Nähen als Therapie

Gestern Vormittag führten zwei Telefonat mit der großen Schwester in Berlin, die sich, nachdem die Wohnung unserer Mutter leer ist, netterweise vor Ort um die Renovierung der Wohnung kümmert, damit ich nicht schon wieder nach Berlin muss, zu ziemlich viel Frust, Ärger und Grübeleien.

Damit ich nicht mehr darüber Grübeln und nicht mehr Nichts tun musste, habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt und Hirn und Hände beschäftigt (für mich ist es leichter Nichts zu denken, wenn ich das Hirn mit anderen, produktiven Dingen beschäftige. Zumindest tagsüber. Vielleicht fange ich bald an auch nachts zu nähen, aber bevor ich das mache, sollte ich mich des Nächtens lieber mit dem Lösen vom Matheaufgaben beschäftigen. Vertreibt auch das Grübeln und vielleicht auch das Nicht schlafen können).

Herauskam der Prototyp eines Einfach-Rucksack:

Es passt ganz bequem ein dickerer DIN A4 Hefter/Ordner/Sammelmappe hinein …

Er geht auch mit Sammelmappe im Bauch bequem zu und bietet noch dem einen oder anderen Platz … ich würde noch mein Notebook und mein Portemonnaie hineinbekommen, also alles, was ich für einen Tagesausflug, zum Beispiel nach Berlin, brauche.

Innen ist er gefüttert (ein hungriger Rucksack würde bestimmt nicht so gute Dienste tun ;O))) ) und hat eine Innertasche, die zum Beispiel das smarte Phone beherbergen kann.

Das nächste Modell wird innen noch einen kleinen Karabinerhaken bekommen, damit man den Schlüssel nicht in den Tiefen suchen muss. Bei diesem habe ich es schlicht vergessen.

Das Nichtenkind hat sich schon einen bestellt, aber bitte ohne Einhorn. Der Gatte möchte einen aus dem Rest des Elchbeutelstoffs, den ich, wenn ich lieb darum bitte, auch benutzen darf.

Das Nähfieber …

… hat mich voll erwischt. Hätte ich nie gedacht, aber ist so.

Nach meiner Schnellscheisserhose habe ich der großen Schwester erfolgreich eine auf den Hintern genäht.
Die Hose sitzt tatsächlich so, als hätte ich Mass genommen. Habe ich aber nicht, sondern einfach nur Pia mal Daumen – so wie ich meine Schwester vor meinem geistigen Auge hatte, habe ich die Hose drum rum genäht. Hat gepasst.

Danach war ich dann vier Tage in Berlin und konnte nicht nähen. Das war echt furchtbar.
So furchtbar, dass ich in den letzten Tagen ein T-Shirt …

… es hängt gerade, um sich von mir zu erholen, feucht auf dem Balkon herum. Am Ausschnitt musste ich ein wenig pfuschen, weil er nicht saß …

Ist aber Qualitätspfusch und sieht beim Tragen aus, als wenn es so gehört und sich das jemand von Anfang an so ausgedacht hat. (… ja, die Nähte dürften noch etwas gerade sein, aber das ist das erste, dafür sind die Nähte versäubert, was heute anscheinend niemand mehr macht … was machen die mit dem Gefranse?)

Als nächstes weckte ein Stufenrock meine Begehrlichkeit.
Weil ich mir nicht so sicher war, ob mir das Rezept so zusagt, wie es jemand aufgeschrieben hatte und mir der dafür angedachte Stoff für einen Fehlschlag zu teuer war, habe ich Probe genäht. Mit dem Erfolg, dass ich jetzt zwei Stufenröcke besitze …

Der linke ist der Proberock aus Resten. Oben Baumwolljersey und unten grünes Leinen, der Rest von der Schwesterhose. Hat gefallen und gepasst und darum habe ich mir gestern aus dem Edelleinen einen zweiten Rock genäht …

Ein Tragefoto. Auf Grund der momentanen Verdunklung wegen Sommerhitze grottenschlecht. Damit man sieht wie schön der Stoff wirklich ist, gibt es noch ein weiteres nichts sagendes Foto … (aber wenn man das richtige Foto einfügt, sieht es gleich viel besser aus … ja … genau … so … in etwa …)

Weil ich tatsächlich hochfiebernd bin, sitze ich gerade hier und entwickle die Umsetzung fürs nächste Projekt …

Aus diesen beiden Stoffen, …

… plus ein bisschen Alcantara und Strippe soll ein ganz wunderbarer Einhorn-Einfach-Rucksack werden.

