Da die Jagd …

… eindeutig eine Männerdomäne ist, habe ich den Gatten alleine zur Lebensmitteljagd geschickt. Ich vergnüge mich derweil alleine zu Hause. Mache die Betten. Schaffe die Unordnung von einer Stelle zur anderen. Zwischendurch schlürfe ich Pfefferminztee, halte ich mir immer mal den Bauch und schaue in regelmäßigen Abständen auf dem Klo vorbei … darum habe ich auch den Gatten weggeschickt – hab ich das Klo ganz für mich alleine … immer dieser Egoismus.
Entweder macht mein Darm Frühjahrsputz, ist gestresst von mir oder hat sich irgendwo etwas … einen Virus oder anderes in der Richtung … eingefangen. Letzteres fände ich sehr rüpelig von ihm. Die ersten beiden Variationen sind zwar genauso lästig und schmerzhaft, wären aber eher akzeptabel. Zumal ich verstehen könnte, wenn ich ihn stresse …

… und plötzlich hab ich einen Tag ohne Verpflichtungen (wenn man von den regelmäßigen Klogängen absieht) … naja, den Ableser der Heizkörperverbrauchsdinger, der auch gleichzeitig die Rauchmelder kontrolliert werde ich wohl noch reinlassen können … vor mir. Ich bin nicht gut in Sachen krank sein. Hilft aber nix. Da muss ich jetzt durch.

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Abends werden die Faulen …

… fleißig. So oder so ähnlich könnte ich den gestrigen Tag beschreiben.

Nachdem ich mich den ganzen Tag erfolgreich mit Haushaltskram, Gardinen nähen, waschen, aufhängen und diversem anderem Kleinkram von der Lebenslaufüberarbeitung und dem Schreiben einer Bewerbung abgehalten habe, habe ich mich dann gestern Abend zur allerbesten Primetime, weil es nichts für mich in der Glotze gab, an Paula gesetzt und tatsächlich einen Lebenslauf und eine Bewerbung zu Stande gebracht. Um kurz nach elf war ich mit allem fertig (da hatte selbst der Gatte schon Feierabend und saß entspannt auf dem Sofa).
Jetzt liegt das Papierzeug fertig eingetütet im Flur und wartet darauf, dass wir es gleich mitnehmen, wenn wir einkaufen gehen.

Das war gestern Abend ein ziemlich gutes Gefühl als ich ins Bett ging. Es hat nichts gedrückt. Alles was ich tun wollte und sollte, hatte ich erledigt. Besser geschlafen habe ich trotzdem nicht. Findet sich ja immer etwas worüber man sich ich mir Gedanken machen kann/muss und selbst wenn es nichts mehr zu denken gibt, kann ich trotzdem nicht schlafen. Dann wird die schlaflose Nacht immer besonders schrecklich, wenn ich schon alles gedacht habe. Dann setzt die große nächtlich Langeweile ein.

Ich gebe jetzt den Logenplatz in meinem Zimmer mit Blick nach draußen auf den Balkon und die Birken auf. Überlasse die acht Raben, die im Dunst auf den kahlen Ästen der Birken sitzen ihrem Schicksal und begebe mich auf die Lebensmitteljagd.