Ich könnte jetzt schreiben, …

… wenn ich größer wäre, würde ich das öfter tun.

Das wäre aber gelogen. Und lügen tue ich nicht. Ich habe zwar einen Hang zu maßlosen Übertreibungen, aber lügen, nee!

Ich würde mich, auch wenn ich größer wäre, nicht öfter auf den Weg nach oben machen, um die Oberschränke in der Küche abzuwischen. Das ist echt die Abteilung – aus den Augen, aus dem Sinn.
Denn auch wenn ich größer wäre, wäre ich nie soooooo groß, dass ich ohne auf Möbel zu steigen oder durch die Betätigung des Hochhüpfen, den Sief/Dreck auf den Schränken sehe.

Ich bin dann mal wieder weg … oben putzen … echt Mist, wenn man neue Küchengeräte bekommt und dafür andere von der Arbeitsfläche weichen müssen …

Es ist warm, …

… es ist hell …
… der Kiosk und der Bäcker haben schon auf. Was ich aber nicht weiß, weil ich es gesehen habe, sondern weil ich es gestern gelesen habe.

Heute sehe ich an einem anderen Ort ganz andere Dinge. Ich sitze noch in meinem warmen Bett, habe Paula auf dem Schoss und schaue dem Schnee vor dem Fenster beim Fallen zu …

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An sich braucht hier keiner den Schnee, aber wenn er fällt, fällt er. Kann man nichts machen, also kann ich mich auch daran erfreuen, wie hübsch es aussieht und mich darin verlieren, zu erkenne welche Muster der Schnee beim Fallen in die Luft zeichnet. Das habe ich schon immer gerne gemacht.
Wenn ich bei Schneefall Auto fahre, muss ich mich immer sehr anstrengen nicht im Sog des sich bildenden Schneekreisel zu versinken. Heute muss ich aber nicht fahren. Nur den Gatten hat es nach draußen getrieben, weil er arbeiten muss.

Ich bin gestern genug gefahren. Denn gestern machte ich einen Tagesausflug in die alte Heimat. Bei meiner Mutter und dem Kind nach dem Rechten und Linken kucken. Mein schlechtes Gewissen hat mich so lange bequatsch bis ich davon überzeugt war, dass es nach acht, nein, neun Wochen sind es sogar schon, Zeit wird und meine Verpflichtung ist (ja, ich drehe auch gerade innerlich mit den Augen) dies zu tun.

Bei meiner Mutter war ich nach knapp zwei Stunden, nachdem wir minimal geplaudert und ich mich davon überzeugt hatte, dass sie endlich unsere Festnetznummer richtig in ihrem Telefon gespeichert hat und nicht mehr einen fremden Mann anruft und ihm den AB vollquatscht, ich gesaugt, gewischt und einen großen Fleck, der sehr organisch aussah (ich habe nicht gefragt, was es war … ich wollte es nicht wissen) aus dem Teppich geschrubbt hatte, wieder draußen.
„Nö, ich brauche nichts mehr und ich habe dir auch nichts mehr zu sagen. Geh mal wieder.“, bekam ich auf meine Frage, ob ich noch etwas für sie tun kann, ob wir noch uns ein bisschen gemeinsam hinsetzen und reden wollen, zur Antwort.

