Verreisen ist doof, …

… weil man vorher Koffer packen muss.

Ich hasse Koffer packen. Koffer packen heißt, dass ich heute schon wissen muss … entscheiden muss, was ich in zwei oder drei oder gar noch mehr Tagen anziehen will … bzw. dann nach Entscheidungsfindung zwangsläufig anziehen muss.
Eigentlich bin ich in der Richtung nicht so anspruchsvoll. Im Allgemeinen ziehe ich mich morgens an und abends wieder aus. Ganz selten, zu ganz besonderen Anlässen kommt es vor, dass ich mich im Laufe des Tages nochmal umziehe (gut, manchmal…des Öfteren ziehe ich mich auch um, weil ich mich hemmungslos rettungslos bekleckert habe). Aber auch wenn ich in der Beziehung pflegeleicht bin, stehe ich hin und wieder vor meinem Kleiderschrank und weiß nicht, was ich anziehen soll. Das heißt nicht, dass ich nichts zum Anziehen habe. Das würde ich auch nie behaupten und die magischen Worte „Ich habe nichts anzuziehen“ kamen noch nie über meinen Lippen. Ich habe genügend anzuziehen, aber manchmal ist die Entscheidung über das Was schwierig.

Wenn ich verreise, muss ich mir beim Klamotten packen so viele Gedanken machen, weil ich mit möglichst wenig alles abdecken möchte. Ich muss das Wetter, die möglichen Aktivitäten, die Umgebung und den Umgang berücksichtigen. Ich muss so unsinnige Dinge tun, wie eine Bluse bügeln, die ich dann in den Koffer lege und am Ende doch wieder faltig aus diesem herausnehme … ja, die Falten sind eindeutig andere als vorher, aber im Grunde ist es doch wurscht, ob Waschfalten oder Ich-lag-im-Koffer-und-wurde-von-A-nach-B-kutschiert-Falten.
Ich muss mich für Schuhe entscheiden. Ich muss Unterhosen, BHs und Socken in der richtigen Menge abzählen und versuchen, daran zu denken, die die am meisten rutschen … trifft auf sowohl als auch und überhaupt zu … zu Hause zu lassen.

Wenn ich all das hinter mich gebracht habe, muss ich im Badezimmer das Ersatzteillager einpacken und mich jedes Mal wieder ärgern, was ich alles brauche oder zu meinen brauche. In Windeseile ist der Kulturbeutel voll … quillt über. Und das obwohl ich behaupten würde, dass ich nicht wirklich viel Krams brauche. Aber es kommt schnell einiges zusammen … Shampoo, Duschgel, Reinigungsmilch, Tagescreme, Nachtcreme (ja, für ein paar Tage würde es auch mit einer Creme gehen, aber Frau Rosacea sieht das gern anders, besonders wenn ich nicht beide mitgenommen habe) Deo, Bodylotion, Zeugens für die Möglichkeit eine Frisur entstehen zu lassen, Zahnbürste, Zahnpasta, Bürste (vergesse ich gerne, Haare kämmen wird sowieso vollkommen überbewertet), Nagelschere, Nagelfeile, Handcreme, Pflaster … Meterware, besonders wenn man neue Schuhe mitnimmt, Brillenputztücher – viele, meine Brille ist ständig dreckig und der Gatte mag auch welche abhaben. Ich glaube, das war es. Ich sag ja, die Tasche quillt über.
Wesentlich übersichtlich gestaltet sich das Schminktäschchen – Puder, Wimperntusche, fertig!

