Was macht der Job?

Den Job wird eine andere oder ein anderer machen. Das habe ich für mich heute Morgen beschlossen, nachdem ich gestern den ganzen Nachmittag, Abend und auch die Nacht mit einem ganz schlechten Gefühl und nur Gegrübel und Bauchweh* verbracht habe. Es ist für mich definitiv der falsche Job.
Sicherlich hätte ich es geschafft, wenn ich auf meinen Kopf gefolgt wäre. Mein Kopf schafft nämlich alles (denkt … glaubt er jedenfalls … er kann alles – er hat noch nicht mitbekommen, dass wir eigentlich nicht vor Sebstbewussein strotzen). Normalerweise ist er der derjenige, der solche Duelle gewinnt und den Rest von mir tapfer und gehorsam folgen lässt. Egal wie sehr ich mich quäle.
Dieses Mal habe ich nach wirklich langem Ringen meinen Bauch … mein Gefühl siegen lassen und mich mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, dagegen entschieden. Ich wäre dort nicht nicht „glücklich“ geworden. Schon beim Betreten der Praxis überkam mich ein beklemmendes Gefühl, weil es räumlich nicht üppig war und genau in dieser Enge hätte sich tagtäglich mein Arbeitsplatz befunden.
Der Mann, der mich zum Gespräch gebeten hatte, hat mich fast eine Viertelstunde warten lassen, weil er in einer Besprechung mit den Therapeuten war. Dagegen sprich überhaupt nichts, aber ich hätte es nett gefunden, wenn er sich dazu irgendwie geäußert hätte (entschuldigend habe ich an dieser Stelle ganz bewusst ausgelassen … die Wahrnehmung der Situation hätte mir schon genügt). Das er in einer Besprechung ist, habe ich von einer freundlichen, wartenden Patientin erfahren.
Das Gespräch lief, wie solche Gespräche eben laufen. Das übliche Geplänkel über Stärken und Schwächen, Vorstellungen von Vergütung, Urlaub, Arbeitszeiten. Am Ende bat er sich Bedenkzeit bis zum Wochenende aus. Als mögliches Einstellungsdatum stand der 15.02. im Raum. Alles in allem klang es eigentlich so, als wäre der Job ganz nahe.

Als nächstes werde ich mich mit den Konsequenzen auseinandersetzen müssen, die die Ablehnung meinerseits mit sich bringt. Da mir der Job vom Arbeitsamt vorgeschlagen wurde, gab es die Option Absage für mich nur mit den entsprechenden Sanktionen seitens des Arbeitsamtes. Sollen sie machen, wie sie wollen.
Seitdem ich die Absage per Mail rausgeschickt habe, ist wieder etwas Ruhe und Leben in mich und meinen Körper eingezogen. Ich war seit gestern Mittag wie erstarrt, habe mich zurückgezogen und habe fast in meinem Gedanken- und Gefühlswirrwarr verlaufen.
Der Gatte hatte und hat es nicht leicht. Es ist im Moment schwer mit mir auszuhalten. Irgendwie ist gerade von allem zu viel.

Vielleicht ist genau deswegen jetzt der richtige Moment den neuen Abfluss, den der Gatte gerade aus dem Baumarkt mitgebracht hat, anzubringen. Ein bisschen in Abflusssiff herumkramen und aufwischen ist bestimmt fein und nützlich. Ja, ich mache mich jetzt mal nützlich … vielleicht werde ich auch einfach Klempner.

 

*  Synonym für alle körperlichen Beschwerden, die einem die Seele in Stresssituationen auf den … in den … durch den Körper hetzen kann