Das stürzte mich ein wenig in Verwirrung. Plötzlich hatte ich zwei Stunden Zeitüberschuss. Denn mit meinem Kind war ich erst gegen 14:00 Uhr verabredet. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte ich mich auf Berlins Straßen herumgetrieben. Nicht, dass ich das erstrebenswert finde und wirklich brauche, aber zum Zeit totschlagen, wäre es okay gewesen.
Ich entschied mich dann dafür dem Kind eine WhatsApp zu schreiben und schon mal in Richtung alte Heimat zu fahren. Wir wollten uns sowieso auf halber Höhe an der Ringbahn treffen, also konnte ich die zwei weiteren Stationen, die dafür nötig sind, in seine Richtung fahren und dort durch das kleine, warme Einkaufszentrum schlendern, ein Wasser und Hühneraugenpflaster kaufen und auf einer Banke auf ihn warten.
Unterwegs kontrollierte ich immer wieder mein smartes Phone, ob mein Kind mich schon erhört hatte. Hatte er nicht. Machte aber nichts, ich hatte einen Plan und war beschäftigt.
In dem Einkaufszentrum angekommen, schrieb ich ihm noch eine WhatsApp, in der ich ihm mitteilte, dass ich jetzt dort wäre und bis zur besprochenen Zeit auf ihn warte. Ich tapste gerade durch den Drogeriemarkt und suchte Hühneraugenpflaster, als sich das Kind meldete und fragte, ob er jetzt schon kommen soll. Ich habe es ihm freigestellt und charmant wie er ist, machte er sich gleich auf den Weg. Als er kam, erwischte er mich noch dabei, wie ich versuchte das neumodische Hühneraugenpflaster zu verstehen … chic transparent ist es ja, aber wenn man ein Fachabi zur Anbringung braucht, emfinde ich es als äußerst doof und lästig. Davon wie die Leute kucken, will ich gar nicht reden. 
Nachdem mein Fuß wieder bekleidet war, wir uns begrüßt und übereinander gefreut hatte, den Müll – die Reste meines Hühneraugenpflasters (mehr Müll als Pflaster…mitdenaugenroll)  und die Post, die er mir mitgebracht hatte, es war nur Werbung, fachgerecht (mein Kind ist ein hervorragender Postschredder vor öffentlichen Mülleimern) entsorgt hatten, machten wir uns auf den Weg in den Botanischen Garten. Dort gibt es viele schöne, warme Gewächshäuser. Ein ziemlich guter Ort, um bei der Kälte gemeinsame Zeit zu verbringen.
Nein, zum Kind nach Hause konnten wir nicht. Der, also mein ehemaliger und des Kindes jetzt Noch-Mitbewohner war da und hat, als ich auszog, ganz klar gesagt, dass ich nur in die Wohnung darf, wenn er nicht da ist. Nein, wir haben uns nicht im Streit getrennt. Er ist einfach so.

Im Botanischen Garten war es nett. An machen Stellen viel zu warm und zu feucht. Tropen sind, nachdem man längere Zeit Minusgraden ausgesetzt war, nicht nur unangenehm für die kalten Brillengläser. Man selbst beschlägt auch irgendwie ganz plötzlich an der Haut unter den Klamotten …
Die Kamelien standen noch in voller Blüte. Waren wunderschön anzusehen und rochen wundervoll … und in diesem Gewächshaus war es angenehm kühl.
Leider sind die Gewächshäuser nicht endlos und selbst mit gemütlich auf einer Bank im Grünen sitzen, den Pflanzen beim Wachsen zu kucken und übers Leben plaudern, ist man irgendwann durch. In unserem Fall viel zu früh. Mein Zug nach Hause ging erst viel später.

Wir beschlossen Ikea einen Besuch abzustatten. Das Kind will sich demnächst ein Bett kaufen und da kann man schon mal kucken. Also ab in die Bahn … erstaunlicherweise erwischten wir wieder dieselbe Ringbahn wie bei der Hintour … für mich war es sogar die dritte Fahrt mit dem Zug) was ich/wir an den Schmierereien und der einen vollgekotzten Sitzreihe (ja, das ist Standard in Berlins S-Bahnen) erkannten.
Bei Ikea war es lustig, wie immer wenn wir uns irgendwo aufhalten, wo man etwas käuflich erwerben kann. Ein eventuelles Bett haben wir gefunden, ich habe dem Kind zu gesichert, dass ich ihm, wenn er Stoff findet, der ihm gefällt, Gardinen nähe. Dann gab es noch einen Hot Dog fürs Kind und es war immer noch zu viel Zeit übrig, um gleich am Südkreuz zu bleiben und auf meinen Zug zu warten.
So habe ich im Anschluss mein Kind mit der Bahn, dieses Mal erwischten wir eine frisch eingesetzte S-Bahn, was man daran erkannte, dass sie bei der Einfahrt gänzlich leer war, sechs Minuten auf dem Südkreuz dumm rumstand und dann erst losfuhr, nach Hause gebracht.
Dort huschten wir in den Edekamarkt, weil das Kind einkaufen musste und mir unbedingt das „Kräuterbeet“, das sie dort seit neuestem haben, zeigen wollte.
Ich muss sagen, ich war total beeindruckt …

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… und finde die Idee dieses Kräuterschrankbeetes wunderbar. Links außen neben dem Schrank, nicht im Bild, stehen die geernteten Kräuter, die man kaufen kann. Das sieht wirklich total frisch und lecker aus. Ich bin ein wenig neidisch. Vor allem weil es ganz spannende Kräuter gibt. Unter anderem eine Korianderart, die ich nicht kenne und sehr hübsches Thailändisches Basilikum, welches ich liebe.

