Fisch & Sheeps

In der Küche warten lümmelnd die frischen Schollen auf mich und duften wunderbar nach frischem Fisch.

Nebenan trocknen die gewaschenen Schafe, nach nassem Schaf riechend (ich mag auch nasses Schaf riechen), still vor sich hin …

So riecht definitiv mitgebrachter Urlaub.

… ich habe meine Rohwolle … meine Wollflocken in der Waschmaschine, 3x Wollwaschgang mit 30° und bei 800 Umdrehungen schleudern, gewaschen. Ich vermute, dass tun nicht viele. Hat aber super funktioniert.

Stürmisch …

… ist es hier heute …

… so stürmisch, dass die Vögel heute alle rückwärts fliegen. Sieht sehr lustig aus und irgendwie sehen die Flattermänner so aus, als hätten sie eine Menge Spaß.

Wir haben das Gestürme genutzt und uns an unserem letzten Tag nach drinnen zurückgezogen und spielen unser neues „Mensch ärgere dich nicht – Spiel“ ein.

Zurzeit steht es 2:1 für mich. Meine Seehunde sind flink.

UrlaubsMorgenIdylle

Mit dem Frühstücktee auf dem Balkon sitzen …

… dabei Schafe kucken und hören …

… Spatzen und Schwalben schimpfen und fliegen uns um die Ohren, die beiden Pferde Schnauben hin und wieder …

… der kleine Mäher geht seinem Tagwerk nach …

Ich bin gespannt für welche Route er heute eingeteilt ist. Das wechselt nämlich von Tag zu Tag.

Jetzt macht er aber gerade Pause …

… wahrscheinlich war die Hasenjagd …

… so anstrengend. Der vom Mäher verstörte Hase ist auch erstmal aufs Feld geflohen, …

… aber spätestens heute Abend kommt er wieder und bringt bestimmt seine Verwandten wieder mit.

Ich sehe jetzt zu, dass ich meine täglichen Kopfschmerzen, die mir das Bett, das ich eher als Hängematte bezeichnen würde, einbringt.

P.S. Hase schon wieder da …

Der Mäher speist noch, also keine Gefahr für den Hasen.

Jäger und Sammler

Vor zwei Tagen wollten wir abends nur schnell an den Deich noch eine kleine Runde spazieren gehen.

Nach einer guten Stunde zerrte mich der Gatte an den Haaren von Deich, weil er der Meinung war, ich wir hätten genug Wollgespenster Wollflocken gejagt …

Ich habe keine Ahnung wie viel Gramm das sind, aber es hat viel Spaß gemacht die Wollgespenster aufzusammeln.

Noch gespannter bin ich, was nach Waschen, Kardieren und Spinnen dabei herauskommt.

Da ich den Hals nie voll kriege, sind wir vorhin auf den Deich direkt vor unserem Balkon gestiegen … den habe ich bisher gemieden, damit ich den Spatzen ihre Nestpolsterung nicht stibitzen wollte … und wollten Wollflocken jagen. Gab aber keine Wollflocken. Die Schafe tragen ihr Haar zu kurz, um Wollflocken zu produzieren.

Schade, aber nicht schlimm. Wir haben hier noch zwei Tage und es gibt andere Deiche und andere Schafe.

Dafür haben wir Teile unseres des morgigen Geburtstagsessen für den Gatten, der jetzt echt steinalt wird, erlegt:

Queller oder auch Salicornia.

So lecker frisch aus dem Watt. Könnte ich jetzt so wegknuspern.
Gibt es aber erst morgen zu Fisch & Bacon & gebratenen Spargel & Kartoffeln.

Jetzt geh ich kochen – Chili sin Carne. Auch sehr lecker, wenn man Chinoa mag.

Ich spinne wieder …

Eigentlich hatte ich bei meinem Umzug von Berlin nach Ahrensburg beschlossen, das Spinnrad zu verkaufen. Es hat gut ein Jahr gebraucht, um mich zu überreden, es doch zu behalten.
Irgendwann dachte ich – So ein bisschen produktives Spinnen und dabei die Gedanken schweifen lassen, ist schon schön – und kramte es aus dem Keller.

Dann musste ich mich natürlich auf die Suche nach Fasern machen. Ich fand aber nichts, was mich wirklich überzeugte und so fragte ich den Gatten, ob ich mir ein Kardierbrett/Blendingboard kaufen darf (schon Mist, wenn man kein eigenes Einkommen hat). Ich durfte natürlich und so zogen ein Kardierbrett und viele unterschiedliche Fasern bei uns ein.

