An sich bin ich resistent …

… gegenüber Werbung.

Entweder bin ich zu blöd die Werbung zu verstehen oder ich habe, wenn ich in einem Laden ankomme, schon wieder vergessen, dass mir die Werbung empfohlen hat ein  bestimmtes Produkt zu brauchen.

Manchmal erwischen sie mich dann aber doch und so kaufte ich neulich in der Apotheke für viel Geld Wimperntusche …

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… die die Wimpern schön lang und schön schwarz machen soll. Und das über längere Zeit angewandt sogar dann, wenn die Wimpern nicht getuscht sind.

Mmmmh? … alles, was zu Zeitersparnis vor dem Spiegel führen kann, macht mich total neugierig.
Mmmmh? … ganz glücklich macht sie mich nicht, weil sie nicht so wasserfest ist, wie ich es gewohnt bin und wie ich es mir wünsche, weil meine Augen relativ viel und schnell tränen … von ganz alleine ohne viele innere und äußere Qualen.
Ich laufe nicht gerne mit Waschbärenaugen, im Gegensatz zu mir, steht ihnen das Schwarz um die Augen, durchs Leben.
MmmmH? … aber nach drei Wochen bin ich geneigt mir einbilden zu wollen, dass meine Wimpern tatsächlich auch ungetuscht länger und schwärzer sind fast so wie in meiner Jugend- und Maienblüte … (hier stelle man nicht böses Gelächter als Hintergrunduntermalung vor)

Mmmmh? … was soll uns das jetzt sagen? Keine Ahnung! Ich werde darüber nachdenken, während ich Flohsamenschalen kaufen gehe, damit ich dieses Brot backen kann … das ist keine Werbung, das ist eine Empfehlung, ein Tipp … das ist ganz etwas anderes.

Zum Geburtstag …

… schenkte mir der Gatte zwei Steine für DreiStein …

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Was an sich sehr großzügig und ganz wunderbar ist, aber eigentlich ist das kein Geschenk an mich, sondern an DreiStein ;O). Das sieht der Gatte zwar etwas anders, aber wir haben in vielen Dinge eine unterschiedliche Betrachtungsweise …
(Moment! Ich muss erstmal andere Musik suchen … das was die mir bei Spotify – ich teste gerade – als Hintergrundmusik „verkaufen wollen“, … soll mich entspannen, mich besser konzentrieren lassen können, macht mich schier wahnsinnig und wahnsinnig unkonzentriert) 

So, jetzt kann es weitergehen.

Der Gatte hat mir ein viel größeres Geschenk gemacht … nicht, dass ich DreiStein nicht mag, ich mag ihn sogar sehr und er begleitet mich Tag und Nacht.

Der Gatte hat mir die Möglichkeit geschenkt im Moment nicht arbeiten zu müssen. Die Freiheit zu tun und zu lassen, was ich gerne möchte. Meine Zeit frei zu gestalten … so lange ich das bisschen Haushalt nebenbei mache – nein, so ist es natürlich nicht! Ich könnte tatsächlich tun und lassen, auch den Haushalt, wenn ich es mir beliebt und der Gatte wäre zufrieden.
Nur ich bin so gestrickt, dass ich erst einmal lernen muss, auch mal nichts zu tun oder auch nur das, was ich als nichts tun bezeichne, zu tun.
Wenn das geschafft ist, nehme ich in Angriff das auch noch ohne schlechtes Gewissen zu tun.
Es ist in der Tat nicht so einfach. Aber ich bin lernfähig und fange langsam an zu genießen. Geschätzt habe ich es von Anfang an. Jetzt muss ich nur noch das schlechte Gewissen klein kriegen. Dann ist alles fein. Mal sehen wie viele Klappstullen ich dafür noch schmieren muss …

Trotz des vermeintlichen Nichtstun vergehen meine Tage im Fluge. Von Langeweile keine Spur. Ich weiß gar nicht genau, was ich mit meiner Zeit mache. Auf jeden Fall ist sie am Ende eines Tages weg. Einfach weg und es gibt immer noch so viel, das ich tun wollte oder lassen wollte es zu tun.

Das ist ein wirklich großes Geschenk! Ein Geschenk an mich ganz persönlich! Und eine Aufgabe für mich. Eine tägliche Aufgabe, die mich fordert. Ich bin es gewohnt auf mich allein gestellt zu sein, aber ich bin es nicht gewohnt an mich zu denken.

Ich stelle gerade fest, dass es nicht so einfach ist, dieses tolle Geschenk und was es mir bedeutet, vernünftig in Worte zu fassen. Gebe ich mich jetzt eben mit den paar unvernünftigen Worten, die ich mühsam zusammengestottert habe, zufrieden. Passen eh viel besser zu mir als vernünftige Worte …


♥♥♥