Nach dem Ausflug in den Supermarkt und der Verabschiedung des Kindes hatte ich immerhin nur noch eine gute Stunde totzuschlagen, was mit einem weiteren Besuch im Einkaufszentrum, welches auf dem Weg lag, um dort das Klo zu benutzen, dem Erwerb einer Laugenbrezel, einer weiteren S-Bahnfahrt, das Durchstöbern der drei Buchläden ohne etwas zu kaufen … schließlich ging es nur ums nicht frieren müssen und nein, es gab nicht wirklich etwas wo man sich hätte reinsetzen können … die es am Südkreuz gibt und einem wärmenden Besuch bei dm, gelang.

Ganz selten war ich so froh und erleichtert, dass endlich die Einfahrt meines Zuges angekündigt wurde. Ich war nämlich schon wieder zehn Minuten den Bahnsteig auf  und ab getigert, um nicht festzufieren.
In Hamburg hat mich der treusorgende Gatte netterweise mit dem Auto vom Bahnhof abgeholt und so waren wir/ich dann um Viertel nach zehn zu Hause, wo ich morgens um halb sieben aufgebrochen bin.
Es war ein langer, kalter Tag mit mehr als 15000 Schritten (so viel zeigte der Schrittzähler des Kindes an, als wir uns trennten) , aber auch in weiten Teilen ein schöner Tag.
ich hoffe sehr, dass mich meine Kind im März ein paar Tage besuchen kommt.

1295 Wörter steht da ganz rechts in der Eingabemaske, lese ich gerade … vielleicht Zeit diese lange langweilige Geschichte zu beenden.
Ich bin übrigens zwischendurch aufgestanden, habe mir einen Tee gekocht, mich davon überzeugt, dass der Luxus-Allesschneider, den wir uns geleistet haben, damit die Brote des Gatten noch hübscher werden, funktioniert und bin mal wieder eingeschneit …

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… ;O))  mein Hang für maßlose Übertreibungen ist doch bekannt.

Macht euch einen schönen, warmen Sonntag!

Oh ja! Und wenn ich nicht treusorge …

… dann treffe ich mich mit meiner neuen Freundin … vielleicht …

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Dieses dicke Katzendings wohnt ein Stück weiter unten in unserer Straße. Ich kenne sie schon so lange wie der Gatte hier wohnt. Also auch schon zu den Zeiten, als ich hier noch nur Teilzeit wohnte.
Das Katzendings war immer sehr zurückhaltend und sah all die Jahre immer etwas abgerissen … ungepflegt … gezaust … räudig ums Fell aus. Eben wie eine dicke alte abgegriffene Katze.
Vorgestern als ich vom Einkaufen kam, saß das dicke Katzendings, so wie oben auf dem Bild zu sehen, die Sonne genießend im Vorgarten. Hatte wie immer kein Interesse an nix und niemanden.

Gestern als ich auf den Markt ging, um Fische zu fangen, lief sie mir über den Weg …

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Sie muss gerade von einem Ausflug zum Nachbarn auf der anderen Straßenseite wiedergekommen sein. Ich nutze die Gelegenheit und sprach sie an … machte ich sonst auch, wenn ich sie irgendwo faul rumliegen sah, aber sie sprach nie zurück.
Gestern machte sie eine Ausnahme …

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… gestern hat sie mich angemaunzt und ist mir um die Beine gestrichen. Vielleicht der Anfang einer wunderbaren Freundschaft … (der Gatte hat mir verboten das Katzendings mit nach Hause zu bringen…er hat Angst, dass ich dann nur noch das Dings flausche und nicht mehr ihn)

Und ja, die Katze hat dieses Jahr ein richtig schönes Fell. Ohne Löcher, Flecken, Zusammengeklebtes und schön glänzend … dick ist sie aber immer noch :O)).

Und wenn ich nicht treusorge und nicht mit dem dicken Katzendings flüstere, dann stricke ich …

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Es läuft im Moment richtig gut und macht Spaß.
Vielleicht weil ich alles anders mache. Mehr Maschen, anderes Bündchen, nur zwei statt drei Farben … eigentlich behalte ich nur das Muster und der Rest wird sich unterwegs finden. Auf jeden Fall ist das Teil sehr fotogen.

Jetzt muss ich los … Biathlon kucken und stricken. Die Mädels laufen Staffel. Da schaffe ich ein paar Reihen …

Die treusorgende Gattin an sich …

… und ich im besonderen.