Am Samstagabend habe ich mir dann noch eine Portion Fasern für den Urlaub kardiert …

… und so konnte ich gestern Abend mit einem Blick auf Herrn Jauch und einem Blick aus dem Fenster auf den Deich …

… und die potenziellen Wollgeber …

… die zu der Zeit schon geschlafen haben und einem Blick auf Husum …

… das/den erste/n Rollag verspinnen …

Die wunderschöne, sehr ausgewogene und gut laufende Handspindel habe ich mir leider auch noch für unterwegs kaufen müssen. Das Spinnrad hätte nicht mehr ins Auto gepasst.

Der Gatte und die große Schwester, zu der ich bei meinem letzten Berlin Besuch das Kardierbrett mitgeschleppt hatte, sagen beide, dass ich sehr glücklich aussehe, wenn ich mein Brett bürste. Wenn zwei das sagen, muss es so sein.

Während ich gerade diesen Betrag schrub, besuchte uns einer der unzähligen, lärmenden Spatzen …

Ich glaube hier in der Gegend wachsen Spatzenkinder gut behütet und sehr kuschelig auf. Die Spatzen haben nämlich die Schnäbel immer voller Schafwolle (ich weiß leider nicht, ob sie die den Schafen ausrupfen oder auf dem Deich sammeln) oder kleiner, flauschiger Federn (wem sie die klauen, weiß ich auch nicht).

Schau, ein Pfau!

Was für eine doofe Überschrift :O))).

Den gar nicht doofen, sondern sehr netten, fotogenen und sich gern fotografieren lassenden Pfau trafen wir gestern im Wildpark Lüneburger Heide.

Wir trafen noch das eine oder andere Tier …

… zum Beispiel diese die Sonnen genießende Teenie-Ziege und diesen wirklich niedlichen Polarfuchs.

Als wir gerade bei den Wölfen waren, …

… meldete sich mein smartes Phone zu Wort. Die Motivation das Gespräch anzunehmen war nicht sonderlich groß, aber neugierig war ich dann doch, wer mich aus München anruft.

Das andere Ende: „Hallooo, Halllooo? Ich bin der Amazon Logistic. Sie gar nicht zu Hause. Nachbar da, aber macht nix auf. Was ich jetzt machen soll?“

Ich: „Keine Ahnung. Morgen wieder kommen. Falls es so etwas bei Amazon Logistic gibt – bei der entsprechenden Paketsammelnden Stelle abgeben, damit ich es abholen kann.“

D a E: „Nee, gibt nicht. Nochmal kommen dauert Tage. Welchen Stock wohnen? Ich werfe auf Balkon.“

Ich: „Äääääh … im zweiten Stock. Sie können das Paket doch nicht auf den Balkon werfen. Das geht doch kaputt.“

D a E: „Nee, nix kaputt. Ist gut eingepackt.“

Ich: „Aber Sie schaffen es doch gar nicht, das Paket bis in den zweiten Stock zu werfen.“

D a E: „Schaff ich. Kleines Paket. Ganz leicht.“

Ich versuchte ihn davon zu überzeugen, dass es keine gute Idee ist, das Paket auf einen Balkon im zweiten Stock werfen zu wollen, aber er war nicht aufzuhalten. Was ca. fünf Minuten später durch Amazon bestätigt wurde, weil man mir schrieb, dass meine Paket zugestellt ist. Mit dem Vermerk: An einem sicheren Ort hinterlegt.

Nach diesem relativ sinnfreien Telefonat beendeten wir drei unter viel Gelächter, weil wir uns vorstellten wie der gute Mann versucht das Paket in den zweiten Stock zu werfen, unsere Runde durch den Tierpark.

Zu Hause angekommen, schaute das Kind umgehend auf dem Balkon nach und fand natürlich kein Paket. Wie auch? Ich bezweifle nämlich stark, dass ich mit Superman telefoniert habe, der bekanntlich hoch und weit springen und fliegen kann.
Bei dem unter uns wohnende Nachbar war auch kein Paket gelandet, aber er hatte viel Spaß an der Geschichte. Die anderen Nachbarn hatten auch nix.

Da das Paket auch sonst nirgends zu finden war, habe ich heute bei Amazon angerufen und habe einer netten Amazonmitarbeiterin meine Geschichte erzählt.
Wir haben gemeinsam viel gelacht, sie hat sich vielmals entschuldigt und wird mich morgen gegen 14:00 Uhr (so lange muss man ausgelieferten Paketen Zeit zur Landung geben) noch einmal anrufen, um zu hören, ob das Paket doch noch irgendwo gelandet aufgetaucht ist und veranlasst dann eine neue Lieferung. Kurz nachdem ich aufgelegt hatte, kam eine Mail von ihr:

Ich habe mir diese Geschichte nicht ausgedacht. Sie ist tatsächlich so passiert. Unglaublich. Braucht kein Mensch, aber wenn man über den ersten Ärger hinweg ist, ist sie einfach nur lustig.