Und weil ich heute schon ganz tapfer war und diese schweren Dinge des Lebens hinter mich gebracht habe, sind wir jetzt auch schon auf der Autobahn und haben die ersten 150 200 (ich habe zwischendurch nochmal Korrektur gelesen, mit dem Kind telefoniert und den Gatten beschimpft ;O) ) von 483 Kilometer geschafft.
Gerade fährt der Gatte ganz doof und ruckelt und schuckelt mich ordentlich durcheinander (darum hatte ich geschimpft). Es staut sich wegen einer Baustelle. Nein, wir stehen nicht. Das würde nicht so ruckeln. Es ist dieses ewige Gas geben und dann doch wieder bremsen, weil … weil … weil es aus welchen Gründen auch immer, keiner weiß es genau, doch nicht weitergeht, obwohl es gerade noch ging.

Ich versuche jetzt mal mir einen Hotspot zu bauen, damit ich Paula, das ist mein Notebook, über mein smartes Phone mit dem Internet verbinden kann, um diesen Beitrag online zu stellen.

Berlin, Berlin …

… nein, wir fahren ausnahmsweise mal nicht nach Berlin. Wir fahren die Schwester und den Schwager des Gatten in der Nähe von Bad Kissingen besuchen.

Da meine Schwägerin an einer Glutenunverträglichkeit leidet und immer klagt, dass es so schwer ist Brot, Kuchen und Gebäck für sie zu bekommen, habe ich mich heute in die Küche gestellt und ihr glutenfreie Kekse gebastelt.
Es war gar nicht so einfach einen Teig herzustellen, der sich halbwegs vernünftig verarbeiten lässt. Durch das fehlende Klebereiweiß wird der Teig sehr weich und wenn man sich an den Mengen orientiert, die man für „normale“ Kekse nimmt, wird der Teig zu flüssig (das merkt man aber erst, wenn man so weit ist … ich jedenfalls) 
Nach längerem hin und her mengelieren  – „… ach, nehm ich doch noch ein bisschen Buchweizen … nee, reicht noch nicht, dann doch noch ein wenig Maisstärke dazu … usw … ah, jetzt vielleicht doch noch etwas Zucker, Vanille und einen Hauch Tonkabohne für den Geschmack, der unterwegs verloren gegangen ist … usw …“ – ist es mir dann doch noch gelungen einen halbwegs vernünftigen Teig zu produzieren.

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Geschmacklich haben uns die Keksdinger überzeugt. Lecker, richtig schön knusprig, aber trotzdem ganz zart.
Der Gatte hat mit großer Freude beim Keks stempeln geholfen. Wir haben nämlich seit neuestem eine italienische Gebäckpresse. Das Ding ist echt toll … und wenn man Männer das technische Wunderwerk erklärt, klappt es sogar mit dem Keks stempeln.

Nun habe ich die Dinger ins Glas gestopft, eine Art Pompon aus Naturbastgeschenkband gebastelt und fertig ist das Gastgeschenk

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Schöner wohnen …

… naja, darüber kann man streiten, aber ich finde es schön und ich finde es vor allem zweckmäßig.

Wovon die Rede ist?

Die Wand, an der mein SofaBett/BettSofa steht und mit der ich zwangsläufig kuschle, fing langsam an „speckig“ zu werden. Also sprich der Abrieb der Farbe setzte ein. Das Festsetzen des Staubes. Das was auch immer so eine Wand, mit der regelmäßig gekuschelt wird, unansehnlich macht.
Lange habe ich hin und her überlegt, wie ich dem Abhilfe schaffen könnte.

Mein allererster Gedanke war Filz, aber davon nahm ich Abstand, weil ich nicht wusste, wie ich den Filz an die Wand bekommen soll. Mir fielen nur zwei Methoden ein den Filz zu befestigen.
Kleben? Ich hasse kleben. Es kleckert und klebt immer da, wo es nicht soll, aber nie da da, wo ich es will.
Annageln? Selten doofe Idee. Jeder dritte Nagel wird krumm. Außerdem braucht man ganz schön viele und so ein Nagel ist beim Wand kuscheln nicht gemütlich.

Dann dachte ich über Farbe nach. Es gibt spezielle Schutzfarbe, aber irgendwie war das auch nicht meins.