Muss los. Muss nähen.

Fisch & Sheeps

In der Küche warten lümmelnd die frischen Schollen auf mich und duften wunderbar nach frischem Fisch.

Nebenan trocknen die gewaschenen Schafe, nach nassem Schaf riechend (ich mag auch nasses Schaf riechen), still vor sich hin …

So riecht definitiv mitgebrachter Urlaub.

… ich habe meine Rohwolle … meine Wollflocken in der Waschmaschine, 3x Wollwaschgang mit 30° und bei 800 Umdrehungen schleudern, gewaschen. Ich vermute, dass tun nicht viele. Hat aber super funktioniert.

Stürmisch …

… ist es hier heute …

… so stürmisch, dass die Vögel heute alle rückwärts fliegen. Sieht sehr lustig aus und irgendwie sehen die Flattermänner so aus, als hätten sie eine Menge Spaß.

Wir haben das Gestürme genutzt und uns an unserem letzten Tag nach drinnen zurückgezogen und spielen unser neues „Mensch ärgere dich nicht – Spiel“ ein.

Zurzeit steht es 2:1 für mich. Meine Seehunde sind flink.

UrlaubsMorgenIdylle

Mit dem Frühstücktee auf dem Balkon sitzen …

… dabei Schafe kucken und hören …

… Spatzen und Schwalben schimpfen und fliegen uns um die Ohren, die beiden Pferde Schnauben hin und wieder …

… der kleine Mäher geht seinem Tagwerk nach …

Ich bin gespannt für welche Route er heute eingeteilt ist. Das wechselt nämlich von Tag zu Tag.

Jetzt macht er aber gerade Pause …

… wahrscheinlich war die Hasenjagd …

… so anstrengend. Der vom Mäher verstörte Hase ist auch erstmal aufs Feld geflohen, …

… aber spätestens heute Abend kommt er wieder und bringt bestimmt seine Verwandten wieder mit.

Ich sehe jetzt zu, dass ich meine täglichen Kopfschmerzen, die mir das Bett, das ich eher als Hängematte bezeichnen würde, einbringt.

P.S. Hase schon wieder da …

Der Mäher speist noch, also keine Gefahr für den Hasen.

Jäger und Sammler

Vor zwei Tagen wollten wir abends nur schnell an den Deich noch eine kleine Runde spazieren gehen.

Nach einer guten Stunde zerrte mich der Gatte an den Haaren von Deich, weil er der Meinung war, ich wir hätten genug Wollgespenster Wollflocken gejagt …

Ich habe keine Ahnung wie viel Gramm das sind, aber es hat viel Spaß gemacht die Wollgespenster aufzusammeln.

Noch gespannter bin ich, was nach Waschen, Kardieren und Spinnen dabei herauskommt.

Da ich den Hals nie voll kriege, sind wir vorhin auf den Deich direkt vor unserem Balkon gestiegen … den habe ich bisher gemieden, damit ich den Spatzen ihre Nestpolsterung nicht stibitzen wollte … und wollten Wollflocken jagen. Gab aber keine Wollflocken. Die Schafe tragen ihr Haar zu kurz, um Wollflocken zu produzieren.

Schade, aber nicht schlimm. Wir haben hier noch zwei Tage und es gibt andere Deiche und andere Schafe.

Dafür haben wir Teile unseres des morgigen Geburtstagsessen für den Gatten, der jetzt echt steinalt wird, erlegt:

Queller oder auch Salicornia.

So lecker frisch aus dem Watt. Könnte ich jetzt so wegknuspern.
Gibt es aber erst morgen zu Fisch & Bacon & gebratenen Spargel & Kartoffeln.

Jetzt geh ich kochen – Chili sin Carne. Auch sehr lecker, wenn man Chinoa mag.