Langsam aber sicher mache ich mich als treusorgende Gattin ganz gut – glaube … nee, hoffe ich zumindest. Wie ich darauf komme? Aaaalllsoooooo …

  • ich habe es aufgegeben den Gatten nachts zu schubsen ob seines Schnarchens … hilft sowieso nicht, stattdessen räume ich stillschweigend und klaglos (das ist das schwierigste daran) das Bett und ziehe in mein Zimmer um – ich würde gerne wie Linus meine Schmusedecke hinter mir herziehen, aber da die Staubfreiheit des Fußbodens nicht immer gegeben ist, trage ich sie lieber
  •  ich stehe morgens mit dem Gatten auf
  • ich bereite ihm einen Kaffee (ist nicht so schwer, muss ich nur auf den Knopf drücken), lege, wenn da, einen Brownie auf einen Teller oder beschmiere ein Brot mit Butter, Marmelade und Honig und trage den hübsch angerichteten (maßlose Übertreibung) Teller und den Kaffee zum Esstisch während der Gatte das Bad blockiert verwüstet im Bad rituellen Handlungen nachgeht ist
  • nach dem Abliefern des, dem Gatten durch die Eheschließung zustehenden, Morgengedecks, eilen ich in die Küche zurück und bereite die Klappstullen, die er mit zur Arbeit nimmt – hier ist wirklich Kreativität gefragt, schließlich sollen es schöne Klappstullen werden, die dem Gatten den Tag verschönen … manchmal sind sie mit richtig HerzBlut geschmiert
  • irgendwo darum herum räume ich etwa alle zwei Tage den Geschirrspüler aus
  • danach braue ich meinen Morgenkaffee (ja, nix mit Knöpfchen drücken, hier ist Köpfchen gefragt, damit ich die richtige Formel erwische), geselle mich zum Gatten an den Esstisch und halte ihm das Händchen verschwinde, wie er, lesend hinter mein Notebook und bereiche seinen Morgen mit unqualifizierten Äußerungen über das Weltgeschehen, dass ich mir gerade erlesen habe … manchmal singe ich auch Weihnachtslieder oder Kaaalinkaaaa oder andere exquisite Ohrwürmer – meine ganz persönliche Morgengabe an den Gatten
  • wenn es dann Zeit wird, trage bringe ich ihn zur Tür, schließe selbige ganz schnell hinter ihm und eile zum nächsten Fenster, um sicher zu sein, dass er auch ja weg ist ihm lange nachzuwinken
  • danach bin ich mit mir und dem Hausfrauendasein allein und dann sieht es so aus

    – ich kaufe ein
    – ich putze … aber nur gelegentlich, ich war schon immer der Meinung, dass es viel effektiver ist den Schmutz zu sammeln und dann auf einen Rutsch wegzumachen, als jedem Staubkorn mit dem Staublappen hinterher zu rennen – daher mag ich nachts meine Decke nicht hinter mir herziehen ;O)
    – ich wasche Wäsche … gut, ich lasse waschen … ich hänge Wäsche auf und falte sie dann irgendwann, wenn sie trocken ist und ich nichts besseres zu tun habe, zusammen und räume sie in den Schrank – nein, ich bügele nicht, ich bügele nur in einem wirklich unabdingbarem Bedarfsfall … sprich nur bei Hochzeiten und Todesfällen
    – ich koche gerne … manchmal auch etwas, das der Gatte mag und das ihm schmeckt
    … warum hier ein Absatz mitten in der Aufzählung ist, weiß nur WordPress …

  • dann wird es auch schon wieder Zeit den roten Teppich (darunter lassen sich prima die Staubmäuse verstecken, die man im Laufe des Tages nicht geschafft hat mit dem Staubsauger einzufangen) für die Rückkehr des Gatten auszurollen und rechtzeitig ein freudiges Lächeln ob seiner Rückkehr ins Gesicht zu zaubern … HexHex
  • nach dem Essen und dem Wiederherstellen des Küche steht die Abendbespaßung des Gatten auf dem Programm – das ist eine der leichteren Übungen, die einem als treusorgende Gattin auferlegt sind … rauf aufs Sofa, Glotze an, Hand auf sein Knie und alles ist fein

Ich kann es gut haben …

… freie Zeit, Sonne, bewegte bunte Bilder aus der Konserve (DVD) auf Paula (Ein ganzes halbes Jahr … so schön – hab ihn schon einmal im Kino gesehen und ganz viele Taschentücher verbraucht) und seit gestern Nachmittag läuft es mit der Mosaik-Strickjacke. Ich wollte schon aufgeben.

Keine Zeit mehr. Muss stricken … wer weiß, wie lange es gut geht.