Gespräch mit meinem Schweinehund …

oder auch: You never walk alone

Der Schweinehund heute Morgen (im weiteren Verlauf nur noch SH … man soll mit den Buchstaben übertreiben): „Du hast gar keine Lust Laufen zu gehen. Außerdem hast du Angst und dir ist ganz seltsam …“

Ich: „Du hast keine Ahnung und wenn du keine Lust hast mitzukommen, was mir ganz lieb wäre, verkrieche dich unter meinem Bett. Wenn du dich fürchtest, kannst du dir eins von den Plüschdingsen vom Bett nehmen. Das beschützt dich und vertreibt dir die Langeweile.“

Nach diesen Worten griff ich mir schnell die Gehstäbchen aus der Ecke im Flur, schloss die Wohnungstür, eilte nach unten und lief los.
Nach der ersten Ecke merkte ich, dass ich den Schweinehund nicht abgehangen hatte. Er hing schwer an mir und wisperte: „Dir geht es gar nicht gut. Dir ist übel. Du hast Angst.“

Ich:“Ja, du hast recht, aber da macht nichts. Das vergeht wieder. Und wenn du die Schnauze hältst und still und brav mitläufst, noch viel schneller.“

Die Übelkeit hatte ich bald hinter mir gelassen … weggeatmet und die Angst im Griff, da meldete er sich wieder zu Wort: „Du musst auf Klo! Ganz dringend!“ Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, biss er mir herzhaft in den Bauch.

Ich: „Du kannst mich mal. Ich muss nicht. Ich will nicht. Geh alleine aufs Klo. Ich war schon.“

Mit einem letzten lauten und heftigem Gerumpel in meinem Bauch, verzog er sich schmollend. Ich dachte schon, dass es das für heute gewesen wäre, aber nein, drei bis zwölf Stöckchenschwünge später:

SH: „Dir tut das linke Handgelenk weh! Die Schlinge von den Gehstäbchen ist kaum zu ertragen. Dreh um und geh nach Hause.“

Ich: Ja, mir tut das Handgelenk weh. Hatten wir neulich schon. Ich mach die Manschette lockerer und zieh das Gehstäbchen eine Weile nur hinter mir her. Geht schon.“

SH: „Grummel. Gnarrr.“

So lief ich eine Weile nur auf der einen Seite mit dem Gehstäbchen klackernd und auf der anderen mit dem Stäbchen scharrend meines Weges und wirbelte Staub auf.
Kurz war es ganz still in mir und ich hatte die Hoffnung für heute über den Schweinehund zu sein, aber nein, er war nicht klein zu kriegen.

SH: „Dir tut das Knie weh.“

Ich: „Danke! Ich merke es. Dafür tut das Handgelenk nicht mehr weh.“

Zügig schritt ich um die nächste Ecke. Eigentlich weiß der Schweinehund genau, dass wir so lange laufen, bis er aufhört mich zu nerven.
Bis es einfach läuft und ich übers Leben nachdenken kann. Oder einfach die wunderschöne Natur rechts und links von mir bewundern und genießen kann. Bis ich frei bin.

SH: „Duhu, dir tut die Hüfte weh. Die Hüfte möchte jetzt wirklich nach Hause. Es ist alles zu viel für sie.“

Ich: „Ja, die Hüfte tut weh. Aber besser jetzt als heute Nacht, wenn ich schlafen will. Dann tut sie nämlich wieder weh, weil ich mich zu wenig bewegt habe. Mach dich vom Acker, du blöder Köter. Ich habe jetzt echt keine Lust mehr mich mit dir zu unterhalten. Ich zähle jetzt.“

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, … 25, 26, 27, 28, 29, 30, … 57, 58, 59, … 89, 90, 91, 92, … 303, 304, 305, 306 … zählen hilft meistens … 778, 779, 800, 801, … davon scheint der Schweinehund schläfrig zu werden … 1765, 1766, 1767, … dann komme ich irgendwann … 3528, 3529, 3530, 3531, 3532 … zur Ruhe, kann nachdenken, mich klären, Entschlüsse fassen, Pläne schmieden, … 5123, 5124, 5125, 5126 … mich entspannen, in letzter Zeit ist das Vieh echt zäh und lässt mich nie alleine losgehen … 7643, 7644, 7645, 7646, 7647, … immerhin weiß ich jetzt, was es heute zu essen gibt … 9333, 9334, 9335, 9336, 9337, 9338, 9339, 9340, … eine Tomatenquiche mit Feta, irgendwie so … vielleicht auch noch etwas Spinat … 10225, 10226, 10227, 10228 … vielleicht gibt es auch gegrillten Schweinehund …

Und weil es so schön ist …

Teil 3 und gleichzeitig Finale der 1. Staffel „Der kleine Rasenmäher der Nachbarn und ich“

Ob es eine weitere Staffel geben wird, steht in der gleißenden Sonne, die mir auf Hirn scheint.

Vielleicht kaufe ich aber auch eine Katze und produziere Katzenvideos.

Eigentlich hatte ich heute geplant einen Blogbeitrag über mein Befinden zu schreiben, aber da das Befinden sowohl körperlich, wie ganz besonders seelisch nicht so dolle ist, lasse ich das und beschäftige mich lieber mit Unsinn.

Im Grünen …

… sitzend, stricke ich aus Schlamm und Dreck, …

… so würde ich zumindest die Farben bezeichnen, einen Bona Notte.

Infiziert hat mich Frau Fadenkram mit ihrem wirklich überzeugenden Exemplar.

Mit dem Grundelement bin ich nahezu in der Zielgeraden, aber auch nur nahezu. Auf jeden Fall wird der Strickpfad ab jetzt immer schmaller … fast – einmal muss ich noch zu nehmen (in dem Fall sogar erlaubt und ohne Konsequenzen).

Das Strickfieber hat mich am 1. Mai am Nachmittag böse erwischt. Seit dem stricke ich, wann immer sich eine Gelegenheit bietet. So ein bisschen versuche ich damit auch Frust, Ärger und Hilflosigkeit zu kompensieren.

Hilft nur bedingt, aber die Vermutung liegt nahe, dass ich in Bälde ein schönes Tuch in den Händen halten werde.

Aus der Wolle sollte die große Schwester schon vor längerer Zeit ein Tuch bekommen. Im ersten Versuch wollte die Wolle aber nichts werden. Im aktuell zweiten Versuch scheint die Wolle zu wollen.

Ich hatte gerade Besuch im hintersten Eck des Gartens anderer Menschen. Erst hat sie sich erschreckt, dann kuckte sie mich ganz empört an. Nach hier hinten verläuft sich sonst kein Mensch. Außer wenn es wird jemand zum Mähen abkommandiert.

Ich muss betzt Schluss machen. Ich muss stricken.

Gerade geht mir der Frühling …

… gewaltig aufs Gemüt und ich kann ihm wenig Schönes abgewinnen.
Dieser elende Heuschnupfen schafft mich. Seit vierzehn Tagen niese, schniefe und reibe ich mir die Augen wie verrückt. Die Nase läuft wie ein Wasserfall und es kratzt im Hals. Von dem damit einhergehenden wirklich schweren Krankheitsgefühl und dem permanenten Kopfdröhnen will ich gar nicht reden.
Ich mag gerade nicht mehr.