Irgendwelchen Wallewallestoff irgendwie an die Wand pappen … elegant über irgendwas hängen und sich nachts darin verheddern? Nee, auch nicht.

Ein Brett an die Wand schrauben? Nee, zu massiv.

Alles nicht so einfach, aber dann habe ich entdeckt, dass schon jemand meine Idee hatte und diese ganz wundervoll umgesetzt hat:

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Es gibt selbstklebende Filzfliesen in unterschiedlichen Formen, Farben und Größen. Ich habe mich für ganz einfache rechteckige mittelgroße Filzfliesen entschieden und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

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Total einfach anzubringen. Optisch ansprechend und und wunderbar kuschelig. Angeblich kann man sie auch rückstandlos wieder entfernen. Das habe ich aber noch nicht probiert, weil ich froh bin, dass ich sie habe. Ich hätte meine ganzes Zimmer, ach was – die ganze Wohnung mit den Fliesen bekleben können. So viel Spaß hat es gemacht die Filzfliesen anzubringen und es fühlt sich toll an.
Selbst das Raumklima hat sich durch die paar Fliesen total verändert.

Warten – schon wieder …

… dieses Mal auf die Männer, die die Balkonbrüstung richten sollen.
Wir wollen sie abpassen, um sie zu fragen, wann unser Balkon dran ist. Wir müssen laut Aushang den ganzen Balkon frei räumen. Ich mag meine Balkonpflanzen … meine Rose

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… deren Blütenblätter – das waren wohl die letzten für dieses Jahr…

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… habe ich dieses Jahr sogar gesammelt …

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(ähm…ja, ich hätte das Glas vor dem Bild etwas vom Staub befreien können) meinen Sommerflieder …

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… der auch bei den Bienen und Hummeln sehr beliebt ist, meine Hortensie …

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… die ist ganz alleine für mich – die Bienen können mit ihr nichts anfangen und das gesammelte Bienenfutter …

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… in den Blumenkästen zwar sehr gerne, aber ich möchte uns allen ersparen, dass wir eine Woche gemeinsam in der Wohnung verbringen müssen. Es muss einen Plan geben, auf dem ersichtlich ist, wann unser Balkon dran ist. An diesem Tag bin ich gerne bereit eben diesen von den Pflanzen zu befreien, aber nicht die ganze Zeit.
(Hach! Gerade sind die Herren vorgefahren. Nun habe ich den Gatten nach unten geschickt fragen. Ich bin gespannt …) 

Man muss nur mal mit den Menschen reden … auf unseren speziellen Wunsch und weil sie keinen Plan hatten, fangen die Metallbaumänner bei uns an. Sie bauen gerade ihr Gerüst auf und wir haben schnell unseren Balkon zusammengekramt. Nun sieht es in meinem Zimmer so aus …

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… auf dem Balkon drängeln sich die verbliebenen ein wenig …

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… und das Wohnzimmer ist nun auch begrünt …

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Weil jetzt alles in trockenen Tüchern ist, kann ich duschen gehen und danach mit dem Gatten Hagenbecks Tierpark einen Besuch abstatten. Wir hegen die Hoffnung, dass es an einem Montag nicht so voll ist und wir an der Kasse nicht Schlange stehen müssen und ein paar Tiere sehen können und nicht nur menschliche Hinterköpfe.

Das einzig Dumme, das jetzt noch für diesen Tag übriggeblieben ist (wenn ich das tägliche 9:00 Uhr Fernpflegetelefonat mit meiner Mutter nicht einrechne) – ich muss tanken! Ich hasse tanken, auch wenn ich gar nicht tanken muss, weil das der Gatte tut. Ich muss nur im Auto sitzen und jammern, dass ich wie immer tanken muss und das gar nicht mag … ein Hoch auf unsinnige Rituale!

P.S. Dank des Sommerflieders riecht es ganz grandios in meinem Zimmer! ♥♥♥