ich im Unterkiefer einen dicken Knubbel habe. Der war mir neu und die von der Zunge gefühlte Größe war wirklich beeindruckend. Nachdem ich mich und meinen Herzschlag beruhigt hatte, bewarte ich stillschweigen und verbrachte einen schönen Tag mit den beiden. Abends hatte ich dann das Gefühl der Knubbel wäre größer geworden. Während ich den Mund großzügig mit Weißwein spülte, überlegte ich mir, was zu tun sei und entschloss mich weiterhin stillschweigen zu bewahren, reicht wenn ich mir Sorgen mache und am nächsten Morgen versuche einen Zahnarzttermin zu bekommen … ich hatte zwischendurch vorsichtig gegoogelt, aber ich fand nicht das passende und das meiste, das ich fand, gefiel mir als Diagnose nicht …
  • der erste Zahnarzt den ich am Montagmorgen um kurz nach acht anrief, hatte Urlaub bis nach Ostern. Er verwies aber auf einen Kollegen, den ich rief ich an und bekam netterweise für 16:00 Uhr einen Termin …
    … um 16:00 Uhr versicherte mir der Mann glaubwürdig, dass ich den Knubbel schon immer habe und auf der anderen Seite auch einen hätte – stimmt, andere Seite habe ich auch einen, der ist aber wesentlich kleiner und bis Sonntag kannte ich weder den einen noch den anderen, aber er hat recht, ich muss die Dinger schon immer haben … die Dinger heißen Torus mandibularis. Das sind knöchernde Wülste. Fünf bis acht Prozent der Bevölkerung schmücken ihren Mundraum damit. Gibt es auch oben am Gaumen. Harmlos so lange man keine Prothese braucht. Dann könnten sie stören und müssten entfernt werden – da wird es dann unangenehm.
    Auf jeden Fall schön, dass ich immer wieder etwas finde, was nur wenige haben *dieaugenverdreh*
  • dann kam die Mammographie im Mammobil. Die war wie jede andere Mammographie nur in kleiner … also die Räumlichkeiten waren kleiner … viel kleiner, ein bisschen bedrängend kleiner. Damit ist meine Neugierde befriedigt und eigentlich muss ich da nicht mehr hin
  • als nächstes kam mein Kind. Das war fein.
    Durch das schlechte Wetter hat es nur für zwei große Spaziergänge, …

    20180329_103438_01… immerhin waren wir die ersten, die ein bis dahin unbetretenes Land erorberten …

    gemeinsames Backen, Kochen und Filme kucken gereicht. Und natürlich sich körperlich nah sein. Gedanklich sind wir das natürlich sonst auch. Ich sicherlich mehr als er, aber das ist okay. Schließlich bin ich die Klucke, er das Küken.

  • nächste Station Ostern. Völlig unspektakulär. Ohne Suchen und Finden. Ohne andere Menschen. Nur der Gatte und ich und kein einziges Osterei.

Aber ich buk. Ich buk eine Zitronentarte …

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… ich besitze keine Tarteform.
Ich brauche und will keine Tarteform.
Es ist auch zu vermuten, dass es mir selbst beim Vorhandensein einer Tarteform nicht gelungen wäre, ein schönes Gitter zu legen … der Puderzucker verdeckt die meisten Unzulänglichkeiten. Darum durfte er überhaupt nur auf die Tarte.
Lecker war sie auf jeden Fall …

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Ich bekam sogar etwas zu Ostern …

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… eine wunderschöne Bauernhortensie, die ich gestern, als es endlich nicht mehr ganz so kalt und zur Abwechslung sogar sonnig war, umgetopft und auf den Balkon gestellt habe, …

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… der nun hoffentlich endlich frost- und schneefrei bleibt …

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… manches hält sich zäh, aber es wird. Und weil es wird und die weiteren Aussichten ganz gut sind, habe ich gestern auch noch meine Rose ausgepackt …

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… und beschnitten und hoffe nun, dass sie mir genauso schöne, bienefreundliche, weil offene Blüten …

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… schenkt wie letztes Jahr.

Jetzt hoffe ich, dass hier bald mal die Sonne rauskommt, wie versprochen, damit ich ein bisschen rauskomme. Ich muss noch mit mir verhandeln, ob ich die Füße oder die FahrRatte nehme, um mich zu bewegen.