Ich stricke auch noch …

… ich versuche es zumindest.
Das ist der 4. Versuch …

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… diese Jacke …

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… zu stricken.
Frau Fadenkram hat mich verführt Mosaik stricken zu wollen, weil es eine gute Möglichkeit ist, die Reste … die großen Reste Wollberge, die anders verplant waren, aber wegen ist nicht gefällt nicht wieder zurück auf Null gebracht wurden und nun für nichts Halbes und nichts Ganzes reichen, zu einem gemeinsamen Etwas zu verarbeiten.
Ich unterschlage jetzt geflissentlich, dass ich noch ein paar Knäule in hübschen Dunkelgrau nachbestellen musste, damit es reicht … hüstel – ja, manches … vieles ist sinnfrei.

Wie dem auch sein … ich stürzte mich, nachdem die Wahl auf dieses Objekt gefallen und die Anleitung gekauft war, umgehend auf die Wolle und die Stricknadeln.
Ich sann kurz darüber nach, dass ich fünf Reihen rechts als Bündchen etwas gewagt finde und die eigentlich nur umknicken … sich aufrollen können, aber ich beschloss –
Nicht denken, strick einfach mal nach Anleitung … musst nicht immer alles besser wissen.
So strickte ich und versuchte unterwegs nicht zu kucken, nicht zu denken, nicht zu urteilen, sondern einfach nur nach Anleitung zu stricken.
Nach dem ersten Mustersatz, was immerhin 32 Reihen sind, konnte ich die Augen nicht länger vor dem Elend verschließen, zog die Nadeln und ribbelte alles wieder auf. Das Bündchen kippte … rollte sich natürlich.
Nächste Versuch. Dieses Mal spendierte ich dem Teil sieben Rippen – sprich 14 Reihen kraus rechts als Bündchen und begann dann mit dem Mustersatz. Nach 18 Reihen Mustersatz zog ich dieses Mal die Nadeln.
Nein, das Bündchen rollte nicht mehr nach oben. Dafür warf es jetzt lustige Falten und  Wellen in der Querrichtung. Klar, macht Sinn. Glatt rechts und dann noch mit Spannfäden zieht sich mehr zusammen als kraus rechts.

Nörgs! Aber hilft ja nichts. Nadeln wieder raus und nochmal von vorne. Nun mit einem Bündchen im Format – eine rechts, eine links. Die rechten Maschen auf der Vorderseite des Gestricks verschränkt, weil eine rechts, eine links bei mir immer so … so örks … so nicht ordentlich aussieht. Dieses Mal warf ich nach Reihe 22 das Handtuch … das Strickzeug.
Optisch war jetzt alles fein, aber nun stellte sich heraus, dass es in der Breite nicht für mich reichen wird. Ja, doch ich machte eine Maschenprobe. Da war auch alles fein, aber das sind Maschenproben bei mir meistens und hinterher ist doch alles anders. Ich frage mich jedes Mal, warum ich den Scheiß eigentlich mache.

Nun mache ich alles ganz anders, aber trotzdem sind diese 157 Maschen, die sich jetzt auf der Nadel befinden, definitiv der letzte Versuch für diese Jacke. Wenn es jetzt nichts wird, dann … dann … das, überlege ich mir dann.

Die Strickpleite passt aber ins momentane Lebensbild …

  • der Rohrsteckschlüssel, den ich vorhin für den Wasserhahn kaufte, um ihn endlich festzuschrauben, passt nicht. Eine Nummer zu klein … aber ich bin inzwischen perfekt im Badzimmereinrichtung auseinander- und wiederzusammenbauenschiebendrücken
  • beim Arbeitsamt komme ich nicht mehr ins Onlineportal. Benutzername oder Passwort, die gestern noch passten, sind heute falsch – ein Schelm wer Böses dabei denkt

Falls es noch irgendjemanden interessiert:

Der Pulli von neulichst ist tatsächlich fertig.

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Ja, ich weiß, dass man eigentlich nichts von dem Pulli sieht. Man sieht aber, dass er zwei Ärmel hat und fertig ist und das ist wichtig. Warm ist er auch und zurzeit schmutzig und in der Wäsche befindlich. Er wartet auf Kumpels, die mit ihm in die Waschmaschine gehen.

Ich geh jetzt auch. Wohin und mit wem weiß ich noch nicht. Vielleicht komme ich wieder … schönen Abend!

Die Zeit rennt …

… jedenfalls seit dem ich in der neuen Heimat angekommen bin.
Vorher, als es noch hieß die Zeit bis zur nächsten Fahrt für ein gemeinsames Wochenende mit Gatten zu überleben überbrücken, schlichen die Tage so dahin.

In eineinhalb Monaten sind wir endlich ein Jahr verheiratet. Dann habe ich Anspruch auf Witwenrente, zwar nur die kleine, aber Witwenrente. Darum habe ich den Kerl doch nur geheiratet. Damit ich fürs Alter ausgesorgt habe.
Ich werde ihn aber auch über den Stichtag hinaus weiterhin gut pflegen. Das hat er sich verdient. Außerdem will ich bei ihm kranken versichert werden und das Kind auch. Ja, wir sind eine Familie. Ich muss dem Kind ja nicht erzählen, dass es dann ein Stiefsohn ist. Ich kann dann aber ganz in Ruhe überlegen, womit ich dreifünfzig im Monat verdienen kann und will … umgekehrt klingt glaube ich besser … will und kann. Das nette Amt lasse ich dann hinter mir … uns. Den Gatten betrifft es irgendwie auch. Wenn auch nur indirekt, weil er unter meiner Stimmung oder besser nicht Stimmung leiden muss.
Heute Morgen hatte ich Stimmung und habe ihn mit einem fröhlichen Kaaaliinnnkaaaaa-Kalinka-Gesang aus dem Bett gejagt. Nicht schön, aber wirkungsvoll und so etwas kann ich nur mit Stimmung ohne Druck und Zwang.

Da der blöde Wasserhahn immer noch locker ist, weil kein passendes Werkzeug in diesem Haushalt zu finden war, mache ich mich jetzt auf den Weg ins nächste Bauhaus. Auf Grund der Großwetterlage – es liegt noch Schnee …

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… manchmal fegt sogar jemand den Bürgersteig …

…  und da hier immer gefährlich viele Rentner, die nichts mehr wirklich gut können, aber trotzdem wacker mit dem Auto unterwegs sind, lasse ich das Auto stehen und gehe ich lieber zu Fuß.
Sind nur drei Kilometer hin und drei zurück. Außerdem ist das Wetter schön. Kalt, aber ganz entzückend sonnig und da ich an keinen Karnevalsumzügen teilgenommen habe, muss ich mir anders Bewegung verschaffen.