Andere haben Haustiere oder Kinder, …

… ich habe eine Sprossenzucht.

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Von links nach rechts betrachtet wachsen dort auf den Fensterbank:

  • ein Sprossenmix aus aus Linsen, Bockshornklee und Rettich
  • Radieschensprossen
  • Alfalfa
  • nochmal Radieschensprossen – die erste Generation, aber es hat sich gezeigt, das ihnen ordentliches Wachsen in einem flachen Gefäß nicht liegt, unordentlich ins Sprosssenglas geworfen gedeihen sie viel besser
  • Rucola – der gedeiht aber auch nicht wirklich, aber ins Sprossenglas kann man ihn nicht werfen, weil er, wie Kresse und Senf ein Schleimer ist schleimt

Begonnen hat alles nach dem Gedanken: „Ach, ein paar frische Sprossen in der dunklen Jahreszeit wären fein“ mit der Anschaffung eines Sprossenglases. Da der Inhalt des ersten Ansatzes aber ganz furchtbar schnell aufgegessen war und die Radieschen in ihrer Schale nicht so wollten wie sie sollten, zog ein zweites ein. Auch das schien mir nicht genug. Die Dinger brauchen schließlich einige Zeit bis sie den Status bilderbuchmäßig schöner Sprossen erreicht haben, ein bisschen mehr Abwechslung im Sprossenangebot ist fein und außerdem und überhaupt sind aller guten Dinge drei. So erjagte der Gatte nach getaner Arbeit ein weiteres Glas für mich.
Inzwischen hatte ich herausgefunden, wo es die Dinger tatsächlich richtig günstig gibt. Das erste hatte ich im Internet erstanden, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es das hier in der Mittelstadt überhaupt gibt und wenn dann bestimmt viiiiiiiiel teurer. Was ein klarer Fall von „Was ein Unsinn war“. Im Internet erstand ich es für 9,99. Im Bioladen sah ich es für 5,99. Konnte mich aber nicht entschließen, weil ich da noch der Meinung war kein zweites zu brauchen. Als ich dann einen Tag später meine Meinung änderte … falsch! es lag ein Wochenende dazwischen … also als ich dann am Montag meine Meinung geändert hatte und zuversichtlich in den Bioladen schritt, hatten sie keins mehr. Überhaupt müssen sich an dem vergangenen Samstag vor dem Montag ganz viele Menschen überlegt haben, das Sprossen doch ganz wundervoll wären. Es gab nicht nur kein Sprossenglas mehr, es gab auch nahezu keine Sprossensaat mehr.
Schmollend trat ich den Heimweg an, aber wenn ich etwas will, kann ich so zäh und verbissen sein, sodass ich einer Eingebung folgend auf dem Nachhauseweg bei Budni hereinschaut und dort das Objekt meiner Begierde in Hülle (das ist Quatsch, die Gläser sind völlig hüllenlos und unverpackt) und Fülle vorfand. Der Preis von 3,99 pro Glas ließ mich dann weiter schmollen. Dieses Mal schmollte ich mit mir, weil ich phantasieloses Wesen der Mittelstadt vor den Toren Hamburgs nicht zutraute und das erste Glas viel zu teuer gekauft hatte.

Fertig mit der langen langweiligen Geschichte zum Freitag. Ich muss jetzt los Sprossen wässern.

Haarig

Als kleines Kind … klein ist im Sinne von jung anzuwenden …  hatte ich Locken … Löckchen. Eine abgeschnittene Locke in meinem Fotoalbum aus dieser Zeit legt darüber Zeugnis ab.

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Irgendwann waren die Locken weg (wahrscheinlich von meiner Mutter einmal zu viel radikal abgeschnitten und Rizinusöl drauf geschmiert, damit es besser wächst) und ich habe mein Leben ohne Locken verbracht.
Wäre ich etwas geschäftstüchtiger gewesen, hätte ich meine Haare als Lineale in unterschiedlichen Längen verkaufen können. Hätte jetzt zwar keine Haare mehr, wäre aber reich.
Eben weil ich nicht geschäftstüchtig war, komme ich jetzt in den Wechseljahren im Ansatz … gut, eher an den Enden … den Spitzen in den Genuss von Locken. Ja, plötzlich sind meine Haare nicht mehr schnur…linealgerade. Nein, ganz im Gegenteil. Sie wellen sich. Blöd nur, dass das der eigentlichen Figur äh … Frisur völlig entgegensteht.

Ja, das ist jammern auf höchstem Niveau, aber hey! irgendwas ist immer … so oder so ähnlich.